Meditation und Anthroposophie Rudolf Steiners: Wo ist der Zusammenhang?

Die ersten Fragen

Seit einigen Jahren werden in den verschiedensten anthroposophischen Zusammenhängen vermehrt Meditationsseminare angeboten. Was vorher noch verpönt gewesen ist, scheint sich mittlerweile fest etabliert zu haben. Dass es mit dem vorrangigen Bücherstudium schon seit längerem Unzufriedenheit gibt, vor allem bei jüngeren Menschen, ist bekannt. Aber nun gleich mit anthroposophischer Meditation unvermittelt ins Allerheiligste der Anthroposophie vorstoßen zu wollen, das wirft doch Fragen auf. Haben wir es hier tatsächlich mit anthroposophischer Meditation zu tun?

„Anthroposophische Meditation“

In den letzten Jahren wurden zunehmend Institute und Internet-Portale begründet[1], die in Seminaren, Workshops, mehrjährigen Lehrgängen und Tagungen[2] eine „Anthroposophische Meditation“ anbieten möchten. Hier soll die Bezeichnung „Anthroposophische Meditation“, die sich die Vertreter dieser Arbeitsform selbst gegeben haben, beibehalten werden.[3] Gruppierungen, welche sich zunächst unabhängig von der Anthroposophischen Gesellschaft gebildet hatten, konnten sich auf diesem Wege mit dem „Zentrum“, d.h. mit der Anthroposophischen Gesellschaft, zusammenfinden; die zumeist außerhalb der Gesellschaft begründeten Institutionen, Foren und Gruppierungen treten gemeinsam in Veranstaltungen und Tagungen auf, welche von der Anthroposophischen Gesellschaft organisiert und getragen werden.[4] Ja, die Anthroposophische Gesellschaft ebenso wie die von dieser herausgegebenen Zeitungen und Zeitschriften scheinen zunehmend zu Trägern dieser Strömung geworden zu sein. So geht eines der wichtigsten Meditations-Portale sogar vom Zentrum dieser Gesellschaft, vom Goetheanum aus.[5]

Was liegt dieser Entwicklung zugrunde?

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Mit ihrem Anliegen treffen die Vertreter der „Anthroposophischen Meditation“ auf ein weit verbreitetes Phänomen: Meditation und Meditieren gehören heute zu den allgemein üblichen Erholungs- und Entspannungspraktiken. Ausdrücklich setzen sie sich von der weitaus bekannteren „östlich inspirierten Meditation“ ab.[6] Auf der Web-Seite „Anthroposophische Meditation – Westlicher spiritueller Weg“ kann man dazu folgendes lesen:

„Anders als östlich inspirierte Meditationsformen beschäftigt sich die Anthroposophische Meditation nicht nur heilend mit der eigenen Innenwelt, sondern richtet sich auch forschend an unsere Umwelt in ihren unterschiedlichen Wirklichkeitsebenen. Ziel ist es, ein inneres, seelisches Instrument auszubilden, womit sowohl die Innen- als auch die Außenwelt in weit umfangreicherer Art beobachtet werden können, als dies unser alltägliches Denken und Wahrnehmen vermögen. Somit hat Anthroposophische Meditation sowohl eine beruhigende, heilende Wirkung, richtet sich aber gleichzeitig auch auf nichtsinnliche Ebenen unseres Daseins, die so bewusst in praktische Alltagsfragen mit einbezogen werden können.“[7]

Es soll ein erweiterter Nutzen sein, der die „anthroposophische Meditation“ von der „östlich geprägten“ unterscheidet und dieser überlegen macht. Während die östliche „nur“ eine „Heilung“ der „Innenwelt“ herbeiführe, möchte die „Anthroposophische Meditation“ außerdem noch „ein seelisches Instrument“ ausbilden, dank dessen auch Alltagsfragen beantwortet werden können.

Ein solches Vorhaben entspricht in hohem Maße den Bedürfnissen des modernen Menschen: Gesundheit und Wohlbefinden sollen ebenso erlangt werden, wie die Fähigkeit, auf die vielen Fragen, die der Alltag stellt, wirklichkeitsgemäße, da über das „gewöhnliche Denken und Wahrnehmen“ hinausgehende Antworten zu finden. Aus diesem Grunde ist es nur verständlich, dass diese Arbeitsrichtung zahlreiche Interessierte anzieht. Ist doch damit endlich eine Möglichkeit in die Welt getreten, dasjenige, was vorher nur trockene Theorie geblieben ist, zu verlebendigen! Ein Weg scheint eröffnet, die „verkopften“, in toten („versteinerten“) Vorstellungen stecken gebliebenen Bücher- und Vortragsinhalte Rudolf Steiners zu verwandeln, sie selbst zu erleben und damit zwei der von Rudolf Steiner stets wiederholten Forderungen gerecht zu werden. Hatte dieser doch immer wieder betont, dass Anthroposophie nur dann richtig in die Welt treten wird, wenn sie erlebt und nicht nur vorgestellt wird. Und dass niemand, wenn er nur guten Willens ist, die Inhalte dieser auf blinden Glauben annehmen muss, sondern sie selbst überprüfen kann.

Das Wesen der Anthroposophie scheint sich in dieser Arbeitsform vollständig zu erfüllen. Und tatsächlich: in einem Flyer findet sich folgendes „Feedback von Teilnehmern“:[8]

„Eure Arbeit hat mich belebt und erfrischt und mir nach langer Zeit endlich wieder einen Weg zurück zu den schmerzlich vermissten anthroposophischen Wurzeln gezeigt.“

Und ein anderer Teilnehmer:

„Was war wichtig für mich? Das Herunterholen der Anthroposophie aus der Intellektualität und sie im Herzen bewegen.“

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Die Vertreter der „Anthroposophischen Meditation“ stützen und beziehen sich ausdrücklich auf Rudolf Steiner. Dieser gilt für die meisten als Ausgangspunkt und Grundlage, wobei man allerdings glaubt, dass sich die von ihm gegebene Meditationsform von östlich geprägten durchaus befruchten lassen kann. Vor allem dann, wenn konkrete Übungen angegeben werden, werden daher fast durchgängig andere „Techniken“ mit einbezogen.[9]

Für diejenigen, die sich unter dem Portal „Anthroposophische Meditation – westlicher spiritueller Weg“[10] zusammengefunden haben, soll der Unterschied zwischen der „Anthroposophischen Meditation“ und der östlich inspirierten darin bestehen, dass die „Anthroposophische Meditation“ anstrebt, ein „seelisches Instrument auszubilden, womit sowohl die Innen- als auch die Außenwelt in weit umfangreicherer Art beobachtet werden können, als dies unser alltägliches Denken und Wahrnehmen vermögen“. Das auszubildende „seelische Instrument“ gilt, wie aus dem weiteren Text ersichtlich wird, der Beobachtung „nichtsinnlicher Ebenen unseres Daseins“.

Imagination-Inspiration-Intuition?

Die Vertreter einer „Anthroposophischen Meditation“ erheben den Anspruch, nicht nur zu meditieren, sondern gleichzeitig meditierend zu forschen. Daher ist für die meisten dieser Vertreter die Entwicklung der höheren Erkenntnisstufen, die Rudolf Steiner als „Imagination“, „Inspiration“ und „Intuition“ bezeichnet hat, das zentrale Anliegen. Die auszubildenden „höheren Erkenntnisstufen“ gelten gleichsam als Ausgangs- und Endpunkt in einem. Angestrebt wird eine „meditative Erkenntnis“, die direkt zur „übersinnlichen Forschung“ führen soll.

