Der Tod der Gegenwart

Schauen wir uns um, die Vernichtung der Völker Europas steht auf der Agenda derer, denen die Führung und die Fürsorge dieser Völker eigentlich obliegt. Völkervernichtung durch politisch gesteuerte Überfremdung. Der Bürgerkrieg in Frankreich hat bereits begonnen. Er kommt auch auf uns zu, man läßt sich jedoch noch Zeit bis nach der Wahl. Bürgerkrieg in der Ukraine. Der ehemalige Nato-Oberbefehlshaber Wesley Clark schilderte, wie er 2001 schon erfahren hatte, daß die USA planten sieben Länder anzugreifen und ihre Regierungen zu stürzen: Irak, Syrien, Libanon, Libyen, Somalia, Sudan und den Iran. Bis auf den Iran hat dies auch schon stattgefunden. Europa soll in einen Krieg mit Rußland getrieben werden, in Nordkorea wird mit dem Feuer gespielt, wobei es dort letztlich gegen China geht, in Venezuela versuchen die USA den Sturz der Regierung dadurch daß sie einen Bürgerkrieg anzuzetteln: Der Tod breitet sich aus um uns herum und er rückt immer näher an unser beschauliches und komfortabel-bequemes Leben heran, die Einschläge kommen immer näher. Es wird für das Stimmvieh immer schwieriger, den nichtsahnenden Kopf in den Sand zu stecken. Im sozialen Miteinander, im Großen der Staaten und im täglichen Leben auf der Straße hat sich der Tod eingenistet (die Systemmedien versuchen das immer noch als Einzelfälle herunterzuspielen), er gehört in einem nie dagewesenen Ausmaß zu unserem Leben dazu. Welches sind die geistigen Ursachen dafür? Erfahren wir etwas über uns Menschen und unsere Entwicklung, wenn wir uns mit dieser Frage auseinandersetzen?

