Ahriman

Wer heute noch vom Teufel spricht darf dies nur im bildlichen Sinne tun. Glaubt er wirklich an ein solches Wesen und spricht dies aus, so wird er verlacht, wird nicht mehr ernst genommen. Und doch wäre es für die Menschheit von dringender Bedeutung sich damit zu beschäftigen, welche Wesenheiten sich hinter dem verbergen, was man früher nicht bildhaft sondern tatsächlich mit diesem Begriff in Zusammenhang brachte. Ich sagte Wesenheiten, also Plural, weil es wirklich nicht nur eine einheitliche Wesenheit ist, die mit diesem Wort vermengt wurden. Heute glaubt man ja nicht mehr daran. Selbst Goethe vermischte noch zwei verschiedene Wesenheiten in seiner Figur des Mephistopheles. Rudolf Steiner schildert, wie Goethe gerade deswegen, weil er unbewußt von seiner Figur unbefriedigt war, es schwer hatte im späteren Alter den zweiten Teil seines Fausts zu vollenden. Erst durch Rudolf Steiner wurde in diese Angelegenheit wieder Klarheitund Wissen hineingebracht. Die anthroposophische Geisteswissenschaft spricht, wenn von den Widersachermächten der menschlichen Entwicklung die Rede ist, von Luzifer und von Ahriman. (Von den Wesenheiten, die der Menschheitsentwicklung entgegenarbeiten und die in der Hierarchie der Götter noch höher stehen, die den Namen Asuras tragen, wollen wir hier absehen.)

Luzifer wird in der Anthroposophie als die teuflische Macht geschildert, die den Menschen von der Erde und den menschlichen Aufgaben, die mit der Erdentwicklung verbunden sind, abbringen will, um ihn um die Früchte zu bringen, die ihm diese Erdentwicklung, die Bewältigung dieser Aufgaben bringen soll. Er ist der Gott der Überheblichkeit, der Selbstüberschätzung und der Eitelkeit, des Egoismus, der die irdische Materie verachtet, der Gott der Vereinheitlichung. Ahriman ist der, der den Menschen suggeriert es gäbe keinen Geist, es gäbe nur Materie, der Gott der Macht des Mammons, der Differenzierung bis zur Vereinzelung, bis zur Isolierung, der Gott des Darwinismus, des Materialismus, des Positivismus. Dies ist nur eine erste grobe Skizzierung dieser beiden Wesenheiten.

Es ist nun für den Menschen und seine Entwicklung mehr als notwendig, sich mit diesen Wesen und ihren Wirkungen auseinander zu setzen. Der Mensch der Gegenwart ist zwischen diese beiden hineingestellt und muß seinen Weg suchen, zwischen ihnen hindurch. Er darf sie nicht scheuen, er muß ihnen bewußt begegnen, sich ihren Kräften aussetzen. Indem der Mensch die Wirkungen, die von diesen ausgehen, zum Ausgleich bringt, entwickelt er sich gerade in der richtigen Weise in die Zukunft hinein, je mehr er sie scheut, umso mehr verfällt er ihnen. Indem er die beiden Waagschalen Luzifer und Ahriman bewußt ins Gleichgewicht bringt, verbindet er sich mit dem Christus, wird er erst wirklich Mensch. „Ja, darum handelt es sich nicht (um die Meidung der luziferischen und ahrimanischen Einflüsse), sondern es handelt sich darum, Ahrimanisches und Luziferisches zu betrachten wie zwei Waagschalen, die beide da sein müssen. Und den Waagebalken, der im Gleichgewichtszustande zwischen beiden ist, müssen wir darstellen. Das ist dasjenige um was es sich handelt.“ Rudolf Steiner in „Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis“ GA 191, Seite 219 in der Ausgabe von 1983. Kennt er jedoch diese beiden und ihr Wirken nicht, so muß er ihnen verfallen – und untergehen. Obwohl es nun dem Menschen feindlich gesinnte Mächte sind, ist nicht alles was von ihnen kommt nur schlecht und abzulehnen. So verdankt die Menschheit Luzifer die Gabe der Sprache und des Denkens. Es handelt sich darum, ihnen das zu entreißen was der Menschheit frommt, ohne ihnen zu verfallen. Aber dazu muß man sie und ihr Wirken kennen. Dieser ganze Zusammenhang ist für uns aktueller denn je und das hängt mit folgendem zusammen:

