Moralität und Naturkatastrophen

 

Wer heute einen Zusammenhang zwischen den Naturkatastrophen und der menschlichen Moralität sucht, erlebt, wie ihm die meisten Menschen Unverständnis entgegenbringen, ja er kann von Glück reden, wenn er nicht für verrückt erklärt wird. Auch dieses Verhalten der Menschen gründet auf einem Denken, welches uns der Materialismus aufgenötigt hat. Auch das gehört zu den Denkgewohnheiten, die überwunden werden müssen.

Wir erleben in der Gegenwart, wie mit den Leidenschaften, Emotionen und Instinkten der Menschen Politik gemacht wird, die man aufpeitscht, um Macht zu entfalten, um die Herrschaft über die Völker zu gewinnen. Da sei auf der einen Seiten darauf hingewiesen, wie die sexuellen Triebe der Menschen aufgestachelt werden, um zu zerstören, die Familien, die Ehen, die gesunde Grundlage des sozialen Lebens, wie das Perverse als normal, das Kranke als moderne Freizügigkeit, als Entwicklung zu neuen grenzenlosen Möglichkeiten der Menschheit verdreht wird. Und wer nicht mitsingt im Hohelied der Abartigkeit, sieht sich tierischen Aggressionen, unmenschlichen Instinkten und Aggressionen ausgesetzt. Wir erleben ja zunehmend, daß die Kranken die Gesunden wegsperren, weil diese ihren Egoismen im Wege stehen. Schauen wir nach der Ukraine, so werden auch dort die antirussischen, die nazistischen Leidenschaften aufgeputscht, um das Machtterritorium des Westens, der Nato und der USA nach Osten ausdehnen zu können. Dazu ist jede Lüge, jede Unmenschlichkeit recht. „Unseren“ Politikern wurde dabei die Maske der Demokratie und der Freiheit, jedenfalls für die die erwacht sind, vom Gesicht gerissen und darunter kam ihre teuflische Fratze geifernd vor Machtgier zum Vorschein. Dasselbe spielt sich in Syrien ab, wo die emotionalen Rauschzustände der Radikalislamisten zur Zerstörung und zur Erzeugung des Chaos benutzt werden. Schauen wir wer sie benutzt, so stoßen wir auf die US-Amerikanische Machtgier und weniger in Erscheinung tretend, aber deswegen nicht weniger aktiv, auf die von Israel. Daß diese beiden Länder wiederum mißbraucht werden vom großen Geld, von der Hochfinanz, sei hier nur am Rande erwähnt. Worum es mir geht sind die enormen Affekte und Leidenschaften, die erregt werden und mit denen gewirkt wird. Wenn man von den Denkgewohnheiten, die uns der Materialismus aufgenötigt hat und die überwunden werden müssen spricht, so sind damit immer Abstraktionen, denen das Leben und die Realität fehlt, gemeint. So müssen wir uns fragen: Welche Konsequenzen sind für die Menschheit mit einem solchen Aufwühlen der Leidenschaften wirklich verbunden?

Am 21. April 1906 hält Rudolf Steiner in München einen Vortrag über „Das Innere der Erde“ GA 97. Er betont, daß es für den Eingeweihten schwieriger ist über diese Gebiete zu forschen, als über das, was mit der Entwicklung des Menschen und dem Kosmischen zusammenhängt, also zum Beispiel das, was wir in der „Geheimwissenschaft im Umriß“ finden. Und nicht nur das Erforschen dieser inneren Schichten der Erde ist schwierig, sondern auch das Verständnis dieser Dinge. So stand die damalige Zuhörerschaft, noch mehr als dies gewöhnlich schon mit den Forschungsergebnissen des Eingeweihten geschieht, diesen Darstellungen befremdet gegenüber. Rudolf Steiner sprach noch öfters und an anderen Stellen zu diesem Thema. Dadurch wurde das Verständnis für seine Zuhörer nicht grundlegend einfacher. Der ganze Komplex dieses Themas ist schwer verständlich, eine eingehende Durcharbeitung dieses Themas könnte nur vor einem Publikum geschehen, welches sich wirklich in die Grundlagen der Geisteswissenschaft mit all ihren Konsequenzen einleben will und nicht nur den Wunsch hat dies möge schon so sein. Ich ziehe mich nun aus der Bredouille indem ich mich auf einen ganz bestimmten Aspekt fokussiere und ich nähere mich diesem Thema auch nur, weil ich denke, daß das was ich vorbringen will, unbedingt ins Bewußtsein möglichst vieler Menschen gebracht werden müßte, denn die Menschheit muß die Konsequenzen ihrer Taten immer mehr kennenlernen, bevor es zu spät ist. Wenn man auch die anderen Vorträge in denen Rudolf Steiner zu diesem Inneren der Erde spricht im Bewußtsein hat, so kommt man zu folgender Einteilung die er vornimmt.