Auf dem oben genannten Portal kann man dazu folgendes lesen:

„Durch Konzentration und Verstärkung des Vorstellens wird es möglich, die meditierten Inhalte nicht nur als fertige Objekte anzuschauen, sondern die Kräfte zu erleben, die in ihnen wirken. So können die Wachstumskräfte von Pflanzen erlebt werden oder auch die subtilen Reaktionen des eigenen Körpers auf bestimmte Nahrungsmittel oder auf technische Geräte. Kräfte, die in Gesundheit oder Krankheit wirken, können differenziert wahrgenommen werden sowie Kräfte, die soziale Zusammenhänge gestalten. Rudolf Steiner bezeichnete die Fähigkeit, solche wirksamen Kräfte in inneren, dynamischen Bildern vorzustellen, als Imagination.

Wird das Fühlen durch meditatives Üben zur Wahrnehmungsfähigkeit verfeinert und geöffnet, so kann man dadurch zu einem tiefen, empathischen Verständnis der meditierten Inhalte, ihrer Bedeutungen und Zusammenhänge gelangen (von Steiner als Inspiration bezeichnet). Schließlich kann man durch die Hingabe des eigenen Wollens an das Sein des meditierten Inhaltes ein sicheres, inneres Wissen über das andere Wesen erreichen (Intuition).“

Zusammenfassend wird folgende Übersicht angegeben:

Imagination:

SEELENFÄHIGKEIT: Vorstellen

ÜBUNG: Konzentration und Intensivierung

ERKENNEN: Erleben der Bildekräfte der Natur, Gesundheitskräfte, soziale Gestaltungskräfte

Inspiration:

SEELENFÄHIGKEIT: Fühlen

ÜBUNG: Achtsame Verfeinerung und Öffnung

ERKENNEN: Wissendes Fühlen der Bedeutungen und Zusammenhänge des Meditierten

Intuition:

SEELENFÄHIGKEIT: Wollen

ÜBUNG: Hingabe (sich von dem Anderen erfüllen lassen)

ERKENNEN: Sicherheit über das innere Wesen (So-Sein) des Meditierten

Als grundlegend gelten folgende Zusammenhänge:

1.     Imagination und Vorstellen,

2.     Inspiration und Fühlen,

3.     Intuition und Wollen

Diese Zusammenhänge werden von den verschiedensten Lehrern einer „Anthroposophischen Meditation“ vertreten; in zahlreichen Artikeln, Seminar- und Arbeitsankündigungen und -beschreibungen erscheinen sie immer wieder in einer ähnlichen Form. Wesentlich dabei ist, dass man damit ganz und gar im Sinne Rudolf Steiners tätig zu sein meint; wenn sie erwähnt werden, geschieht das zumeist mit einem Hinweis auf einen Text Rudolf Steiners.[11]

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In zahlreichen Seminaren werden heute Beobachtungen im Sinne von Imagination, Inspiration und Intuition angeboten. Für diejenigen, die weniger vertraut damit sind, soll aus einem solchen Seminar-Angebot zitiert werden, wird doch so anschaulicher, wie man damit zu arbeiten versucht. Dies kann allerdings nur als eines von vielen Beispielen gelten, gibt es doch durchaus gewisse Unterschiede zwischen den einzelnen Vertretern der „Anthroposophischen Meditation“. Und dennoch kann an einer solchen konkreteren Beschreibung dem Unkundigen deutlicher werden, wie mit dem umgegangen wird, was man als „Imagination“, „Inspiration“ und „Intuition“ bezeichnet.

So wird vom Leiter der „Yearcircle-Üb- und Forschungsgemeinschaft“, Dirk Kruse, in mehreren seminaristischen Einheiten zum „übersinnlichen Wahrnehmen des Frühlingsvogel-Gesanges“ eingeladen.[12] Zentrales Anliegen dieser Seminare ist die „Beobachtung von Vogelgesang (im Frühling) in Imagination – Inspiration – Intuition“. Ausdrücklich geht es also nicht um eine Übung zur Erlangung, sondern um die Anwendung dieser (also schon vorhandenen) Fähigkeiten.

Die Beobachtung des Vogelgesangs soll „im tastenden Dreischritt differenzierend vollzogen werden“. Dazu werden folgende Angaben gemacht:

„IMAGINATION: Krafteindruck von vor den Augen – Substanzartigkeit, Konsistenzartigkeit, Vitalität, Dynamik, Formgeste, Bewegung, Lichtartigkeit, Bildartigkeit“

„INSPIRATION: Hineinspüren – Stimmung, Gefühlscharakter, Gefühlswürdeartigkeit, Intentionalität und Weisheit der Würde“

„INTUITION: Drinnenstehen – Es Sein! Bewusstheit, Weisheit, Intention“

Jeder dieser Schritte wird noch näher beschrieben; hier sei nur die Erklärung zur „Intuition“ wiedergegeben:

„Was produziert (was verändert und hinterlässt) der gesamte Chorgesang, der Einzelgesang und die einzelne Gesangsphrase – als Nachklangspräsenz – insgesamt a) in dem Raum, b) in der Seelenwelt – als c) (Gesamt-) Wesenspräsenz, d) als Macht der Gesänge, e) als Bedeutung der Gesänge?“

Sehen wir uns dies nun etwas genauer an:

Im Sinne einer „Imagination“ soll der Vogelgesang als ein Visuelles, ja, sogar als ein „Krafteindruck vor den Augen“ (!) wahrgenommen werden. Um zur „Inspiration“ weiter zu schreiten, stehen die zu erfahrenden Gefühle im Mittelpunkt, wobei hier noch die eine „Gefühlswürdeartigkeit“ (?), sowie die „Intentionalität“ (des Vogelgesanges? Warum singt der Vogel?) und die „Weisheit der Würde“ (die Würde des Vogelgesanges?) genannt wird. Besonders rätselhaft aber ist die Beschreibung der zu erfahrenden „Intuition“: Hier soll empfunden werden, was der „Chorgesang“ (der Vögel) im Nachklang („Nachklangspräsenz“) im „Raum“, in der „Seelenwelt“ als „Macht“ und „Bedeutung der Gesänge“ verändert und hinterlässt – wahrscheinlich im „intuitiv Tätigen“.

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Dasjenige, was die Vertreter der „Anthroposophischen Meditation“ unter „Imagination“, „Inspiration“ und „Intuition“ verstehen, wie man diese übt und erarbeitet, wurde von Anna-Katharina Dehmelt 2009 in der Zeitschrift „die Drei“ entwickelt und dargestellt.[13] Dehmelt hatte einige Jahre vorher zusammen mit Sebastian Gronbach, Jelle van der Meulen, Alexander Schaumann und Michael Schmock eine „Firma für Anthroposophie“ begründet, die sich „als Experimentierfeld für neue Arbeitsweisen in und mit der Anthroposophie[14] verstand. Es war im Rahmen dieser Firma, dass Dehmelt die von ihr beschriebenen Studien vorgenommen hat.

Wie ein Band, das die verschiedenen Vertreter der „Anthroposophischen Meditation“ verbindet, erscheinen diese, von Dehmelt schriftlich ausgearbeiteten Zusammenhänge in den zahlreichen Büchern und Artikeln, die seitdem zu diesem Thema veröffentlicht wurden, ebenso wie in den Ankündigungen von Seminaren, Kolloquien und Tagungen zur „Anthroposophischen Meditation“. Die in „die Drei“ erschienene Studie Dehmelts kann also als grundlegend für den heute üblichen Umgang mit der „Anthroposophischen Meditation“ gelten. Daher werde ich mich im Folgenden mit dieser Studie näher beschäftigen.

