Wutbürger

 

Zum ersten Mal begegnete mir der Begriff Wutbürger als Diffamierung der Menschen, die sich empören über die Politik, die die Bundesregierung zum Schaden des einheimischen Volkes und über die Köpfe der eigenen Bürger hinweg – was dieses System ja eindeutig als Diktatur kennzeichnet – betreibt und die diese Empörung auf die Straße treibt, wo sie öffentlich machen, was in diesem Land passiert. Da dies dem herrschenden Regime nicht gefällt, müssen diese Menschen in einen schlechten Ruf gebracht, diffamiert werden und dafür sind in unserem Land die GEZtapo-Medien und die Systempresse und die Menschen, die das Lügen zu ihrem Beruf gemacht haben da: Die Journalisten, die Pfaffen und die Politiker. Es ist also ein Begriff, der in Wirklichkeit eine positive Bedeutung hat. Jahrzehnte, ja man kann sagen Jahrhunderte lang haben die Menschen nicht nur in Deutschland, aber dort ganz besonders, die Dinge geschehen lassen. Man hat sich aus der Lethargie heraus nicht so genau für das interessiert was wirklich geschehen ist und wenn man nicht mehr imstande war darüber hinwegzuschauen, hat man es achselzuckend zur Kenntnis genommen, sich seinem Alltagsleben zugewandt und halt noch eine Flasche Bier aufgemacht, um das Leben erträglich zu machen. Aus einer inneren Wollust heraus gab man sich gerne den Illusionen hin, die uns durch die Medien vorgegauckelt werden. Die Gleichgültigkeit der Menschen, die Paralyse ihres Seelenlebens hat einen nie dagewesenen Höhepunkt erreicht. Ist es da verwerflich, wenn die Menschen sich nun empören, wenn sie ihre Lethargie überwinden? Sicher nicht! Wir müssen es als ein gutes Zeichen betrachten, daß sich Veränderungen anbahnen könnten. Vielleicht ist dieses Aufbegehren der Keim für ein Erwachen der Menschen, dafür, daß sie sich auf ihre Aufgaben besinnen. „Die Menschen hören heute von den bedeutsamsten Dingen, die in die Zerstörung, in den Niedergang hineinführen müssen, und sie können nicht einmal entrüstet sein darüber. … Wer aber über diese Dinge nicht entsetzt sein kann, der hat auch nicht die Kraft, den Sinn für die Wahrheit zu entwickeln.

Das ist dasjenige, worauf heute hingewiesen werden muß, daß eine gesunde Entrüstung über das Ungesunde der Quellpunkt sein muß für die Begeisterung, für die neuen notwendigen Wahrheiten. Es ist heute sogar weniger notwendig, daß man den Menschen Wahrheiten überliefert, als es notwendig ist, daß man in diese lethargischen Nervensysteme Feuerkraft hineinbringt. Denn Feuerkraft ist heute dem Menschen notwendig, nicht mystische Schläferei. Nicht Sehnsucht nach mystischer Ruhe, sondern Dienen dem Geistigen, das ist es, um was es sich heute handelt. Die Verbindung mit dem Göttlichen muß heute in der Aktivität, nicht in der mystischen Faulheit und Bequemlichkeit gesucht werden.“ Das Zitat von Rudolf Steiner findet sich in dem Zyklus „Gegensätze in der Menschheitsentwickelung“ GA 197, auf Seite 56, in der Ausgabe von 1986. Die Vorträge wurden in Stuttgart im Jahre 1920 vor Anthroposophen gehalten, deswegen die Erwähnung der mystischen Schläfrigkeit. In der ganzen Vortragsreihe spricht er mit ungewöhnlicher Schärfe und Deutlichkeit, trotzdem haben gerade in dieser Stadt die Anthroposophen die Anthroposophie, nach Dornach, am meisten verraten, ja die „Anthroposophen“ bilden geradezu den Gegensatz zu dem, was als Enthusiasmus, als Keim für die weitere Entwicklung der Menschheit erwartet werden muß. Schon vor 30 Jahren hat ein, dem Mythos nach großer, von Kügelgen, es im Kindergartenseminar in Stuttgart abgelehnt von den zwei Jesusknaben zu sprechen, da man die Seminaristen damit nur überfordern würde. Und das obwohl gerade die Anthroposophen in der Verpflichtung standen und stehen die Anthroposophie für die Menschheit fruchtbar zu machen. Das scheint schon damals ein großes Problem gewesen zu sein, deshalb kommt es dann zu folgenden Worten: „Und man möchte schon, daß einmal eine genügend große Anzahl von Menschen den Ernst der gegenwärtigen Zeit einsähe und die Kraft fände, aus diesem Ernst heraus nun wirklich zu einem Neuen zu kommen. Das ist das recht Betrübliche, daß die Menschen der Gegenwart große Aufgabe haben und am liebsten diese großen Aufgaben verschlafen möchten. Das war im Grunde genommen seit Jahrzehnten die Aufgabe, die gerade durch die anthroposophische Bewegung gestellt werden sollte: die schläfrige Menschheit aufzurütteln, hinzuweisen darauf, daß der Menschheit heute etwas gegeben werden muß, was wirklich die Seelenverfassung gegenüber derjenigen, die jetzt besteht, so umgestaltet, wie sie am Morgen beim Aufwachen die träumende Seelenverfassung in die des vollwachen Tageslebens umgestaltet.“ Im selben Vortrag Seite 55. Stattdessen hat man es vorgezogen selbst „selig“ wie ein Kleinkind weiterzuschlafen. Die „Anthroposophen“ kann man deswegen mit einem Menschen vergleichen, der an der Quelle liegend verdurstet, weil er zu faul ist zu trinken und der hinterher noch die Quelle mit seinem Kadaver vergiftet. Gehen Sie einmal nach Dornach, dort wabbert der geistige Verwesungsgestank durch die Straßen.