Im dritten Jahrtausend vor Christi Geburt inkarnierte sich Luzifer in China und brachte der Menschheit eine Fülle an kosmischer Weisheit. Eine Weisheit, die gleißend war, jedoch ohne Moral. Die damals führenden Eingeweihten wußten um die Gefahr, die damit verbunden war und empfingen diese Weisheit in selbstloser Weise und gebrauchten sie so, daß sie der Menschheit zum Heile gereichte. Es ist die vorchristliche Urweisheit der Menschheit, das was als letzter Rest noch in der Gnosis enthalten war. Dann erfolgte am Beginn unserer Zeitrechnung das Mysterium von Golgatha. Nun leben wir in der Zeit, in der eine Inkarnation Ahrimans im Fleische stattfinden wird. Zur Zeit der Inkarnation Luzifers hat der allergrößte Teil der Menschheit nicht bewußt an dieser Erscheinung Luzifers teilgenommen. Die Menschen duften diese verschlafen. Daß sich das Richtige vollzogen hat, lag in den Händen weniger Eingeweihter. Ebenso erlebte nur ein ganz kleiner Teil, ein verschwindend kleiner Teil der Menschheit bewußt das Erscheinen des Sonnengottes Christus auf Erden. Heute aber muß die Menschheit bewußt teilnehmen am Erscheinen Ahrimans und muß sich aus dem eigenen Bewußtsein heraus zu diesem Erscheinen Ahrimans stellen. „Um zu dieser Luziferinspiration dasjenige hinzuzufügen, was diese Luziferinspiration aus der Einseitigkeit herausholt, kam die Christus-Inkarnation. Und damit kam dasjenige, was nun den menschheitlichen Erziehungsimpuls bildet für die Entwickelung der europäischen Zivilisation und ihres amerikanischen Anhanges. Aber seit der Mitte des 15. Jahrhunderts, seit in der Menschheitsentwickelung entstanden ist der Antrieb vorzugsweise zur Individualitäts-, zur Persönlichkeitsentwickelung, liegen in dieser Entwickelung auch die Kräfte, die eine neue Inkarnation eines übersinnlichen Wesens wiederum vorbereiten. Und ebenso wie es gegeben hat eine fleischliche Inkarnation Luzifers, wie es gegeben hat eine fleischliche Inkarnation des Christus, so wird es, ehe auch nur ein Teil des dritten Jahrtausends der nachchristlichen Zeit abgelaufen sein wird, geben im Westen eine wirkliche Inkarnation Ahrimans: Ahriman im Fleische. Dieser Inkarnation Ahrimans im Fleische kann nicht etwa die Erdenmenschheit entgehen. Die wird kommen. Es handelt sich nur darum, daß die Erdenmenschheit ihre richtige Stellung finden muß zu dieser ahrimanischen Erdeninkarnation.

In alledem, was auf diese Art vorgeht, wenn sich solche Inkarnationen vorbereiten, muß hingesehen werden auf dasjenige, was nach und nach in der Menschheitsentwickelung hinführt zu solchen Inkarnationen. Solch eine Wesenheit wie Ahriman, die sich eine gewisse Zeit nach der unsrigen hier auf der Erde in der westlichen Welt inkarnieren will, bereitet ihre Inkarnation vor. Eine solche Wesenheit wie Ahriman, der auf der Erde inkarniert werden will, lenkt gewisse Kräfte in der menschlichen Entwickelung so, daß sie dieser Wesenheit zu ihrem ganz besonderen Vorteil gereichen. Und schlimm wäre es, wenn die Menschen schlafend dahinleben würden und gewisse Erscheinungen, die im Menschenleben vor sich gehen, nicht so nehmen würden, daß sie in ihnen erkennen können eine Vorbereitung für die fleischliche Inkarnation des Ahriman. Nur dadurch werden die Menschen die rechte Stellung finden, daß sie erkennen: In dieser oder jener Tatsachenreihe, die der menschheitlichen Entwickelung angehört, muß man erkennen, wie Ahriman vorbereitet sein irdisches Dasein. Und heute ist es an der Zeit, daß einzelne Menschen wissen, welche von den Vorgängen, die um sie herum sich abspielen, Machinationen Ahrimans sind, die – ihm zum Vorteil – seine demnächstige irdische Inkarnation womöglich vorbereiten.