Im Jahre 1413 nach Christus beginnt die Zeitepoche in der wir uns gegenwärtig befinden. Sie endet im Jahre 3573, es ist die fünfte nachatlantische Kulturperiode. Es ist die Zeit in der die Menschheit die Bewußtseinsseele entwickeln muß. Im vierten Zeitraum, der griechisch-lateinischen Kulturperiode, die approximativ, alle diese genannten Jahreszahlen sind approximativ, vom Jahre 747 v. Christus bis zum Jahre 1413 n. Chr. ging, entwickelt sich in der Menschheit die Verstandes- und Gemütsseele und davor in der ägyptisch-chaldäischen Zeit war es die menschliche Empfindungsseele die zur Ausgestaltung kam. Welche Voraussetzungen braucht nun die Bewußtseinsseele für ihre Entwicklung? Die naturwissenschaftliche Denkweise. Der Mensch entwickelt eine Weltanschauung, die sich ausschließlich mit dem Irdischen, den sinnlich sichtbaren Phänomen beschäftigt und wendet alle seine Verstandeskräfte an, um diese Weltanschauung auszubilden: Den Materialismus. Diese Phase des materialistischen Denkens durchschreitet die Menschheit heute, um daran zur Freiheit und zur seelischen Selbständigkeit, zum Selbstbewußtsein zu finden. Es ist eine notwendige Entwicklungsphase der Menschheit. Aus dieser Naturwissenschaft ging die Technik hervor mit ihren bewunderungswürdigen Erfolgen und Errungenschaften, aber es sind die Kräfte des Todes, die durch diese technisch-naturwissenschaftliche Denkweise der Menschheitsentwicklung eingeprägt werden, Todeskräfte mit denen sich der Mensch in dieser Zeit auseinandersetzen muß. „Diese neue naturwissenschaftliche Denkweise hat das Eigentümliche – ich habe es jetzt hinlänglich hier charakterisiert –, daß sie nur das Tote, das Gespenstische fassen kann von der Wirklichkeit, daß sie überall auf das Tote geht.“ Diese Worte Rudolf Steiners sind dem Zyklus „Geschichtliche Symptomatologie“ GA 185, Seite 65 in der Ausgabe von 1982 entnommen. Dadurch schaffen wir in unser Leben, in das Leben der Menschheit, auch in das soziale Zusammenleben das Tote hinein. „Totes schaffen wir überall hinein in dieses menschliche Zusammenleben, wenn wir Naturwissenschaft hineinschaffen in dieses menschliche Zusammenleben, Totes, sich selbst Ertötendes.“ Seite 67 desselben Bandes. Wir erzeugen das Tote um uns herum selbst durch unser Denken, aus dem die Lebensgestaltungen und die sozialen Strukturen hervorgehen in denen wir existieren. „Aber wir sagen nur eine halbe Wahrheit, wenn wir von diesen Errungenschaften (der Technik) sprechen, denn alle diese Errungenschaften haben das Wesentliche in sich, daß sie ein unbedingt Totes, das durch sich selber nicht entwicklungsfähig ist, in das moderne Leben hineinstellen. Das Größte, was seit Jahrhunderten, seit dem 15. Jahrhundert hineingestellt worden ist in die Entwicklung der modernen zivilisierten Menschheit, ist ein solches, das, wenn es sich selbst überlassen wird, sich selber zum Tode führt. Und das mußte sein. Denn man kann die Frage aufwerfen: Wenn moderne Technik Keim des Todes nur ist, wie sie es auch ist und sein muß, warum trat diese moderne Technik in Erscheinung? – Wahrhaftig nicht trat die moderne Technik in Erscheinung im Laufe der Zeit, weil den Menschen das Schauspiel der Maschine und der Industrie gegeben werden sollte, sondern die moderne Technik trat in Erscheinung aus einem ganz anderen Grunde. Sie trat in Erscheinung gerade wegen ihres zum Tode führenden Charakters, weil nur dann, wenn der Mensch hineingestellt ist in eine tote, mechanische Kultur, er durch den Gegenschlag die Bewußtseinsseele entwickeln kann. Solange der Mensch hineingestellt war in ein Zusammenleben mit der Natur, ohne daß die Maschinen hineingestellt waren, solange wurde er geneigt gemacht zu einer gewissen suggestiven Behandlung (das wurde zum Beispiel von der katholischen Kirche für ihre Machtentfaltungen ausgenützt), weil er bis zu einem gewissen Grade betäubt wurde. Man konnte nicht ganz auf sich selbst sich stellen, als man noch nicht in den Tod hineingestellt war. Auf sich selbst gestelltes Bewußtsein und Todbringendes ist innig miteinander verwandt.“ Seite 67. Der Mensch braucht also das Todbringende der Technik, der Naturwissenschaft, dazu gehört auch die gesamte Finanzstruktur, um daran zu erwachen, um ein eigenständig denkender Mensch zu werden. Und das, was sich als Zerstörendes in den Kriegen äußert, ist gewissermaßen nur eine Ansammlung, eine Zusammenfassung, eine Akkumulation des Todbringenden, welches wir selbst erzeugen. „Man wird auch kein Bild sich machen können von dem, was so zerstörerisch heraufgezogen ist über die Menschheit, wenn man nicht wissen wird, daß in diesen vier letzten Jahren (der Vortrag wurde im Oktober 1918 gehalten) sich nur wie in einem großen Resumé zusammenfaßt dasjenige, was verbreitet war über das menschliche Leben als Tod seit dem Beginn des Bewußtseinszeitalters.“ Seite 72.