  1. Die mineralische Erde. Hier ist es einfach, da wir das kennen, es ist unsere Umgebung. Im Folgenden begnüge ich mich, warum habe ich gesagt, auf die reine Aufzählung dieser Schichten, mit wenigen Eigenschaften als Stichworte, um dann auf mein eigentliches Thema zu kommen.
  2. Weiche Erde: nicht verhärtet, dumpfe Empfindung vorhanden, lebenvernichtend.
  3. Dampferde: Expansionskraft.
  4. Form- oder Wassererde: alle physischen Formen im Negativ vorhanden.
  5. Fruchterde: „Könnte sie ins Freie gelangen, so würden wir an so einem Stück Fruchterde die Beobachtung machen, wie fortwährend Formen auf Formen aus ihr entständen und wieder vergingen. Sie besitzt gleichsam Seele, die Fähigkeiten einer nach Gestaltung ringenden Seele. Ebenda, Seite 268 in der Ausgabe von 1968.
  6. Feuererde: Lust und Leid empfindend. Die Leidenschaften der Menschen üben auf sie Einfluß aus. Wird unruhig, wenn die Leidenschaften der Menschen zunehmen.
  7. Erdenspiegel: Spiegelt die Dinge die hier auf der äußeren Schicht passieren, aber umgekehrt. „Alles, was hier passiv ist, ist dort aktiv, und umgekehrt.“ Ebenda, Seite 269.
  8. Der Zersplitterer: Wird durch etwas Lebendiges diese Schicht betrachtet, so erscheint dieses unendlich oft vervielfältigt. Diese Schicht ist der Sitz alles Unharmonischen, aller Unmoral, alles Unfriedens. Alles strebt dort auseinander. Sie ist das Gegenteil von Liebe. Kann ein Schwarzmagier bis zu ihr vordringen, so wird das Böse in ihm gewaltig verstärkt. Die Moral der Menschen hat darauf Einfluß. Wird der Mensch moralisch, beruhigt sich diese Zone.
  9. Diese „Schicht ist sozusagen der Wohnsitz des Planetengeistes. … Auch der Planetengeist ist Veränderungen unterworfen, die mit der Entwickelung der Menschen in engem Zusammenhang stehen.“ Ebenda, Seite 270.

Sie sehen, schon aus der Aufzählung der Eigenschaften dieser Schichten wird ersichtlich, wie schwierig dieser ganze Komplex zu verstehen ist. Darum will ich mich auf die 6. Schicht, die Schicht der Feuererde, mein eigentliches Thema, beschränken. Zusammenfassend sei nur gesagt, daß es die Aufgabe des Menschen für den Rest der Erdenentwicklung ist, diese Schichten und das Böse mit dem sie in Zusammenhang stehen zu verwandeln, in dem er sich selbst verwandelt, veredelt, zum Menschsein entwickelt. Das große Thema der Menschheit, liebt das Böse gut, hier finden wir seine Konkretisierung.