Die Rosenkreuzmeditation und ihre Folgen

Der erste der beiden, unter dem Titel „Meditation und Forschung“ erschienene Aufsatz von Anna-Katharina Dehmelt wird als „grundlegende Einführung“ in die Frage nach der Besonderheit einer „spezifisch anthroposophischen Meditation“ angekündigt. Diese soll „am Beispiel der von Rudolf Steiner entwickelten ‚Rosenkreuzmeditation‘“ gegeben werden.[15] Daher bezieht sich die Studie unmittelbar auf das von Rudolf Steiner in „Die Geheimwissenschaft im Umriss“ beschriebene „Beispiel einer inneren Versenkung“, die dieser – so Rudolf Steiner selbst – „mit einer sinnbildlichen Vorstellung veranschaulicht“ hat.[16] Bei dieser sinnbildlichen Vorstellung handelt es sich um ein Rosenkreuz, weswegen diese Darstellung heute kurzhin „die Rosenkreuzmeditation“ genannt wird.

Die Studie erhebt also den Anspruch, von einem schriftlichen Werk Rudolf Steiners ausgehend entwickelt worden zu sein und auf diesem aufzubauen. Ihre „langjährige Erfahrung auch im Austausch mit anderen Menschen“ habe es Anna-Katharina Dehmelt aber möglich gemacht, dass sie dieser Frage „nicht nur theoretisch“ nachzugehen vermag, sondern sie auch mit eigenen Erfahrungen verbinden kann.[17]

Damit sich der Leser ein Bild von dem Vorgehen Dehmelts machen kann, soll in einem ersten Schritt ihr Herangehen kurz skizziert werden. In einem zweiten wenden wir uns dann den Fragen zu, die sich, im Zusammenhang mit den Ausführungen Rudolf Steiners in „Die Geheimwissenschaft im Umriss“, aus diesem Herangehen ergeben.

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Die Studie beginnt unmittelbar mit den drei, von Rudolf Steiner als „Stufen der höheren Erkenntnis“ bezeichneten Bewusstseinsstufen. Gleich in den ersten Absätzen erklärt Dehmelt, dass Rudolf Steiner die Meditation des Rosenkreuzes „als Übung für den Bewusstseinszustand der Imagination eingeführt“ habe, um diese dann auf das Gebiet der Inspiration sowie Intuition weiter zu führen.[18] Nach dieser Einleitung kommt sie zu den für sie daraus entstandenen Fragen. Sie schreibt:

„Die Anweisungen Rudolf Steiners, insbesondere für Inspiration und Intuition, sind nicht leicht zu befolgen. Worauf genau soll die Seele sich richten, wenn sie das Bild beiseite schaffen und die eigene Seelentätigkeit in den Mittelpunkt rücken soll?“[19]

Mit diesen Worten hatte sie weiter oben, in Anlehnung an Rudolf Steiners Ausführungen, die Übung zur Inspiration beschrieben. Und sie fährt fort:

„Zwar mag sich in der Seele manches finden, aber was genau ist gemeint? Und gar die Vorbereitung für die Intuition: Vieles tut sich im ‚leeren‘ Bewusstsein auf (damit wird die Übung zur Inspiration umrissen – I.D.), aber ist dies schon das Neue oder doch eher Nachklang, Reminiszenz?“[20]

Machen wir uns die Situation klar, in der sich die Schreiberin dieser Zeilen befand: Sie war, dank ihrer Meditations-Erfahrungen, an einen entscheidenden Punkt angelangt. An dem nämlich, an dem sie feststellen musste, dass sich ihr dasjenige, was sie aus dem Werk Rudolf Steiners „Die Geheimwissenschaft im Umriss“ über „Inspiration“ und „Intuition“ herausgelesen hatte, entzieht. Sie erkannte, dass sie das Wesen von „Inspiration“ und „Intuition“, so wie es sich ihr im Lesen dieses Werkes ergeben hatte, im eigenen Erleben nicht wiederfinden kann; sie weiß nicht, wie sie die Tätigkeiten und Erlebnisse, die „Inspiration“ und „Intuition“ ausmachen, herbeiführen und einschätzen soll. Wie ging sie nun mit dieser Situation um?

Gleich nach der Feststellung ihres Nicht-Verstehens, das heißt in dem unmittelbar darauf folgenden Satz (!), erscheint ihre Antwort. Und diese sieht so aus:

„Es zeigt sich jedoch, dass schon in den allererst vorzunehmenden Verrichtungen, nämlich im Aufbau des Sinnbildes, nicht nur dessen Bedeutung, sondern auch die drei höheren Erkenntnisstufen Imagination, Inspiration und Intuition angelegt werden.“[21]

Dehmelt behauptet also erkannt zu haben, dass in dem von Rudolf Steiner beschriebenen Aufbau des Rosenkreuz-Sinnbildes schon „die drei höheren Erkenntnisstufen Imagination, Inspiration und Intuition“ angelegt wären. Und von dieser Behauptung ausgehend entwickelt sie ihre Herangehensweise, die den Inhalt der ganzen Studie ausmacht: Sämtliche Aussagen, sowohl des 1. Teils (Meditation), als auch des 2. Teils (Forschung) fußen auf dieser Voraussetzung. Doch dem nicht genug: Das von Dehmelt so Erarbeitete ist bis heute die Grundlage für die so weit verbreitete und als unumstößlich erkannt geltenden Vorstellungen vom Wesen dessen, was Rudolf Steiner als „Imagination“, „Inspiration“ und „Intuition“ bezeichnet hat.

Anna-Katharina Dehmelt meint also, nachdem sie feststellen musste, dass ihr das Wesen von „Imagination“ und „Inspiration“ verborgen ist, genau dasjenige in einer Darstellung Rudolf Steiners finden zu können, wovon sie gar keinen (klaren) Begriff bilden kann! Und zwar in einer solchen Darstellung Rudolf Steiners (in der vom Aufbau des Rosenkreuz-Sinnbildes nämlich), in der weder von Imagination, und noch viel weniger von Inspiration und Intuition auch nur ansatzweise die Rede ist.

Zusammenfassend stellt sie fest, dass beim „Meditieren vier Stufen unterschieden werden:

a)     Verankerung im Gegenstandsbewusstsein

b)     Das zur Imagination durchlässig und empfänglich gemachte Vorstellen (…)

c)     Das zur Inspiration durchlässig und empfänglich gemachte Fühlen (…)

d)     Das zur Intuition durchlässig und empfänglich gemachte Wollen (…)“[22]

„Geistige Forschung“

Im 2. Teil der Studie wird der Übergang von der Meditation zur „Forschung“ dargestellt, die Dehmelt zusammen mit anderen im Rahmen der „Firma für Anthroposophie“ durchgeführt hat. Aus den Erkenntnissen, die an der Rosenkreuzmeditation gewonnen waren, hatte man ein Schema entwickelt, das „als Methodik auf andere Inhalte“ übertragen wurde.[23]

Mit Blick auf eine zu entwickelnde Imagination erklärt sie:

„Es geht darum, sich zunächst im Gegenstandsbewusstsein eine voll durchdrungene Vorstellung zu verschaffen, die dann erinnert werden kann. In einem zweiten Schritt wird das an dieser Vorstellung zunächst unbewusst Erlebte vergleichsweise in Bildern beschrieben, die nach und nach zu Imaginationen werden können.“ [24]