Am günstigsten würde es ja zweifellos für Ahriman sein, wenn er es dahin brächte, daß die weitaus größte Anzahl der Menschen keine Ahnung hätte von dem, was eigentlich zur Begünstigung seines Daseins hinführen könnte; wenn die weitaus größte Anzahl von Menschen so dahinleben würde, daß diese Vorbereitungen für die Ahrimaninkarnation abliefen, aber die Menschen sie für etwas Fortschrittliches, Gutes, der Menschheitsentwickelung Angemessenes hielten. Wenn sich gewissermaßen Ahriman in eine schlafende Menschheit hineinschleichen könnte, dann würde ihm das am allerangenehmsten sein. Deshalb müssen diejenigen Ereignisse aufgezeigt werden, in denen Ahriman arbeitet für seine künftige Inkarnation.

Sehen Sie, eine derjenigen Entwicklungstatsachen, in denen, ich möchte sagen, deutlich zu vernehmen ist der Impuls des Ahriman, das ist die Verbreitung des Glaubens unter der Menschheit, daß man durch jene mechanisch-mathematische Erfassung des Weltenalls, welche durch den Galileismus, Kopernikanismus und so weiter gekommen ist, wirklich verstehen könne dasjenige, was da draußen im Kosmos sich abspielt. Deshalb muß ja streng von anthroposophisch orientierter Geisteswissenschaft betont werden, daß man Geist und Seele suchen muß im Kosmos, nicht bloß dasjenige, was der Galileismus, der Kopernikanismus suchen als Mathematik, Mechanik, wie wenn die Welt eine große Maschine wäre. Es würde eine Verführung durch Ahriman sein, wenn die Menschen stehenbleiben dabei, nur die Umlaufzeiten der Gestirne zu berechnen, nur Astrophysik zu studieren, um hinter die stofflichen Zusammensetzungen der Himmelskörper zu kommen, worauf die Menschen heute so stolz sind. Aber es würde schlimm sein, wenn nicht entgegengehalten würde diesem Galileismus, diesem Kopernikanismus dasjenige, was man wissen kann über die Durchseelung des Kosmos, über die Durchgeistigung des Kosmos. Das ist es, was Ahriman aber zugunsten seiner irdischen Inkarnation ganz besonders vermeiden möchte. Er möchte gewissermaßen die Menschen so stark in der Dumpfheit erhalten, daß sie nur das Mathematische der Astronomie begreifen.“ Ebenda, Seite 198 ff. (Betonung vom Verfasser).