Im folgenden Vortrag stellt er drei, in der Menschheitsentwicklung nach großen Gesichtspunkten, weltgestaltend wirkende geistige Richtungen der Anthroposophie gegenüber. Während die Ersteren, das angelsächsische Logentum, die vom Jesuitismus gelenkten kirchlichen Gemeinschaften, und der Kommunismus zerstörend an der weiteren menschlichen Entwicklung arbeiten, kommen die Impulse, die dem Niedergang entgegenwirken, ausschließlich aus der Geisteswissenschaft. Dann vergleicht er den Enthusiasmus, die Intensität mit der in den drei Geistesströmungen gearbeitet wird mit dem der Anthroposophen. „Aber der Unterschied wäre furchtbar groß, wenn man sich vor Augen rücken würde die Intensität, mit der die drei andern charakterisierten Geistesströmungen für das eintreten, was sie an die Oberfläche bringen wollen, und was an Intensität des Interesses der geisteswissenschaftlichen Bewegung entgegengebracht wird. Denn diese geisteswissenschaftliche Bewegung wird im Grunde genommen doch außerordentlich oberflächlich aufgefaßt, oberflächlich in Empfindung und im Gefühlshaften, während die andern Bewegungen gerade vom Empfindungs- und Gefühlshaften in unbegrenzter Intensität aufgefaßt werden.
Wer macht sich denn im Grunde genommen klar, so daß er es in die Mitte seines ganzen Empfindens und Denkens stellt, daß es sich für ein ernsthaftes Eingreifen in weltgestaltende Kräfte von seiten der Geisteswissenschaft darum handelt, dasjenige zur Geltung und Anerkennung unter den Menschen zu bringen, was von unserem Gesichtspunkte aus genannt wird die Initiationswissenschaft? Die Initiationswissenschaft, sie schließt heute das ernsteste Interesse der Menschheit ein. Das Interesse, das ihr von vielen, die da meinen, sich ehrlich dazu zu bekennen, entgegengebracht wird, ist doch ein ziemlich äußerliches, ein nach allen möglichen nebensächlichen Rücksichten eingerichtetes.
Initiationswissenschaft haben, wenn auch in einer für die Menschheit durchaus nicht vorteilshaften Weise, diejenigen, die ich oftmals genannt habe die eigentlichen Macher innerhalb der anglo-amerikanischen Weltbewegung. Initiationswissenschaft hat alles dasjenige, was vom Jesuitismus abhängig ist. Und eine Initiationswissenschaft eigentümlicher Art hat auch der Leninismus. Denn daß der Leninismus versteht, sich in einer so klugen Weise durch die Verstandesformen des Kopfes auszudrücken, das hat seinen ganz bestimmten Grund. Im Leninismus arbeitet sich an die Oberfläche der Menschheitsentwickelung die Klugheit des menschlichen Tieres, die Klugheit der menschlichen Animalität. Alles dasjenige, was aus den menschlichen Instinkten, aus menschlicher Selbstsucht fließt, das nimmt Interpretationen und Formen an in dem, was im Leninismus und Trotzkismus in einer äußerlich so klug scheinenden Weise zutage tritt. Das Tier will sich einmal als gescheites Tier an die Oberfläche arbeiten und will alle ahrimanischen Kräfte, welche das Ziel haben, Menschliches, spezifisch Menschliches auszuschließen, und alles dasjenige, was an Klugheit verbreitet ist in der Tierreihe – ich habe es oftmals betont –, zu menschheitsgestaltenden Kräften zu machen.“
Seite 59. Es folgt ein Beispiel welches uns auf die Klugheit, die auch im Tierreich, wenn auch in einseitiger Weise herrscht, hinweist, nämlich die Papierherstellung, welche der Mensch erfinden mußte und die von der Wespe schon seit Millionen von Jahren beherrscht wird, um dann fortzufahren: „Da ist die menschliche Klugheit innerhalb der Tierheit drinnen. Und wenn Sie zusammennehmen alles dasjenige, was in der Tierheit ausgebreitet ist an solcher Klugheit, und wenn Sie sich denken, daß die ahrimanischen Kräfte dieses aufnehmen, um es heraufzuschöpfen in die menschlichen Köpfe derjenigen, die nur nach egoistischen Instinkten gehen, dann werden Sie begreifen, daß eine Wahrheit darin sein kann, wenn man sagt, Lenin, Trotzki und ähnliche Leute sind die Werkzeuge dieser ahrimanischen Mächte. Das ist eine ahrimanische Initiation, die einfach einer andern Weltensphäre angehört, als unsere Weltensphäre ist. Aber es ist eine Initiation, die in ihrem Schoße die Macht hat, die menschliche Zivilisation von der Erde hinwegzubekommen, alles dasjenige, was sich als menschliche Zivilisation gebildet hat, hinwegzubekommen von der Erde.“ Seite 60. Ich habe schon mehrmals darauf hingewiesen, wie wir in seinen Extremen diese Tierheit am besten studieren können, zum Beispiel im Phänomen der Antifa. Da glotzt Ihnen das Tier oft aus vormals menschlichen Antlitzen schockierend entgegen, und in der Gendererziehung, wo man die Kinder dazu erziehen will die sexuellen Triebe auf der rein tierischen Ebene auszuleben. Das sind die Erscheinungsformen die uns am deutlichsten zeigen, welcher Geist sich hinter Brüssel und der US-amerikanischen Regierung der Kolonie Deutschland verbirgt: Das Vieh, auf der Ebene des Menschen, welches man dann aber nicht mehr als menschlich bezeichnen kann.

