Die große Verantwortung des Anthroposophen gegenüber der geistigen Welt und der Menschheit

Im Pelagius Heft XLVIII druckten wir auf der ersten Seite folgendes Zitat von Rudolf Steiner ab: „Es ist nicht ohne Folge, denn wenn die Lüge bewußt aufgefaßt wird, dann ist es weniger schlimm, als wenn die Lüge unbewußt figuriert und den Menschen herunterbringt, ihn barbarisiert. Denn wenn Sie die Lüge betrachten, wie sie im Bewußtsein ist, so geht sie mit dem Bewußtsein jedesmal beim Einschlafen aus dem physischen und Ätherleib heraus, ist vorhanden im raumlosen, zeitlosen Sein, in dem ewigen Sein, wenn der Mensch im traumlosen Schlafe ist. Da wird vorbereitet alles dasjenige, was aus der Lüge werden kann in der Zukunft, das heißt, es wird vorbereitet alles dasjenige, was die Lüge wieder verbessern kann, wenn die Lüge im Bewußtsein sitzt. Wenn die Lüge aber im Unbewußten ist, dann bleibt sie im Bette liegen mit dem physischen und Ätherleib. Da gehört sie, während der Mensch nicht seinen physischen und seinen Ätherleib ausfüllt, dem Kosmos, nicht bloß dem irdischen Kosmos, sondern dem ganzen Kosmos an. Da arbeitet sie an der Zerstörung des Kosmos, vor allen Dingen an der Zerstörung der ganzen Menschheit, denn da beginnt die Zerstörung in der Menschheit selber.“ GA 201, Seite 202. Daran anschließend stand Folgendes, das ich diesem Zitat beifügte: Das Problem dabei ist jedoch, daß Menschen die keine geistigen Inhalte in den Schlaf mitnehmen, ihre Nächte mit Ahriman verbringen und dieser, der Herr der Lüge und der Zerstörung, hat kein Interesse daran, daß die Wahrheit ans Licht kommt.

Ich schrieb dies ohne eine weitere Begründung. Mit den Worten mit denen der Geistesforscher auf diese Tatsache hinweist und die Konsequenzen die sich daraus für den Anthroposophen ergeben, wollen wir uns diesmal beschäftigen.

„Rückt man in der Geistesforschung vor zum leibfreien Erleben in der Seele (das der Mensch jede Nacht ohne davon Bewußtsein zu haben durchmacht), dann macht man die weitere Entdeckung, daß man das, wodurch man sich eigentlich im gewöhnlichen Erleben als Mensch fühlt: das Denken, das Vorstellen, nicht in das leibfreie Erleben hineinnehmen kann. Die Alltagsgedanken, die Gedanken auch der gewöhnlichen Wissenschaft, die sich an die Erfahrung der äußeren Sinne anlehnen, muß man draußen lassen; die glimmen ab, möchte ich sagen, indem man sich in das leibfreie Erkennen hineinbegibt. … denn die Eindrücke, die von der Außenwelt kommen, können weder in das Schlafleben noch in das geistesforscherische Erleben hineingenommen werden.“ Diese Worte Rudolf Steiners sind dem Zyklus „Geisteswissenschaft als Lebensgut“ GA 63, Seite 131 entnommen. Nun spricht Rudolf Steiner an dieser Stelle zwar nicht davon, daß die Seelen, die nur materialistische oder alltägliche, abstrakte Gedanken mitbringen, ihre Nächte mit Ahriman verbringen, dies tut er aber an anderen Stellen, aber er spricht davon, was die Seele in den leibfreien Zustand, in die geistige Welt mitnehmen kann, beziehungsweise nicht mitnehmen kann.