Doch wir wenden uns nun der Feuererde zu. „Nun aber schauen wir hinweg von diesen Katastrophen. Schauen wir auf das hin, was durch eine Gruppe von Menschen in fanatischer Weise an Emotionellem entwickelt wird, wie ich es charakterisiert habe (er sprach von dem durch die Revolution des Bolschewismus entfesselten Leidenschaften), wo nur dasjenige sich auswirkt, was aus dem Menschen kommt, wo der Mensch ganz im Irrealen lebt und noch dazu zerstörend wirkt. Sehen wir uns solch ein phantastisch verzerrtes Zivilisationsgebilde an, als das der heutige europäische Osten nach dem Westen hinblickt, und sehen wir darauf hin, was da geschieht, wenn Menschen, die solchen Zusammenhängen angehören, durch die Pforte des Todes ziehen.
Da wird auch in die geistige Welt, geradeso wie bei den anderen Katastrophen, etwas hineingetragen. Aber Luziferisches wird hineingetragen. Dasjenige wird hineingetragen, was in der geistigen Welt verfinsternd und verheerend wirkt. Denn bei Naturkatastrophen und Zivilisationskatastrophen ist es immerhin Helligkeit, die von der irdischen Welt in die geistige hineingetragen wird. Aus Zivilisationsverirrungen wird Finsternis in die geistige Welt hineingetragen. Die Menschen treten ein durch die Pforte des Todes in die geistige Welt wie in einer schweren, finsteren Wolke, in der sie ihren Weg durchzumachen haben. Denn das Licht, das Luzifer in den Emotionen der Menschen auf Erden anstiftet, das wirkt als die dichteste Finsternis in der geistigen Welt, wenn der Mensch durch die Pforte des Todes in diese geistige Welt eingetreten ist. Und hinein kommen in die geistige Welt diejenigen Kräfte, die aus dem Inneren des Menschen gewissermaßen in diese geistige Welt hineinkommen; Leidenschaften, die nur im Menschen selber wirken sollten, werden hineingetragen in die geistige Welt, strahlen in der geistigen Welt.
Das wiederum sind solche Kräfte, die sich durch Ahrimans Macht in der geistigen Welt umgestalten lassen dazu, eben die Mondenentwickelung, die in der Erde noch vorhanden ist, zu benützen. Hier reicht wirklich Luzifer dem Ahriman die Hand.
Was durch bloße emotionelle Kulturimpulse hinaufgetragen wird in die geistige Welt, aber eigentlich nur aus dem verirrten irdischen Bewußtsein entsteht, das ist dasjenige, was umgestaltet in Vulkanausbrüchen, in Erdbeben aus dem Inneren der Erde nach oben lodert.“
Dieses Zitat stammt aus dem Zyklus „Esoterische Betrachtungen karmischer Zusammenhänge“ GA 236, Seite 297 in der Ausgabe von 1988. Aus Emotionen heraus zerstörende Kulturimpulse zu schaffen, drei Beispiele, wo die Wogen in der Gegenwart hochschlagen habe ich eingangs erwähnt, die Menschheit spielt im buchstäblichen Sinne mit dem Feuer. Die Konsequenzen, die sich aus diesen leidenschaftlichen Zerstörungen ergeben, muß die Menschheit tragen, die Unwissenheit schützt nicht vor Strafe, denn man kann diese Dinge ja inzwischen wissen und wer es nicht weiß hat es sich selbst zuzuschreiben. Wer die drängenden Fragen im Leben aufgreift und ein Suchender wird, findet zu ihnen und wer sich nicht auf die Suche macht, wird im Laufe seiner Leben mit der Nase schmerzhaft darauf gestoßen werden und wenn es nur das ist, so hat er großes Glück gehabt. „Wenn die Eintracht siegt, wird der Zersplitterer besiegt. Wenn die weiße Magie siegt, gibt es kein Böses mehr in der Welt. So bedeutet also die Evolution des Menschen eine Umgestaltung des Erdinnern. Im Anfang war der Erdkörper so, daß er alles hemmte, was sich entwickelte. Zuletzt wird die ganze Erde, durch die Kraft der Menschheit umgewandelt, eine vergeistigte Erde sein. Der Mensch teilt so sein Wesen der Erde mit.