Ist nun die Menschheit zum Untergang verurteilt? Muß sie, zwar wach und selbstbewußt, die eigene Vernichtung zwangsläufig herbeiführen? Nein, natürlich nicht. Sie muß die Schritte tun, welche sie über das Todbringende hinaus führen kann und muß dadurch das eigene Schicksal in die Hand nehmen. „Man muß in dieser neueren Zeit Mut haben, wirklich hineinzuschauen in die Verhältnisse. Diesen Mut brauchten alte Zeitalter noch nicht. In die Verhältnisse des Geschehens muß man den Mut haben hineinzuschauen, denn es wird wichtig, daß die Bewußtseinsseele entwickelt werden kann. Ja, in früheren Zeitaltern war die Entwickelung dieser Bewußtseinsseele noch nicht wichtig. Dadurch, daß die Bewußtseinsseele gerade das Bedeutungsvolle in diesem Zeitalter wird, dadurch muß alles im Wachen vor sich gehen , was der Mensch für das soziale Leben entwickelt; dadurch kann er nicht die alten Instinkte in das soziale Leben hereintragen. Und er kann nicht allein hereintragen in das soziale Leben das, was Ergebnis der Naturwissenschaft ist, denn das ist das Tote und kann das Leben nicht beleben, kann das Leben nur mit toten Produkten durchsetzen und in solche zerstörende Dinge hineinführen, wie sie die letzten vier Jahre gebracht haben. Denn in diesem Zeitalter wird folgendes wichtig.
Nicht wahr, die Menschen müssen auch schlafen. Wenn sie wachen, haben sie ihren gewöhnlichen freien Willen – nun, den können sie zu noch allerlei, das ihnen auf ahrimanisch-luziferischem Wege zukommt, verwenden, um Richtkräfte zu entwickeln. Aber wenn sie einschlafen, dann hört dieser freie, sogenannte freie Wille auf; dann denken die Menschen, ohne daß sie es wissen. Aber es ist nicht minder wirksam. Dann denken die Menschen durchaus auch. Man hört nicht auf zu denken, indem man einschläft; man denkt, bis man aufwacht. Man vergißt dies nur in dem Moment, wo man aufwacht. Daher weiß man nicht, welche Gewalt diejenigen Gedanken haben, die in die menschliche Seele hineinspielen vom Einschlafen bis zum Aufwachen. Aber bedenken wir, daß für das Zeitalter der Bewußtseinsseele die Götter verlassen haben die menschliche Seele während des Schlafens. In früheren Zeitaltern haben die Götter vom Einschlafen bis zum Aufwachen hineingeträufelt in die Seele das, was sie wollten. Der Mensch wäre nicht frei geworden, wenn sie es weiter hineinträufelten. Dadurch aber ist der Mensch zugänglich allen möglichen anderen Einflüssen vom Einschlafen bis zum Aufwachen. Ja, wir können zur Not wachen und zur Not leben, aber wir können nicht schlafen und sterben mit der Naturwissenschaft und mit dem, was aus der Naturwissenschaft folgt. Denn naturwissenschaftlich denken kann man nur vom Aufwachen bis zum Einschlafen. In dem Augenblicke, wo Sie einschlafen, wo Sie im Schlafe sind, hat das naturwissenschaftliche Denken ungefähr so viel Sinn, wie wenn Sie in einem Lande, wo kein Mensch Französisch versteht, überall Französisch sprechen würden. Da hat nur die Sprache Bedeutung, die man durch die übersinnliche Erkenntnis sich aneignet, die aus dem Übersinnlichen kommt. Die übersinnliche Erkenntnis muß an die Stelle desjenigen treten, was die Götter früher in die Instinkte hineinverpflanzt haben. Das ist der Sinn des Bewußtseinszeitalters, daß der Mensch aufsteigen muß zu übersinnlichen Impulsen und durchdringen zur Erkenntnis. Wenn man glaubt, alles das, was das Zeitalter hervorgebracht hat und noch hervorbringt ohne übersinnliche Impulse, sei etwas Lebendiges und nicht etwas Todbringendes, gibt man sich der gleichen Illusion hin, wie wenn man glauben würde, ein Weib der modernen Zeit könnte gebären ohne zu empfangen. Ein Weib der modernen Zeit bleibt unfruchtbar und stirbt ohne Nachkommenschaft, wenn sie nicht