Und den Vorgang, wie Imaginationen herausgebildet werden, beschreibt sie so:

„Um in diese Sphäre hineinzukommen, ist es hilfreich, sich klarzumachen, was das Material solch imaginativer Charakterisierungen sein kann. Hier kommen im Prinzip alle Sinnesbereiche in Frage, von Farben über Töne und Gerüche bis hin zu Bewegungen oder Schwere-Leichte-Empfindungen, aber auch Märchen-, Mythen- und Sagenbilder, Wetterstimmungen, Landschaften, überhaupt Naturbilder – kurz, alles, was wahrnehmbar ist und als sprechender Vergleich zur Charakterisierung angewandt werden kann. (…) Ein Mundwinkel kann anmuten wie eine dunkle Berghöhle, ein Brustkorb kann sprechen wie ein Sonnenaufgang und eine Gesamtgestalt kann klingen wie die ganz hohen und ganz tiefen Töne einer Orgel. Die bildhaften Vorstellungen treten bei vielen Menschen spontan auf; im großen und ganzen steht auf dieser Stufe eher zu viel als zu wenig Material bereit, die Bildproduktivität kommt ohne große Mühe in Gang. Für den Einzelnen ist oft nicht unterscheidbar, was von dem Bild er selbst produziert hat und was in sein Bewusstsein ohne eigenes Zutun eingetreten ist. Das spielt zunächst auch keine Rolle. Wichtig ist, dass das Bild für den einzelnen so ergriffen wird, dass es sein inneres Erleben am Objekt wirklich einfängt. Mit dieser kritischen Frage verpuffen manche Bilder sehr rasch; es bewähren sich die Bilder und Qualitäten, über die die Teilnehmer sich gut verständigen können. Das Ziel ist erreicht, wenn die Bilder und Qualitäten der anderen nachvollziehbar sind, auch wenn man selbst nicht auf sie gekommen wäre.“[25]

Bevor wir uns den Ausführungen Rudolf Steiners in „Die Geheimwissenschaft im Umriss“ zuwenden, fassen wir noch einmal das bisher Erarbeitete zusammen. Dehmelt behauptet:

1.     Rudolf Steiner habe in der „Geheimwissenschaft im Umriss“ am Beispiel der Rosenkreuz-meditation den Weg von der Imagination über die Inspiration zur Intuition beschrieben.

2.     Die Übungs-Anweisungen zur Inspiration und Intuition blieben aus dem Text unklar, doch könne ein Schritt weiter gegangen werden, als von Rudolf Steiner explizit dargestellt: Eine Beschreibung, wie an den drei Stufen der höheren Erkenntnis zu arbeiten sei, fände sich schon in seiner Darstellung des Aufbaus dieser Meditation.

3.     Daraus ergäbe sich, dass ein “durchlässig und empfänglich gemachtes Vorstellen“ zur Imagination führe, ein „durchlässig und empfänglich gemachtes Fühlen“ zur Inspiration und ein „durchlässig und empfänglich gemachtes Wollen“ zur Intuition.

4.     Die am Aufbau der Rosenkreuzmeditation gemachten Erkenntnisse könnten „als Methodik auf andere Inhalte“ angewendet, d.h. übertragen werden.

5.     Zur Entwicklung von Imaginationen: Das „unbewusst Erlebte“ von Vorstellungen, die im Gegenstandsbewusstsein (bei Rudolf Steiner auch „gewöhnliches Bewusstsein“ genannt) auftreten, könnten, indem sie „vergleichsweise in Bildern beschrieben“ werden, nach und nach zu Imaginationen weiter entwickelt werden.

6.     Um derartige Vorstellungen aufzubauen, könnte „alles, was wahrnehmbar ist“, und was „als sprechender Vergleich“ angewandt werden kann („ein Mundwinkel kann anmuten wie eine dunkle Berghöhle“ etc.), herangezogen werden. Es ist dieses Wahrgenommene und als sprechender Vergleich Angewandte, das sich zur Imagination weiter entwickeln könne.

7.     Dass eine Imagination entstanden ist, zeige sich daran, dass „die Bilder und Qualitäten der anderen Meditationsteilnehmer nachvollziehbar“ sind, d.h., es ist die Gruppe, die darüber entscheidet, ob eine Imagination erreicht wurde oder nicht.

Rudolf Steiner und kein Ende

Das Kapitel „Die Erkenntnis der höheren Welten (Von der Einweihung oder Initiation)“, von dem Anna-Katharina Dehmelt ausgeht, beginnt mit der Charakterisierung eines neben dem Zustand des Wachens und des Schlafens zu erwerbenden „dritten Seelenzustands“. Rudolf Steiner beschreibt diesen Seelenzustand so:

„Zu Erkenntnissen in höheren Welten gelangt der Mensch, wenn er sich, außer dem Schlafen und Wachen, noch einen dritten Seelenzustand erwirbt. Während des Wachens ist die Seele hingegeben den Sinneseindrücken und den Vorstellungen, welche von diesen Sinneseindrücken angeregt werden. Während des Schlafes schweigen die Sinneseindrücke; aber die Seele verliert auch das Bewusstsein. Die Tageserlebnisse sinken in das Meer der Bewusstlosigkeit hinunter. – Man denke sich nun: die Seele könnte während des Schlafes zu einer Bewusstheit kommen, trotzdem die Eindrücke der Sinne, wie sonst im tiefen Schlafe, ausgeschaltet blieben. Ja, es würde auch die Erinnerung an die Tageserlebnisse nicht vorhanden sein. Befände sich nun die Seele in einem Nichts? Könnte sie nun gar keine Erlebnisse haben? – Eine Antwort auf diese Frage ist nur möglich, wenn ein Zustand wirklich hergestellt werden kann, welcher diesem gleich oder ähnlich ist. Wenn die Seele etwas erleben kann, auch dann, wenn keine Sinneswirkungen und keine Erinnerungen an solche in ihr vorhanden sind. Dann befände sich die Seele in bezug auf die gewöhnliche Außenwelt wie im Schlafe; und doch schliefe sie nicht, sondern wäre wie im Wachen einer wirklichen Welt gegenüber.[26]

Diese gleich zu Anfang seiner Ausführungen gegebene Charakterisierung eines „dritten Seelenzustands“ ist die Grundlage, auf der alles Folgende aufbaut. Nur, wenn sich der Leser einen Begriff über diesen Seelenzustand erarbeitet hat, kann die Darstellung Rudolf Steiners verstanden werden. Wird diese Grundlage übersehen oder verkannt, müssen die sich daran anschließenden Ausführungen falsch verstanden werden. Alles, was im Folgenden über Imagination, Inspiration und Intuition ausgesagt wird, beruht auf dieser Grundlage.

Was ist das Wesen des von Rudolf Steiner so charakterisierten „dritten Seelenzustands“?

Es ist ein Zustand, der vom Wachzustand die Bewusstheit, vom Schlafzustand aber den vollständigen Ausschluss jeder Sinneswirkungen in sich trägt. Jede Sinneswirkung, auch jede Erinnerung daran, ist ausgeschlossen, und dennoch erlebt die Seele so, als „wäre sie im Wachen einer wirklichen Welt gegenüber“.