Die so geschickt metamorphosierte Form, daß es die Menschen nicht merken, des Kommunismus ist in die EU eingeflossen. Wir können also wissen, was uns bevorsteht, wenn es nicht gelingt, den Kräften, die von Brüssel aus wirken genügend Kräfte die aus der Anthroposophie hervorgehen, entgegenzustellen. „Wenn wir der Welt erst zum Verständnis bringen, daß es heute eigentlich nur zwei Bewegungen gibt, die miteinander zu ringen haben, das ist auf der einen Seite der die Welt in den Sumpf hineinführende Bolschewismus, auf der anderen Seite die Dreigliederung des sozialen Organismus, dann sind die Menschen auch vor die Wahl gestellt, sobald sie sehen, daß es mit den alten Impulsen nicht mehr weitergeht! Daß es entweder geschehen muß, daß diejenigen, die in vernünftiger Weise die Kultur vorwärtsführen wollen, allmählich in den Dreigliederungsimpuls sich hineinleben müssen, oder daß, wenn die Menschen dazu zu bequem sind, der Bolschewismus Europa überfluten und die europäische Kultur barbarisieren wird.“ Auch dieses Zitat ist von Rudolf Steiner, aus „Die Erkenntnis-Aufgabe der Jugend“ GA 217a, Seite 37, in der Ausgabe von 1981. Keine Frage, wir leben bereits im fortgeschrittenen Stadium der Barbarisierung. Die Menschen haben nicht verstanden, sie wollten nicht verstehen, welche großen menschheitlichen Aufgaben mit der Anthroposophie verbunden sind, allerdings nicht mit der „Anthroposophie“ welche von der Dornachsekte auf die Ebene der egoistischen, mystisch-schläfrigen Verkenntnis gezogen wurde(1). „Und dasjenige, was folgen würde, wenn das sich bewahrheitet, was in diesen Sätzen liegt (es ging dabei um die Ablösung aller Religion und Ethik durch das naturwissenschaftliche Weltbild), ist, daß die menschliche Gesellschaft über die ganze Erde hin sich verwandeln müßte in eine Tierherde, die nur raffiniert denken kann. Wenn sich nicht die Möglichkeit findet, daß Gegenkräfte erwachen gegen dasjenige, was jetzt im Osten Europas groß wird und nach Asien hinüber sich mit rasender Schnelligkeit ausbreitet, dann ist es so, daß alle Zivilisation dem Untergang geweiht ist. Dann würden sich solche Ideale verwirklichen.
Ich glaube nicht, daß es gerechtfertigt ist gegenüber solchen weltgeschichtlichen Impulsen, wenn da oder dort Leute auftreten, die wünschen, daß das vielfach getrieben mystische Schwätzen im engsten Kreise, welches, gegen meine Intensionen, in der langen Zeit, in der anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft jetzt schon da ist, da oder dort als ein Ideal betrachtet worden ist, in irgendeiner Weise fortgesetzt werde, ohne Rücksicht darauf, was die großen Interessen der Erdenmenschheit von uns fordern. Wir müssen den Willen haben, in diese großen Interessen der Menschheit vorurteilsfrei hineinzuschauen. Wir müssen uns bequemen, nicht bloß theoretisch verstandesmäßig, sondern instinktiv ganz Ernst zu machen mit gewissen Grundlehren, welche verdeckt sind durch alle europäischen und amerikanischen Bekenntnisse und welche man noch weiter verdecken will.“
Wieder GA 197, diesmal Seite 62. Wäre es da nicht angebracht uns angesichts dieser großen Aufgaben, angesichts der Konsequenzen die mit der Nichterfüllung dieser Aufgaben verbunden sind, uns der Lethargie, der Gleichgültigkeit zu entblöden, denn sie macht uns tatsächlich blöde? Wäre es nicht angebracht uns im Anblick der enormen Leiden und Unbequemlichkeiten, die auf uns zukommen, uns die innere Bequemlichkeit abzugewöhnen?