empfängt. Die moderne Kultur, wie sie sich im Zeitalter der Naturwissenschaft seit dem Beginne des 15. Jahrhunderts entwickelt hat gerade in den größten modernen Errungenschaften, bleibt steril und unfruchtbar, wenn sie nicht befruchtet wird von jetzt ab durch Impulse aus der übersinnlichen Welt. Tod muß werden alles dasjenige, was nicht befruchtet wird von der übersinnlichen Welt. Führen Sie ein in diesem Zeitalter der Bewußtseinsseele Demokratie, Parlamentarismus, Technik, modernes Finanzwesen, modernes Industriewesen, führen Sie ein das nationale Prinzip über die ganze Welt, führen Sie ein all diejenigen Gesichtspunkte, die die Menschen jetzt zugrunde legen dem, was sie Neuordnung der Welt nennen und mit dem sie reden wie Trunkene, die nicht wissen, wovon sie reden – Sie fördern dann den Tod, wenn Sie nicht all das befruchten wollen durch die Impulse der übersinnlichen Welt. Dann allein hat dasjenige, was wir schaffen müssen, das Todbringende auf allen Gebieten, einen Wert, wenn wir es zu befruchten wissen durch die Errungenschaften des Übersinnlichen. Es bringt nur Tod über die Menschheit, wenn wir es nicht zu befruchten wissen durch die Impulse des Übersinnlichen.
Fassen wir das nur im vollen Ernste auf, erheben wir uns, gerade aus einer symptomatologischen Geschichtsbetrachtung der neueren Zeit, zu dem Gedanken: Da stellen sich herein in die menschliche Entwickelung seit dem 15. Jahrhundert diejenigen Dinge, welche die Menschheit verzeichnet als die größten Errungenschaften: die moderne Naturwissenschaft, die moderne Soziologie, das moderne technische Leben, das moderne industrielle Leben, das moderne finanzielle Leben. Die stellen sich herein. Sie sind todbringend, wenn sie nicht befruchtet werden durch Übersinnliches. Sie sind allein befähigt, die Menschheit weiterzubringen dahin, wohin sie gehen muß, wenn sie befruchtet werden durch Impulse des Übersinnlichen. Dann sind sie gut. Sie sind nicht an sich gut. Nichts ist an sich gut von dem, was die moderne Menschheit heute in einem gewissen Übermut und Hochmut als ihre größten Errungenschaften hinstellt. Erst dann wird es gut, wenn es durchgeistigt ist.“
Seite 73 ff. Der Tod, welchen wir aus der Naturwissenschaft heraus schaffen, bedarf also als Gegengewicht die geistige Erkenntnis, die den Tod überwindet und uns zum Leben und zum Fortschritt führt. Das Mysterium vom Leben, welches aus der Befruchtung mit dem Geiste entsteht und Tod ist das Motiv in der Erkenntnis, mit welchem sich der Mensch des fünften nachatlantischen Zeitalters auseinandersetzen muß, wenn er das Entwicklungsziel dieser Epoche erreichen will. Man kann also sagen, „schöpferisch“ ist dieses naturwissenschaftlich-technische Denken, welches unserer gesamten Gegenwartskultur zugrunde liegt, nur in Bezug auf die Zerstörung, den Tod, das zeigt sich schon daran, daß die allermeisten der Kriege der Gegenwart vom Westen vom US-amerikanischen Imperialismus ausgehen, von dorther kommen wo wir auch den Schwerpunkt des naturwissenschaftlich-technisch-materialistischen Denkens suchen müssen. Das bezieht sich allerdings nicht nur auf die Kultur, sondern auch auf unser persönliches Leben, bis in die Gesundheit hinein und unser Schicksal: Passivität, die zum Verfall, zum Tode führt oder Aktivität, die zum Schöpferisch-Produktiven, welches in der geistigen Erkenntnis urständet, wird, diese beiden Optionen hat der Mensch.

Nun ist der Tod da, überall um uns herum breitet er sich aus, morgen wird er uns überrollen, wäre es da nicht heute an der Zeit aufzuwachen? Aufzuwachen für das Leben, welches wir aus der Erkenntnis des Geistigen schaffen können!

 Rüdiger Keuler, Mai 2017

 



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