Das was in der Vergangenheit von wenigen so gelenkt wurde, daß es zum Heile der Menschheit ausschlug, muß heute von der Menschheit, zumindest von großen Teilen der Menschheit geleistet werden. Wir müssen wahrnehmen auf welche Art Ahriman seine Inkarnation vorbereitet. Ahriman ist der Gott der Lüge, heute ist die Lüge an die Stelle der Wahrheit getreten. Wer lügt macht Karriere, wird bejubelt, wer die Wahrheit sagt wird verfolgt, eingesperrt, ausgegrenzt, auch daran erkennen wir den Schattenwurf der bevorstehenden Inkarnation Ahrimans. Durch die Gewöhnung an die Lüge bereitet er sein Erscheinen vor. Ahriman wird sich als der Messias feiern lassen, um den Satan als Erlöser ausgeben zu können, dazu bedarf es der Tatsache, daß die Wahrheit auf den Kopf gestellt wird: Lüge ist wahr, Wahrheit die Lüge. Wir werden alle unsere Denk- und Geisteskräfte anstrengen müssen, um ihm nicht zu verfallen und vor allem unsere Willenskräfte werden wir enorm aktivieren müssen, um dasjenige zu verinnerlichen, was uns als die anthroposophische Geisteswissenschaft geschenkt wurde. „Ahriman würde den Menschen durch die grandiosesten Künste alles dasjenige bringen, was bis dahin nur mit großer Mühe und Anstrengung erworben werden kann an hellseherischem Wissen, wie es hier gemeint ist. Denken Sie sich, wie unendlich bequem das sein würde! Die Menschen würden gar nichts zu tun brauchen. Sie würden materialistisch hinleben können, sie würden essen und trinken können, so viel eben nach der Kriegskatastrophe da ist, und würden sich nicht zu kümmern brauchen um irgendein Geistestreben. Die Ahrimanströmungen würden ihren „schönen, guten“ Verlauf nehmen. Wenn im richtigen Zeitpunkt Ahriman in der westlichen Welt inkarniert wird, würde er eine große Geheimschule gründen, in dieser Geheimschule würden die grandiosesten Zauberkünste getrieben werden, und über die Menschheit würde ausgegossen werden alles dasjenige, was sonst nur mit Mühe zu erwerben ist.“ Ebenda, Seite 273. Würde dem Menschen die höchsten Wahrheiten geschenkt, ohne daß er sie sich selbst erringen müßte, ohne das er sie sich selbst zu eigen machen müßte, so wären sie zu seinem Verderben, denn er würde in Abhängigkeit bleiben, also der Freiheit Verlust gehen und er würde sein Ich verlieren, beziehungsweise nicht erreichen, das in Freiheit erworben, errungen werden muß. Damit ist von vornherein klar wo Ahriman vorzugsweise seine Opfer/Anhänger finden wird: Unter den religiös Gläubigen und unter den „Anthroposophen“. Überall dort wo sich Autoritätsgläubigkeit findet, nach dem Motto: Wo lassen Sie denn denken? In Rom oder in Dornach, beim Robert-Koch-Institut (RKI) oder in Brüssel, in Berlin oder dem zentralen Empörungsrat der Juden? Überall dort wo sich die geistige Bequemlichkeit einnistet ist Ahriman siegreich. „Man darf sich wiederum nicht philiströs vorstellen, daß Ahriman, wenn er herunterkommt, eine Art von „Krampus“ ist, der den Menschen allen möglichen Schabernack antut. O nein, alle die Bequemlinge, die heute sagen: Wir wollen nichts von Geisteswissenschaft wissen –, die würden seinem Zauber verfallen, denn er würde in grandiosester Weise die Menschen in großen Mengen durch Zauberkünste zu Hellsehern machen können. Nur würde er allerdings die Menschen so zu Hellsehern machen, daß der einzelne Mensch furchtbar hellsichtig würde, aber ganz differenziert: Dasjenige, was der eine sehen würde, würde der andere nicht sehen, nicht ein dritter! Die Menschen würden alle durcheinanderkommen, und trotzdem sie ein Fundament von hellseherischer Weisheit empfangen würden, würden sie nur in Streit und Hader kommen können, denn die Gesichte der verschiedenen Menschen wären die verschiedensten. Schließlich aber würden die Menschen mit ihren Gesichtern sehr zufrieden sein, denn sie würden ja ein jeder in die geistige Welt hineinsehen können. Die Folge davon würde aber wiederum sein, daß alles, was Erdenkultur ist, dem Ahriman verfiele. Die Menschheit würde dem Ahriman verfallen, einfach dadurch, daß sie sich nicht selbst angeeignet hat, was ihr dann Ahriman geben würde. Das wäre der allerschlechteste Rat, den man den Menschen geben könnte, wenn man ihnen sagte: Bleibt nur, wie ihr seid! Ahriman wird euch ja alle hellsehend machen, wenn ihr es wollt. Und ihr werdet es wollen, denn Ahriman wird eine große Macht haben! – Aber die Folge davon würde sein, daß auf der Erde das Ahrimanreich errichtet würde, daß die ganze Erde verahrimanisiert würde, daß da gewissermaßen zugrunde gehen würde, was bisher von der Menschenkultur erarbeitet worden ist. Erfüllen würde sich alles dasjenige, was im Grunde in unbewußter Tendenz die gegenwärtige Menschheit ja eigentlich heillos will.“ Ebenda, Seite 273. Die Unterschiedlichkeit der geistigen Wahrnehmungen, die die Menschen dann hätten, erklärt sich aus der geistigen Gesetzmäßigkeit, daß der Mensch, wenn er diese Welt betritt, ohne an seiner Seele gearbeitet zu haben und ohne daß er diese in Selbsterkenntnis erkennen gelernt hat, dort nur seine eigenen Mängel und Fehler von den Dämonen gespiegelt erhält und ohne daß er es weiß nur die geistigen Gegenbilder seines eigenen Wesens als Illusionen erlebt. So hängt nicht nur das Schicksal des Einzelnen davon ab, ob er sich dazu aufraffen kann den Weg zurück zum Geiste sich zu erringen, zu erarbeiten, sich geistig zu erschufften, sondern es hängt auch das Schicksal der Menschheit und der Erde davon ab, ob sich genügend Menschen finden werden die bereit sind diesen Weg zu gehen. Der andere, der „bequeme“ Weg im Strom des Ahrimans ist letztendlich der viel unbequemere, ja unsäglich leidvolle Weg. Er führt den Menschen zur Verhärtung des Leibes und dem Verlust der Seele und des Ich, er muß dann ein insektenähnliches Dasein auf der Erde führen (siehe der Vortrag von Rudolf Steiner „Der Verfall des menschlichen Intellektes und das Sichwehren des Menschen gegen die Spiritualität“ den wir vor Jahren schon als Sonderdruck herausgegeben haben und der in begrenzter Zahl noch erhältlich ist). „Dasjenige, um was es sich handelt, ist nun dieses: Gerade diejenige Zukunftsweisheit, die hellsichtiger Art ist, diese Zukunftsweisheit, die muß wiederum dem Ahriman abgenommen werden. Man kann sagen: Es ist nur ein Buch, nicht zwei Weisheiten – ein Buch. – Es handelt sich nur darum, ob Ahriman das Buch hat oder Christus. Christus kann es nicht haben, ohne daß die Menschheit dafür kämpft. Und die Menschheit kann nur dadurch dafür kämpfen, daß sie sich sagt, sie müsse bis zu demjenigen Zeitpunkt, in dem Ahriman auf der Erde erscheint, durch eigene Anstrengung diesen Inhalt der geistigen Wissenschaft errungen haben. … Also es handelt sich nicht darum, daß die Menschheit einfach die Zukunftsweisheit empfange, sondern darum, daß die Menschheit diese Zukunftsweisheit sich erarbeite, und daß diejenigen, die sie erarbeiten, die Verpflichtung übernehmen, die Erdenkultur zu retten; die Erdenkultur für Christus zu retten, so wie die alten Rishis und Eingeweihten die Verpflichtung übernommen hatten, nicht nachzugeben dem Ansinnen Luzifers, die Menschheit von der Erde hinwegzuführen. … Wie diese Initiierten der Urweisheit dem Luzifer dasjenige abringen mußten, was menschlicher Verstand geworden ist, so muß dasjenige, was Einsicht in das innere Wesen der Dinge in der Zukunft sein soll, abgerungen werden den ahrimanischen Mächten.“ Ebenda, Seite 274. Die größten Feinde der Menschen und der Menschheit finden wir also in uns selbst, in Furcht, Faulheit und Bequemlichkeit. „Und eine wichtige Entscheidung läge schon darin, wenn in der Gegenwart die Menschenseelen etwa nicht erglühen könnten für das, was der geistige Inhalt der Geisteswissenschaft ist. Denn der erste Anstoß zum Erstarren der Erde würde dann gegeben werden von menschlichen Seelen, von der Lässigkeit und Faulheit und Bequemlichkeit der menschlichen Seelen.“ Ebenda, Seite 276.