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Eine derartige Grundlegung fehlt in der Darstellung Anna-Katharina Dehmelts, die doch damit eine „grundlegende Einführung“ in die anthroposophische Meditation zu geben meint. Dehmelt beginnt ihre Darstellung unmittelbar mit den sogenannten „drei Stufen der höheren Erkenntnis“, ohne dass vorher der prinzipielle Unterschied, der zwischen dem gewöhnlichen Bewusstsein und einem höheren besteht, auch nur erfragt worden wäre. Setzt man aber die von Rudolf Steiner gegebene Grundlage an den Anfang der Überlegungen, ergibt sich sofort ein klares Bild: Es wird deutlich, dass die von Anna-Katharina Dehmelt und den anderen Vertretern einer „Anthroposophischen Meditation“ beschriebenen Erfahrungen und Übungen an demjenigen vorbei gehen, wovon Rudolf Steiner spricht. Die Übungen, die von diesen Vertretern vorgegeben oder angeboten werden, gehen nämlich davon aus, dass sich aus den an sinnlichen Objekten gemachten Beobachtungen und aus an diesen gebildeten Vorstellungen unmittelbar und direkt die erste Stufe einer „höheren Erkenntnis“ entwickeln lasse: die der Imagination nämlich. Dies aber ist unmöglich, nimmt man die von Rudolf Steiner gegebene Charakterisierung eines „höheren Bewusstseins“ ernst, die sich übrigens in seinen sämtlichen Ausführungen dazu – wenn auch immer wieder in einer etwas anderen Form – wiederfindet.[27] „Imaginationen“ können sich nicht unmittelbar aus physisch-sinnlichen Vorstellungen bilden; dies ist schier unmöglich. Die mit Hilfe des gewöhnlichen Bewusstseins gebildeten Vorstellungen, wie die des Rosenkreuzes, können lediglich dazu dienen, die Seele für einen neuen Bewusstseinszustand zu „trainieren“, sie darauf vorzubereiten.

Nur in diesem Sinne ist auch die sinnbildliche Meditation des Rosenkreuzes zu verstehen.

Die Vorstellungen, „welchen sich die Seele zum Ziele der Geistesschulung hingeben soll“, charakterisiert Rudolf Steiner so:

Sie sind so gestaltet, dass sie nicht ein Äußeres abbilden, sondern in sich selbst die Eigenart haben, auf die Seele weckend zu wirken. (…) Denn es kommt eben gar nicht darauf an, was die Vorstellungen enthalten, sondern lediglich darauf, dass die Seele alle ihre Kräfte darauf richtet, nichts anderes im Bewusstsein zu haben als die betreffende Vorstellung. Während im gewöhnlichen Seelenleben dessen Kräfte auf vieles verteilt sind und die Vorstellungen rasch wechseln, kommt es bei der Geistesschulung auf die Konzentration des ganzen Seelenlebens auf eine Vorstellung an. Nicht was vorgestellt wird, ist wesentlich, sondern darauf kommt es an, dass das Vorgestellte durch die Art des Vorstellens das Seelische von jeder Anlehnung an ein Physisches loslöst.“[28]

Anna-Katharina Dehmelt behauptet, dass Rudolf Steiner anhand der Rosenkreuzmeditation den Weg über Imagination, Inspiration und Intuition gewiesen habe. Der unkundige Leser könnte also meinen, dass dieser, unmittelbar anschließend an die Beschreibung der Rosenkreuzmeditation und ihres Aufbaus, auch die drei Stufen einer höheren Erkenntnis dargestellt hätte. Dem ist aber nicht so. Eben weil eine „höhere Erkenntnis“ sich nicht direkt aus einer solchen Meditation ergeben kann, erklärt Rudolf Steiner folgendes:

„Man wird solche Übungen in innerer Versenkung in der Regel lange durchzuführen haben, bevor man deren Ergebnisse selber wahrnehmen kann.“[29]

Imaginationen können nämlich gar nicht „entwickelt“ werden; sie kommen dem Suchenden „von der anderen Seite“ entgegen – gleichsam als Gnade und Geschenk.

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Zur Beschreibung der Meditation erscheinen die grundlegenden Zusammenhänge, die Rudolf Steiner zu Anfang charakterisiert hatte, erneut, gleichsam verwandelt und weiter entwickelt. Erneut werden der Schlaf- und der Wachzustand des Menschen vergleichend herangezogen, nun allerdings auf die Meditation bezogen:

„Am anschaulichsten wird der Vorgang der Meditation durch Vergleich derselben mit dem Schlafzustande. Sie ist diesem nach der einen Seite hin ähnlich, nach der anderen völlig entgegengesetzt. Sie ist ein Schlaf, der gegenüber dem Tagesbewusstsein ein höheres Erwachtsein darstellt.“ [30]

Es geht darum, dass die Seele eine solche Kraft in sich selbst entwickelt, die sich loszureißen vermag „von der Sinneswahrnehmung und von dem Gehirninstrument, an welches zunächst der Verstand gebunden ist“. Und nicht etwa eine „Imagination“, die in irgendeinem Zusammenhang zu dem vorher entwickelten (Sinn-)Bild steht, wird erlebt, wenn dieser Vorgang des „Losreißens“ stattgefunden hat. Ganz im Gegenteil:

„Diese Losreißung kann nicht früher geschehen, als bis der Mensch fühlt: jetzt stelle ich etwas vor durch Kräfte, bei denen mir meine Sinne und das Gehirn nicht als Werkzeuge dienen. Das erste, was der Mensch auf diesem Wege erlebt, ist ein solches Freiwerden von den physischen Organen. (…) Das ist das erste rein geistige Erlebnis: die Beobachtung einer seelisch-geistigen Ich-Wesenheit.“[31]

Und nun charakterisiert Rudolf Steiner das erste Auftreten von Imaginationen. Und zwar so:

„Das erste Erlebnis ist daher in gewissem Sinne Selbstwahrnehmung. Es gehört zum Wesen der Geistesschulung, dass die Seele durch die an sich geübte Selbsterziehung an diesem Punkte ihrer Entwickelung ein volles Bewusstsein davon hat, dass sie zunächst sich selbst wahrnimmt in den Bilderwelten (Imaginationen), die infolge der geschilderten Übungen auftreten. Diese Bilder treten zwar als lebend in einer neuen Welt auf; die Seele muss aber erkennen, dass sie doch nichts anderes zunächst sind als die Widerspiegelung ihres eigenen durch die Übungen verstärkten Wesens“.[32]

In ihrem Inhalt haben diese „Bilderwelten“ mit dem einstmals meditierten Sinnbild nichts zu tun; stattdessen erlebt die Seele darin ihr eigenes, „durch die Übung verstärktes Wesen“ – und auch dies als Gnade und Geschenk und nicht dann, wenn der Meditierende dies zu erzwingen meint.