Nun kann der Fall eintreten, daß die substantielle Leidenschaft der Feuer-Erde rebellisch wird. Durch die Leidenschaften der Menschen angeregt, dringt sie durch die Frucht-Erde hindurch, zwängt sich dann durch die Kanäle in die oberen Schichten und fließt sogar in die feste Erde hinein, erschüttert diese und bewirkt ein Erdbeben. Stößt diese Leidenschaft der Feuerschicht innere Erdsubstanz aus, dann entsteht ein Vulkan. Das hat sehr viel zu tun mit dem Menschen. In der lemurischen Rasse war die obere Schicht noch sehr weich, und die Feuerschicht lag noch weit oben. Nun besteht eine Verwandtschaft zwischen der menschlichen Leidenschaft und der Leidenschaftssubstanz dieser Schicht. Wenn der Mensch also sehr böse ist, so verstärkt er diese Leidenschaft. Das geschah am Ende der lemurischen Zeit. Da machte der Lemurier durch seine Leidenschaft die Feuer-Erde rebellischer und richtete den ganzen lemurischen Kontinent auf diese Weise zugrunde. Nirgendwo anders kann er die wahre Ursache zu diesem Untergang finden als in dem, was er selbst aus der Erde heraufgezogen hat. Heute sind die Schichten dichter und fester geworden, aber noch immer stehen die menschlichen Leidenschaften mit der Leidenschaftsschicht der inneren Erde im Zusammenhang; immer noch bewirkt eine Ansammlung böser Leidenschaften und Kräfte Erdbeben und Vulkanausbrüche.“ Diese Worte von Rudolf Steiner finden sich in dem Band „Vor dem Tore der Theosophie“ GA 95, Seite 147, in der Ausgabe von 1990.
So sehen die Realitäten aus in denen wir leben, nicht die Abstraktionen die wir uns vor die Wirklichkeit stellen. Der Mensch hätte allen Grund sich mit diesen Wirklichkeiten vertraut zu machen. Unterhalb des Yellowstone Nationalparks in den USA liegt eine riesige Magmablase, ca. alle 600 000 Jahre bricht sich diese Bahn, ich spreche jetzt von naturwissenschaftlichen Untersuchungen und nicht von Geisteswissenschaft, und es kommt zu einem gigantischen Ausbruch. Seit 40 000 Jahren ist dieser Ausbruch „überfällig“ und die Anzeichen mehren sich, daß dieser bevorstehen könnte. Das würde das Ende der menschlichen Zivilisation bedeuten. Die Masse der Asche würde das Leben im näheren Umkreis schnell vernichten, im weiteren etwas langsamer. Global würde das bedeuten, daß 5-6 Jahre keine Ernten auf der ganzen Erde möglich wären. Um den Besitz der vorhandenen Lebensmittel würden sich dann Kriege der unmenschlichsten Art abspielen, es wäre das Ende der Menschlichkeit, der Kultur, der Zivilisation. Da der Zusammenhang besteht zwischen den menschlichen Leidenschaften und dieser Schicht der inneren Leidenschaften der Erde, müßte der Mensch an seiner Veredelung arbeiten, um die Ausbrüche dieser Schicht zu verhindern oder zu besänftigen, denn eine Technik die das könnte gibt es (noch) nicht, aber eine die das Gegenteil bewirken kann, nämlich eine solche Technik die das auslösen könnte ist HAARP. Was die Menschen verbinden kann ist das Allgemein-Menschliche, dasjenige, welches für alle Menschen ein Einheitliches sein kann, auch wenn es sich in jedem individuell auslebt, für jede Menschengemeinschaft, für jede Region, für jeden Staat sich andere Ziele und Formen daraus ergeben können. Das ist das Geistige, welches die Menschen verbinden kann und für ihre Unterschiedlichkeit, für ihr verschiedenartiges Wollen Verständnis erweckt. Wir werden also die Zustände, an denen wir zu ersticken drohen, nur über die Eroberung der Erkenntnis des Geistigen überwinden können. „Gelingt das nicht, dann würde die Erde in Materialismus versinken und die Menschheit müßte von neuem anfangen, entweder – nach einer großen Katastrophe – auf der Erde selber oder auf einem nächsten Planeten. Die Erde braucht Anthroposophie! Wer das einsieht, ist Anthroposoph.“ Worte die Rudolf Steiner am 27. Februar 1910 in Köln sprach, GA 118, Seite 91 in der Ausgabe von 1984. Die Gefahr, daß die Menschheit im Materialismus versinkt ist größer denn je. Sie spielt mit dem Feuer, mit dem Feuer des Vulkanismus und der Erdbeben.

Rüdiger Keuler, November 2014

 



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