Yoga II

Im „Liebe Leser“ des Pelagius Heftes XXXII sprach ich vom Verfall des Gesundheitswesens und der fortschreitenden Zerstörung der Homöopathie und der alternativen Medizin. Ich sagte dort, man könne langsam schon davon sprechen, daß alles was die Kassen erstatten den Patienten krank macht. Diese absichtlich herbeigeführte Entwicklung ist schon weit fortgeschritten, wird jedoch nur von wenigen Menschen bemerkt, will nur von wenigen bemerkt werden. Wie könnte es auch anders sein in einer Gesellschaft die dem Ahriman huldigt, ohne sich dessen bewußt zu sein. Ahriman ist der Gott der Lüge, des Todes und der Hemmnisse, des Niedergangs. Da ist es nur folgerichtig, daß auch im Gesundheitswesen dem gehuldigt wird, was den Menschen krank macht, was seine Gesundheit zerstört. Ein Beispiel für diese Behauptung findet sich im Heft vom November/Dezember des Jahres 2011 der alternativen Krankenkasse Securvita. Die meisten Krankenkassen, die ja ach so besorgt um ihren Profit, Pardon um die Gesundheit ihrer Mitglieder sind, haben inzwischen ein Bonussystem eingeführt, um ihre Mitglieder zu einer „gesunden“ Lebensweise zu animieren, die Kosten senken soll. Im Magazin der Securvita können wir dann auf Seite 26 nachlesen, daß auch Yoga, Tai-Chi und autogenes Training von der Kasse empfohlen wird und Bonuspunkte bringt. Alle drei Genannten sind Übungswege, die den Menschen, zumindest den Mitteleuropäer krank machen, da sie zerstörend auf das Ich und von dort auf die seelische und auch die leibliche Gesundheit wirken. Ganz allgemein kann gesagt werden, alles was als solches aus der Vergangenheit des Ostens kommt ist für den Europäer nicht mehr seinem gegenwärtigen Entwicklungsstand angemessen und wirkt deshalb auf ihn in krankmachender Art. Über das autogene Training sei nur kurz gesagt, wir befinden uns nicht mehr in der Zeit, wo der Mensch suggeriert und manipuliert werden kann, ohne daß dies schädigend auf ihn wirkt und das gilt auch dafür, wenn sich der Mensch selbst suggeriert. Alles muß heute, im Zeitalter der Bewußtseinsseele, über das wache Bewußtsein wirken, nichts über das Unterbewußtsein. An die Stelle dieser Vorgehensweisen tritt die Erkenntnis, die Erkenntnis des Geistigen.

Yoga kann ohne Übertreibung als allgegenwärtiges Kulturgift bezeichnet werden, nicht nur in allerlei alternativen Programmen taucht es unaufhörlich auf, durch die ganze Esoterikwelle wabert es all überall mit. Und nicht nur an jenen Stellen finden wir es, auch an den Waldorfschulen taucht es auf, da man dort die Anthroposophie nur noch als einen Mythos kennt, der der Vergangenheit angehört und stattdessen nach einem Ersatz sucht, der die geistige Faulheit berücksichtigt. Einen solchen Ersatz finden auch viele Waldorflehrer im Yoga. Auch der „anthroposophische“ Arzneimittelhersteller „Weleda“ rührt eifrig die Werbetrommel für Yoga. Wie ein solcher geistig-körperlicher Übungsweg auf die Konstitution des Menschen wirkt können wir erleben, wenn wir einen Menschen, der diesen Weg jahrelang geht, wahrnehmen können. Er löst sich langsam auf, wird immer verhuschter, hat eine niedrige Frustrationstoleranz und eine anfälliger werdende Gesundheit, er wird zum Traumtänzer. Es findet genau das Gegenteil von dem statt, was der Mensch heute erreichen muß: Statt daß er seinen Astralleib vom Dämonischen reinigt, nimmt er diese dem Menschen feindlichen Wesen, die Dämonen, vermehrt in seine Wesenheit auf. Wir schrieben unter diesem Gesichtspunkt schon einmal, in Pelagius Heft XXVIII, über Yoga. Heute möchte ich auf ein anderes Zitat von Rudolf Steiner zu diesem Thema hinweisen, das ja als gesundheitliches und kulturelles Problem wahrlich seither nicht kleiner geworden ist.