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An dieser Stelle kann natürlich nicht der ganze Text der „Geheimwissenschaft im Umriss“ wiedergegeben werden; dies kann sich der interessierte Leser nur selber erarbeiten. Hier sei aber noch auf ein zentrales Element dieser Darstellung hingewiesen:

Nachdem Rudolf Steiner das neugeborene „zweite Ich“ charakterisiert hat, geht er ausführlich und über lange Passagen des Buches auf die Rolle des zu schulenden Denkens ein. Doch nicht etwa eines Denkens, das sich – so wie gewöhnlich – aus der Beobachtung der physisch-sinnlichen Welt ergibt:

„Die innere Gediegenheit der imaginativen Erkenntnisstufe wird dadurch erreicht, dass die dargestellten seelischen Versenkungen (Meditationen) unterstützt werden von dem, was man die Gewöhnung an ‚sinnlichkeitsfreies Denken‘ nennen kann. Wenn man sich einen Gedanken auf Grund der Beobachtung in der physisch-sinnlichen Welt macht, so ist dieser Gedanke nicht sinnlichkeitsfrei. Aber es ist nicht etwa so, dass der Mensch nur solche Gedanken bilden könne. (…) Dadurch, dass man sich unablässig zum Eigentum macht, was die Geistesforschung sagt, gewöhnt man sich an ein Denken, das nicht aus den sinnlichen Beobachtungen schöpft. Man lernt erkennen, wie im Innern der Seele Gedanke sich an Gedanke webt, wie Gedanke den Gedanken sucht, auch wenn die Gedankenverbindungen nicht durch die Macht der Sinnenbeobachtung bewirkt werden.“[33]

Für Rudolf Steiner ist die Ausbildung und Schulung des Denkens grundlegend. Und zwar so grundlegend, dass er auf einen zweiten, ebenfalls auf einer Schulung des Denkens beruhenden Weg verweist, welcher ebenfalls die imaginative Erkenntnisstufe grundlegend vorbereitet:

„Es ist der Weg, welcher durch die Mitteilungen der Geisteswissenschaft in das sinnlichkeitsfreie Denken führt, ein durchaus sicherer. Es gibt aber noch einen andern, welcher sicherer und vor allem genauer, dafür aber auch für viele Menschen schwieriger ist. Er ist in meinen Büchern ‚Erkenntnistheorie der Goetheschen Weltanschauung‘ und ‚Philosophie der Freiheit‘ dargestellt. Diese Schriften geben wieder, was der menschliche Gedanke sich erarbeiten kann, wenn das Denken sich nicht den Eindrücken der physisch-sinnlichen Außenwelt hingibt, sondern nur sich selbst. Es arbeitet dann das reine Denken, nicht das bloß in Erinnerungen an Sinnliches sich ergehende in dem Menschen, wie eine in sich lebendige Wesenheit.“[34]

Nach Rudolf Steiner gibt es also zwei Wege, die in einen imaginativen Bewusstseinszustand hineinzuführen vermögen: der eine geht mit der Schulung des sinnlichkeitsfreien Denkens einher, der andere mit der des sogenannten „reinen Denkens“. Die von den Vertretern einer „Anthroposophischen Meditation“ zur Erlangung von „Imaginationen“ gegebenen Übungen aber zielen auf das genaue Gegenteil: Ein Denken ist hier gar nicht vorgesehen; sämtliche Anweisungen, die zur Erlangung von „Imaginationen“ gemacht werden, beschränken sich auf Vorstellungen, die von physisch-sinnlich Wahrgenommenem ausgehen. Und zwar auf ein solches Wahrgenommenes, das in Phantasien umgewandelt werden kann. (Dehmelt: Ein Mundwinkel kann anmuten wie eine dunkle Berghöhle, ein Brustkorb kann sprechen wie ein Sonnenaufgang und eine Gesamtgestalt kann klingen wie die ganz hohen und ganz tiefen Töne einer Orgel.[35])

Das Lesen von Kochbüchern

Rudolf Steiner hat immer wieder davor gewarnt, seine Bücher „wie Kochbücher“ zu lesen – würde man sie so lesen, so täte man besser daran, tatsächlich Kochbücher zur Hand zu nehmen und nicht die von ihm geschriebenen Bücher.[36]

Wie weiter oben dargestellt, fußt die Arbeitsgrundlage, die Dehmelt entwickelt hat, auf der Auffassung, dass im Aufbau der Rosenkreuzmeditation schon die Übungen zu allen drei Stufen der höheren Erkenntnis angelegt sei. Durchgängig geht sie (und mit ihr die übrigen Vertreter einer „Anthroposophischen Meditation) davon aus, dass zwischen Gefühl und Inspiration ein unmittelbares Verhältnis bestehen würde. Diese Auffassung geht darauf zurück, dass Dehmelt glaubt, in demjenigen, was Rudolf Steiner als zu erlebendes „Gefühl“ beim Aufbau der Rosenkreuzmeditation beschrieben hat, eine Übung zur Erlangung der Inspiration entdeckt zu haben. Auf dieser Grundlage wird z.B. festgestellt, dass das Erleben des Gefühls der Keuschheit, das sich bei der Vorstellung des grünen Pflanzensaftes einstellen soll, schon eine Übung zur Erlangung der Inspiration sei. Dehmelt erklärt:

„Dies hat allerdings zur Voraussetzung, dass man Rudolf Steiners Anleitungen tatsächlich befolgt. (…) Es ist also nicht damit getan, Grün als Ausdruck von Keuschheit zu kennen, sondern in der Seele tatsächlich ein Grün zu erzeugen, das man selbst als Ausdruck von Keuschheit erleben kann. (…) Man wird sich Anleihen in der Sinneswelt holen, etwa die verschiedenen Grüns verschiedener Pflanzen oder verschiedener Wiesen (…) Man wird auch weitere Sinnesqualitäten zu Hilfe nehmen: Welche Konsistenz hat die grüne Flüssigkeit? Welche Temperatur? Wie lichtdurchlässig ist sie? Wie riecht sie, und wie bewegt sie sich? (…) Ebenso ist es mit den Gefühlen. (…) Wie fühlt sich die grüne Flüssigkeit als Ausdruck der Keuschheit in mir an? Hat das etwas mit Beseeligung zu tun?“[37]

Mit Nachdruck betont Anna-Katharina Dehmelt, dass sie den Ausführungen Rudolf Steiners, die sie hier als „Anleitungen“ bezeichnet, unmittelbar folgt. Dazu „versenkt“ sie sich in die verschiedenen Vorstellungen, die sich ihr aus physisch-sinnlich Wahrgenommen ergeben und beginnt, davon ausgehend, Überlegungen anzustellen. Sie reichert also das „Material“ weiter mit Sinneseindrücken an, die sie dann mit „Gefühlen“ und den sich daran anschließenden Vorstellungen (Phantasien) zu durchtränken versucht.

Rudolf Steiner aber beschreibt genau den entgegengesetzten Weg. Der Meditierende muss, ausgehend von den Seelenqualitäten, die er sich in der Übung des sinnlichkeitsfreien oder, besser noch, reinen Denkens erworben hat, darum ringen, sich aus dem gewöhnlichen Bewusstsein, das sich am Erleben des Physisch-Sinnlichen gebildet hat, loszureißen. Es geht darum, einen dritten Bewusstseinszustand zu erlangen, der erst dann eintritt, „wenn die Seele etwas erleben kann, auch dann, wenn keine Sinneswirkungen und keine Erinnerungen an solche in ihr vorhanden sind“.[38] Diese Worte Rudolf Steiners, die sich schon auf der ersten Seite seiner Ausführungen über „Die Erkenntnis der höheren Welten“ in „Die Geheimwissenschaft im Umriss“ befinden, sind und bleiben grundlegend. Sie durchziehen – in abgewandelter Form immer wiederkehrend – alle seine nachfolgenden Ausführungen. Es geht nicht darum, sich tiefer in Sinneswahrnehmungen zu verstrikken, die dann, im Glauben, sich daraus zu lösen, mit Elementen der Phantasie durchtränkt werden. Nein, es geht darum, sich so, wie dies im sinnlichkeitsfreien (oder besser noch reinen) Denken geschieht, auch wahrnehmend von der Grundlage des physisch-sinnlichen Gehirns zu befreien.