Es hat sich mir hier nicht darum gehandelt, alle die einzelnen Strömungen, welche auf Ahrimans Erscheinen hinarbeiten und dazu beitragen sollen, daß seine Mission für ihn möglichst erfolgreich verläuft, darzustellen. Dies ist ein Thema, das in der Vergangenheit immer wieder von mir aufgegriffen wurde und auch in der Zukunft im Heft behandelt wird, wichtig war mir zu zeigen, daß gerade das für die menschliche Wesenheit gefährlichste Wesen heute von den Menschen am wenigsten beachtet wird und derjenige, der es zur Sprache bringt verhöhnt und verlacht wird. „Den Teufel kennt das Völkchen nie und wenn er sie am Kragen hätte“, dieses Zitat von Goethe ist aktueller als zu seinen Lebzeiten. Unzweifelhaft ist auch, daß wir in einer „Kultur“ leben, die Ahriman unbewußt verehrt und vergöttert, eine Kultur die ihm schon weitgehend verfallen ist. „Am günstigsten würde es ja zweifellos für Ahriman sein, wenn er es dahin brächte, daß die weitaus größte Anzahl der Menschen keine Ahnung hätte von dem, was eigentlich zur Begünstigung seines Daseins hinführen könnte; wenn die weitaus größte Anzahl von Menschen so dahinleben würde, daß diese Vorbereitungen für die Ahrimaninkarnation abliefen, aber die Menschen sie für etwas Fortschrittliches, Gutes, der Menschheitsentwickelung Angemessenes hielten. Wenn sich gewissermaßen Ahriman in eine schlafende Menschheit hineinschleichen könnte, dann würde ihm das am allerangenehmsten sein.“ Geisteswissenschaft ist weniger ein Wissen, es ist ein Erwachen für das, was täglich um uns herum unbemerkt als Wirklichkeit sich vollzieht und was die Menschen ach so gerne verschlafen, oftmals gerade die am meisten, die sich für besonders wach halten.

Rüdiger Keuler, Dezember 2013

 



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