„Wenn man aber mit okkulten Kräften die große Verschiedenheit der Menschentypen betrachtet, kommt man darauf, daß etwas, das für die Orientalen, vielleicht auch für ganz einzelne Menschen in unserer Kultur gut sein mag, durchaus nicht für alle richtig ist. Es gibt auch Menschen, aber nur wenige innerhalb der europäischen Verhältnisse, die den orientalischen Yogaweg gehen können. Für die allermeisten Europäer ist er aber ungangbar. Er bringt Illusionen und auch seelische Zerstörung mit sich. Mögen sie auch äußerlich, selbst in den Augen des heutigen Wissenschafters, nicht so verschieden erscheinen – die östliche und die abendländische Natur sind total verschieden. Ein morgenländisches Gehirn, eine morgenländische Phantasie und ein morgenländisches Herz, sie wirken ganz anders als die Organe des Abendländers. Was man einem Menschen zumuten kann, der unter östlichen Verhältnissen aufgewachsen ist, darf man nie und nimmer einem Abendländer zumuten. Nur wer glaubt, daß Klima, Religion und soziales Leben keinen Einfluß auf den menschlichen Geist hätten, könnte meinen, es sei einerlei, unter welchen äußeren Verhältnissen jemand eine okkulte Schulung durchmacht. Weiß man aber, welchen tiefgehenden geistigen Einfluß alle diese äußeren Umstände auf die menschliche Natur haben, so versteht man, daß sich der Jogaweg nur für wenige Europäer und eigentlich nur für solche eignet, die sich gründlich und radikal aus den europäischen Verhältnissen herausreißen, daß er aber für Menschen unmöglich ist, welche innerhalb der europäischen Kultur stehenbleiben.“ Diese Aussage von Rudolf Steiner stammt aus dem Zyklus „Ursprungsimpulse der Geisteswissenschaft“ GA 96, Seite 139 in der Ausgabe von 1989.

Auch wenn dasjenige, was man heute so unter Yoga versteht, nur noch ein schwacher Abklatsch von dem ist, was die ursprüngliche Form von Yoga war, das können wir schon daran sehen, daß heute jede(r) Spießbürger/in mit diesem Geistaccessoire kokettiert, deswegen läßt man sich dabei doch mit geistigen Wesenheiten und ihren Wirkungen ein und die sollte man kennen, wenn man sich Yoga zuwendet. Dazu ist der heutige Durchschnittsmensch leider zu seicht und zu bequem, er tut sehr viel von dem, was ihn aber gar nicht interessiert, was die Konsequenzen davon sind. Das ist ihm zu viel, wenn er alles, was er tut auch noch hinterfragen sollte, das würde ja den Schlaf und die süßen Träume stören. Das ist jedoch die Aufgabe des Menschen in der Gegenwart alles zu hinterfragen, alles mit dem Bewußtsein zu durchdringen. Ob der Mensch sich die Mühe gemacht hat nachzufragen, wie das was er tut wirkt oder ob er das nicht getan hat, deswegen sind diese Konsequenzen doch da und im Fall von Yoga sind sie gar nicht angenehm und süß.

Alles zu seiner Zeit und an seinem Ort, diese Gesetzmäßigkeit jeder Entwicklung müssen wir immer besser verstehen lernen. Die Zeit von Yoga ist vorüber, seit vielen Jahrhunderten, seit dem Mysterium von Golgatha. Wer sich in Europa diesem Weg zuwendet, ist um diese Jahrhunderte hinter der menschlichen Entwicklung zurückgeblieben, deswegen fehlt ihm die Kraft, sich dem zuzuwenden, was den Menschen an der Zukunft teilhaben läßt.

Rüdiger Keuler, September 2012

 



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