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Nur auf dieser Grundlage kann dasjenige, was Rudolf Steiner über die Arbeit zur Vorbereitung eines inspirativen oder intuitiven Bewusstseins geschrieben hat, überhaupt verstanden werden. Weil aber Anna-Katharina Dehmelt genau den entgegengesetzten Weg eingeschlagen hat – den der heutigen, durch Elemente der New-Age-Praktiken durchtränkten Psychologie und Psychotherapie[39] – bleibt ihr der Sinn dieser Ausführungen verschlossen. Sie bekennt (wie weiter oben schon zitiert):

„Die Anweisungen Rudolf Steiners, insbesondere für Inspiration und Intuition, sind nicht leicht zu befolgen. Worauf genau soll die Seele sich richten, wenn sie das Bild beiseite schaffen und die eigene Seelentätigkeit in den Mittelpunkt rücken soll. Zwar mag sich in der Seele manches finden, aber was genau ist gemeint?[40]

Bei Rudolf Steiner dagegen kann man – unmittelbar im Anschluss an seine Darstellung der Rosenkreuzmeditation – lesen,

dass nicht die Abbildungen der Sinneswahrnehmungen dasjenige sind, was zur Weckung der höheren Seelenfähigkeiten führt, sondern dass diese Wirkung lediglich durch die Art der Zusammenfügung dieser Einzelheiten hervorgerufen wird. Und diese Zusammenfügung bildet nicht etwas ab, was in der Sinneswelt vorhanden ist.“[41]

Hat Anna-Katharina Dehmelt, die seit vielen Jahren mit diesen Ausführungen Rudolf Steiners zur Rosenkreuzmeditation arbeitet und in unzähligen Seminaren ihre Arbeit anbietet, all das überlesen? Und all die Mitarbeiter und Teilnehmer ihrer Seminare: Haben sie selbst nachgelesen, was und wie Rudolf Steiner darüber spricht? Oder haben sie sich mit dem Angebot Dehmelts zufrieden gegeben?

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In der „Art der Zusammenfügung“ der Einzelheiten, die die Rosenkreuzmeditation ausmachen, liegt die Kraft begründet, was dann, wenn man sich in dieses vertieft, zur „Weckung der höheren Seelenfähigkeiten“ führen kann. Die Übungen, die zur Inspiration führen sollen, betreffen also das Wesen der von Rudolf Steiner gegebenen Meditationen. Er beschreibt diese Übungen so:

„Während aber bei jenen Übungen, welche zur Imagination führen, eine Anknüpfung stattfindet an die Eindrücke der sinnlich-physischen Welt, muss bei denen für die Inspiration diese Anknüpfung immer mehr wegfallen. Um sich zu verdeutlichen, was da zu geschehen hat, denke man nochmals an das Sinnbild des Rosenkreuzes. Wenn man sich in dasselbe versenkt, so hat man ein Bild vor sich, dessen Teile von Eindrücken der sinnlichen Welt genommen sind: die schwarze Farbe des Kreuzes, die Rosen usw. Die Zusammenstellung dieser Teile zum Rosenkreuz ist aber nicht aus der sinnlich-physischen Welt genommen. Wenn nun der Geistesschüler versucht, aus seinem Bewusstsein das schwarze Kreuz und auch die roten Rosen als Bilder von sinnlich-wirklichen Dingen ganz verschwinden zu lassen und nur in der Seele jene geistige Tätigkeit zu behalten, welche diese Teile zusammengesetzt hat, dann hat er ein Mittel zu einer solchen Meditation, welche ihn nach und nach zur Inspiration führt. Man frage sich in seiner Seele etwa in folgender Art: Was habe ich innerlich getan, um Kreuz und Rose zu dem Sinnbild zusammenzufügen? Was ich getan habe (meinen eigenen Seelenvorgang), will ich festhalten; das Bild selber aber aus dem Bewusstsein verschwinden lassen. Dann will ich alles in mir fühlen, was meine Seele getan hat, um das Bild zustande zu bringen, das Bild selbst aber will ich mir nicht vorstellen. Ich will nunmehr ganz innerlich leben in meiner eigenen Tätigkeit, welche das Bild geschaffen hat. Ich will mich also in kein Bild, sondern in meine eigene bilderzeugende Seelentätigkeit versenken.“ 43

Tatsächlich erscheint auch im Text Rudolf Steiners das Wort „fühlen“, allerdings in einem ganz anderen Zusammenhang. Gefühlt werden soll dasjenige, „was meine Seele getan hat, um das Bild zustande zu bringen“. Die „eigene bilderzeugende Seelentätigkeit“ soll in den Mittelpunkt treten, nicht aber irgendein Gefühl, welches, so wie die grüne Farbe des Pflanzensaftes, den Aufbau des Sinnbildes begleitet hatte. Nicht das Fühlen von „Eindrücken der physisch-sinnlichen Welt“ steht mit der Entwicklung eines inspirativen Bewusstseinszustands in einem Zusammenhang. Diese Eindrücke müssen, ganz im Gegenteil, immer mehr „wegfallen“. Stattdessen aber geht es darum, jene geistige Tätigkeit zu erleben, „welche diese Teile zusammengesetzt hat“.

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Der mit der Anthroposophie Rudolf Steiners Arbeitende kann sich für einen höheren Bewusstseinszustand nur vorbereiten; ob, wie und wann er diesen erlangt, hängt von vielen Elementen ab, die sich seinem gewöhnlichen Bewusstsein (noch) entziehen. Grundlegend für diesen Weg ist eine Schulung des Denkens, die mit dem Lesen-Lernen der Schriften Rudolf Steiners Hand in Hand geht. Hier gilt es, in diesen Schriften nicht dasjenige zu suchen und (wieder-)finden zu wollen, was von einer ganz anderen Seite ausgehend erfahren und erlebt wurde. Diese andere Seite geht nämlich von einem Anliegen aus, welches dem der Anthroposophie Rudolf Steiners entgegengesetzt ist. Weder ein Wohlbefinden kann das Ziel einer wahrhaft anthroposophischen Arbeit sein, noch eine Verstärkung des physisch-sinnlichen Bewusstseins, welches mit Elementen der Phantasie soweit aufgelöst wird, dass es jeden Bezug zu einer Wirklichkeit, selbst zu der physisch-sinnlichen, verloren hat.

(wird fortgesetzt – siehe: www.ignisverlag.com)

                                                                       Irene Diet, im März 2018

 

 



[1]    Hier die wichtigsten: (1) Anthroposophische Meditation westlicher spiritueller Weg: www.anthroposophische-meditation.org ; (2) Anthroposophische Meditation (Th. Mayer und A. Hardorp): www.Anthroposophische-Meditation.de ; (3) Institut für Anthroposophische Meditation (Dehmelt): www. infameditation.de ; (4) Goetheanum Initiative Meditation Worldwide: www.meditation. Goetheanum.org ; (5) Gesellschaft für Bildekräfteforschung: www. Bildekraefte. de ; (6) D.N. Dunlop Institut: www.dndunlop-institut.de ; (7) Akanthos Akademie: www.akanthos-akademie.de ; (8) Gesellschaft für Angewandte Geistesforschung (Frank Burdich): www. geistesforschung-gmbh.de

[2]    So fand vom 23. Bis 25. Februar 2018 die alljährliche, u.a. von der Anthroposophischen Gesellschaft in Deutschland organisierte Tagung zu „Meditation als Erkenntnisweg – die Vielfalt anthroposophischer Ansätze“ in Stuttgart statt.

[3]    Natürlich gibt es Unterschiede zwischen den einzelnen Vertretern, die sich unter dem gemeinsamen Arbeitsmotto der „Anthroposophischen Meditation“ zusammen gefunden haben. Hier kann auf diese Unterschiede nicht im Einzelnen eingegangen werden, doch wird versucht, solche Fragen zu stellen, die das Wesen dieser Arbeitsform, so wie sie heute in die Welt getreten ist, betrifft.