Was aber kann sie mitnehmen? „Die Gedanken finden wir dort nicht. Aber das andere finden wir, wodurch der Gedanke im Gehirn erst entsteht. Was aber bringt das Gehirn in ganz bestimmte Bewegungen, damit es zum Gedankenspiegel wird? Das sind erst die geistig-seelischen Kräfte. Hinter dem Denken – nicht im Denken arbeiten die geistig-seelischen Kräfte, welche der Geistesforscher findet. Daher stimmt er mit dem überein, was der materialistische Forscher, wenn er in den Grenzen seines Gebietes bleibt, sagen kann: daß die Alltagsgedanken Konsequenzen des Gehirnes sind. Aber was im Gehirn vorgeht, wodurch die Leiblichkeit erst zum Spiegel, und zwar jedesmal zum Spiegel des Denkens geformt wird, das ist das Wirken des geistig-Seelischen dahinter. Wir kommen als Geistesforscher wirklich hinter das Alltagsleben in das schöpferische Gebiet der Welt hinein.“ Ebenda Seite 132. Wir kommen also in der Nacht in das Gebiet der schöpferischen Gedanken hinein und müssen alles das draußen lassen, was wir an alltäglichen Gedanken haben, die vom materialistischen Denken geprägt sind. Wie aber kommen wir zu schöpferischen Gedanken? Indem wir die Gedanken der Götter denken, indem wir die Gedanken mitdenken, die uns der Geistesforscher mitteilt, indem wir mit den geistigen Inhalten der Anthroposophie ringen.

Wenn wir uns dies mit allen seinen Konsequenzen und Verantwortungen vor das geistige Auge stellen, so verschlägt es uns erst einmal den Atem. Um also die geistigen Wesenheiten instand zu setzen an der Verbesserung der Lüge mitzuarbeiten, müssen wir Menschen uns den Zugang zur geistigen Welt verschaffen. Was uns also die revisionistischen Wissenschaftler mitteilen über die Lügen der offiziellen Geschichtswissenschaft, die von den Siegermächten dominiert und beherrscht wird, davon wird der geistigen Welt erst Kenntnis, wenn wir es ihr entgegentragen können. Erst dann, wenn wir diese historischen Lügen in den geisteswissenschaftlich-menschheitlichen Zusammenhang eindenken können, bekommen sie ihre wahre Bedeutung, kann uns der Beistand werden, den wir brauchen, um aus diesen Lügen herauszufinden. Und solange diese Lügen nicht aus der Welt geschafft werden, werden sie zwischen den Deutschen und den anderen Völkern stehen, werden wir Deutschen niemals zu unseren menschheits-geschichtlichen Aufgaben kommen und das zum Schaden der ganzen Welt. Der Kult mit dieser „Schuld“ hat uns Deutsche zu dem wehrlosen Haufen von Gutmenschen und Jasagern gemacht, der jetzt widerstandslos durch Überfremdung ausgelöscht werden kann. Hilfe wird uns aber erst, wenn wir diese Hilfe uns verdienen, wenn wir die Gaben empfangen, die uns aus der Zusammenarbeit, dem Zusammenwirken mit der Geisteswelt erfließen können, wenn wir uns aus der Absonderung vom Geiste, den der Materialismus gebracht und der uns zur Entwicklung der Freiheit notwendig war, selbst erlösen.

Die Wahrheit ist identisch mit der göttlichen Substanz. Das gilt nicht nur, aber auch für die genannten geschichtlichen Lügen. Der Materialismus ist schon eine Lüge, da er nur die Einseitigkeit der irdischen Materie für wahr hält. Die Suche und die Vertretung der Wahrheit hat also oberste Priorität für den Anthroposophen und für alle Menschen, wenn gleich Ersterer in der größeren Verantwortung steht. Sie ist die Aufgabe, ohne deren Bewältigung der Mensch ins Nichts zurückfallen wird. Nichts, aber auch gar nichts, nicht einmal das eigene Leben, steht über der Wahrheit und dem Bekenntnis zu ihr.

Ich habe hier, wo es um die Ausbesserung der Lüge mit der Hilfe der geistigen Welt ging, exemplarisch die großen geschichtlichen Lügen der jüngeren deutschen Vergangenheit herausgegriffen. Dies deshalb, weil es die gewaltigste Lüge in der menschlichen Entwicklung ist, Lügen, die den ganzen Gang der Menschheit, den Wiederaufstieg dieser aus dem Zerfall, blockieren. Und die, von denen diese Lügen ausgehen, haben eine unendliche Verantwortung auf sich geladen und wir werden in den nächsten Jahren sehen, welche Vernichtungskräfte sie dadurch anziehen. Das wird zu Opferzahlen führen, gegen die die behaupteten eine Kleinigkeit sind.

 

 

Rüdiger Keuler, Michaeli 2016

 



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