„Und man wird nur dadurch in der Welt vorwärtskommen können, daß erstens die Wahrheit eine innere Kraft hat; aber diese innere Kraft kann nur wirken, wenn zweitens hinzukommt, daß Menschen, wenn sie auch in noch so geringer Anzahl vorhanden sind, den Mut haben, diese Wahrheit in ihrer Seele zu tragen, ernsthaftig und aufrichtig und ehrlich und ohne Kompromisse in ihrer Seele tragen.“ Seite 71 aus GA 197. Und damit schließt sich der Kreis, woher soll dieser Mut denn kommen, wenn nicht aus der Feuerkraft, aus dem Enthusiasmus, aus der Empörung, aus der Entrüstung und diese wiederum aus der kompromißlosen Verbindung mit dem Geist? Freuen wir uns über jeden Wutbürger, vielleicht reicht seine Kraft so weit, um auch für das Geistige zu erwachen. Wir sollten um diesen Begriff zurechtzurücken das W mit einem M austauschen. Und aus dem Willen zur Wahrheit, der Feuerkraft die wir dazu brauchen, werden wir zum Menschsein zu uns selbst finden.

 

Natur, dein mütterliches Sein,

Ich trage es in meinem Willenswesen;

Und meines Willens Feuermacht,

Sie stählet meines Geistes Triebe,

Daß sie gebären Selbstgefühl,

Zu trage mich in mir.

 

„Ihr werdet die Wahrheit erkennen und die Wahrheit wird euch zur Freiheit führen.“ Das sind die Christusworte zur Bedeutung der Wahrheit in der Entwicklung der Menschheit. Ist es da nicht folgerichtig wenn die, die unsere Unfreiheit erzwingen wollen uns belügen? Belügen ohne Ende, denn jede Lüge fordert die nächste, die die erste verdecken muß. Rudolf Steiner spricht davon, daß die Wahrheit identisch ist mit dem Göttlichen. Die Lüge ist dann identisch mit dem Ahrimanischen, dann wissen wir auch, wem die dienen die uns belügen die uns betrügen, die uns beherrschen, die uns töten wollen.

Rüdiger Keuler, April 2016

(1)Die Schüler der Waldorfschule nahmen schon intuitiv diese Verschlafenheit wahr. So entstand unter ihnen der Witz: Wodurch unterscheidet sich der Anthroposoph vom Vogel? Der Vogel schläft auf dem Zweig, der Anthroposoph schläft im Zweig.

 



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