[4]    Der Generalsekretär der Anthroposophischen Gesellschaft in Deutschland, Michael Schmock, Gründungsmitglied der „Firma für Anthroposophie“, gehört zu den zentralen Vertretern dieser Arbeitsrichtung. So findet u.a. seit 2012 alljährlich ein von der deutschen Landesgesellschaft und ganz besonders von Schmock unterstütztes Arbeitskolloquium zur „Übersinnlichen Wahrnehmung“ statt. Am 13. Dezember 2017 traf man sich, auf seine Einladung, erneut in Stuttgart. – Die Angebote der Vertreter der „Anthroposophischen Meditation“ sind mittlerweile auch für verschiedene Rudolf Steiner Häuser tragend geworden, so z.B. für das in Berlin, Hamburg und Stuttgart.

[5]    www.meditation.goetheanum.org

[6]    Wie schon angedeutet, gibt es Differenzen zwischen den einzelnen Meditationslehrern. Während die meisten den Anspruch erheben, eine spezifisch Anthroposophische Meditation zu vertreten, betont Thomas Mayer, dass die Unterschiede zwischen einer anthroposophischen und einer östlich inspirierten Meditation gering seien. In einem Artikel, der im Oktober 2013 in „Anthroposophie weltweit“ erschienen ist, erklärte er: Ab 1900 traten esoterische Meister weltweit in die Öffentlichkeit und öffneten die esoterischen Schulen. Zum Beispiel: Rudolf Steiner (Anthroposophie), Peter Deunov und Mikhael Aivanhov (Weiße Bruderschaft), Hazrat Inayat Khan (Internationaler Sufiorden), Swami Sivananda (Yoga) oder die Meister der verschiedenen buddhistischen Richtungen, die echten Meister aus dem Hinduismus und später Schamanen aller Kontinente. Diese esoterischen Schulen ergänzen sich und gehören zusammen. Es gibt verschiedene Ausgangspunkte, Herangehensweisen und Aufgaben, aber keine wirklichen Differenzen“

[7]    Siehe: www.anthroposophische-meditation.org

[8]    Siehe den Flyer „Anthroposophische Meditation“. Programm 2018, organisiert von Thomas Mayer und Agnes Hardorp.

[9]    Siehe dazu z.B. die Beiträge der einzelnen Interview-Partner, vor allem gegen Ende der Interviews, auf: www.anthroposophische-meditation.org

[10]   www.anthroposophische-meditation.org

[11]   Diese „Hinwendung“ zu Rudolf Steiner ist auffällig. Meist erscheinen schon in den Ankündigungs-Flyer der Tagungen und Seminare Zitate Rudolf Steiners. Siehe z.B. das Flyer für die alljährliche, u.a. von der Anthroposophischen Gesellschaft in Deutschland organisierte Tagung zu „Meditation als Erkenntnisweg – die Vielfalt anthroposophischer Ansätze“, die vom 23. Bis 25. Februar 2018 in Stuttgart stattgefunden hat.

[12]   Siehe dazu carpathian-spirit.org/dirk-kruse. Genaueres dazu u.a. im Aufsatz von Dirk Kruse: Seelisches Beobachten in der Natur.

[13]   Dehmelt, Anna-Katharina, Meditation und Forschung, Teil I: Meditation, in: die Drei 3/2009; Teil II: Forschung, in: die Drei, 4/2009.

[14]   Siehe Dehmelt., A.-K., Meditation, a.a.O., in: die Drei, 4/2009, S. 48, Fußnote 12.

[15]   Zit. nach: Dehmelt, A.-K., Meditation, a.a.O., in: die Drei, 3/2009, S. 53.

[16]   Zit. nach Rudolf Steiner, Die Geheimwissenschaft im Umriss, GA 13, S. 309.

[17] Zit. nach: Dehmelt, A.-K., Meditation, a.a.O., in: die Drei, 3/2009, S. 53.

[18]   Zit. nach: Dehmelt, A.-K., Meditation, a.a.O., in: die Drei, 3/2009, S. 54.

[19]   Zit. nach: ebenda, S. 56. Gesperrt gedruckte Hervorhebung von mir – I.D.

[20]   Zit. nach: ebenda. Gesperrt gedruckte Hervorhebung von mir – I.D.

[21]   Zit. nach: ebenda.

[22]   Zit. nach: ebenda, S. 67.

[23]   Zit. nach: Dehmelt, A.-K., Meditation, a.a.O., in: die Drei 4/2009, S. 48.

[24]   Zit. nach: ebenda, S. 51. Gesperrt gedruckte Hervorhebung von mir – I.D.

[25]   Zit. nach: ebenda, S. 49. Gesperrt gedruckte Hervorhebung von mir – I.D.

[26]   Zit. nach: Rudolf Steiner, Die Geheimwissenschaft, a.a.O., S. 299f. Gesperrt gedruckte Hervorhebung von mir – I.D.

[27]   Siehe dazu ganz besonders den Aufsatz Rudolf Steiners über „Die Erkenntnis vom Zustand zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, der 1916/17 in der Zeitschrift „Das Reich“ erschienen ist. Heute abgedruckt in: Rudolf Steiner, Philosophie und Anthroposophie. 1904-1923, GA 35, S. 269ff.

[28]   Zit. nach: Rudolf Steiner, Die Geheimwissenschaft, a.a.O., S. 308. Gesperrt gedruckte Hervorhebungen von mir – I.D.

[29]   Zit. nach: ebenda, S. 316.

[30]   Zit. nach: ebenda, S. 318.

[31]   Zit. nach: ebenda, S. 319. Gesperrt gedruckte Hervorhebungen von mir – I.D.

[32]   Zit. nach: ebenda, S. 319f. Gesperrt gedruckte Hervorhebungen von mir – I.D

[33]   Zit. nach: ebenda, S. 340 ff. Gesperrte Hervorhebungen von mir – I.D

[34]   Zit. nach: ebenda, S. 343. Gesperrt gedruckte Hervorhebungen von mir – I.D

[35]   Zit. nach: Dehmelt, A.-K., Meditation, a.a.O., in: die Drei 4/2009, S. 49.

[36]   Siehe Diet, Irene, Rudolf Steiner – ein Verfasser von Kochbüchern?, in: www.ignisverlag.com, Artikel.

[37]   Zit. nach: Dehmelt, A.-K., Meditation, a.a.O., in: die Drei 3/2009, S. 61f.

[38]   Zit. nach: Rudolf Steiner, Die Geheimwissenschaft, a.a.O., S. 299f.

[39]   Als eine der wichtigsten Grundlagen für die Art der Arbeit der Vertreter der „Anthroposophischen Meditation“ kann das „Katathyme Bilderleben“ (Katathym Imaginative Psychotherapie – KIP) gelten, das 1954 von Hanscarl Leuner entwickelt wurde. Dieses speist sich u.a. aus Elementen des New-Age und hat auch dieses wieder befruchtet. Wie nahe die von den Vertretern der „Anthroposophischen Meditation“ praktizierten Übungen diesen Praktiken sind, kann jeder, der sich mit beiden beschäftigt, selbst erfahren.

[40]   Zit. nach: Dehmelt, A.-K., Meditation, a.a.O., in: die Drei 3/2009, S. 56.

[41]   Zit. nach: Rudolf Steiner, Die Geheimwissenschaft, a.a.O., S. 314. Gesperrt gedruckte Hervorhebung von mir – I.D.

 



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