Waldorfpädagogik ohne Anthroposophie? Zum Niedergang der anthroposophischen Pädagogik

(Schriftliche Wiedergabe des Vortrags)

Gehalten in Pforzheim am 22. 11. 2003


Einleitung


Liebe Zuhörer!

In diesem Vortrag möchte ich über den Zustand der anthroposophischen Pädagogik sprechen, wie ich ihn aus meiner Situation heraus wahrnehme. Wenn ich den Begriff anthroposophische Pädagogik gebrauche, meine ich nicht nur die Waldorfschulen, sondern auch die Waldorfkindergärten, die heilpädagogischen Schulen und Heime und die Internatseinrichtungen. Ich gebrauche dieses Wort also als Sammelbegriff.

Der Standort, von dem aus ich diesen Zustand betrachte, ist der des anthroposophisch ausgebildeten Heilpädagogen, der in einer eigenen, ambulanten Praxis arbeitet. In meiner Praxis werden Kinder vorgestellt, die Verhaltensauffälligkeiten zeigen wie z. B. Aggressionen, Unruhe, provokatives, störendes Verhalten, aber auch Kinder, die Schwierigkeiten im Lernvermögen haben oder andere Entwicklungsrückstände aufweisen. Ich bin dann derjenige, der eine heilpädagogische Diagnose erstellen muss und die Therapie durchführt. Dazu gehören viele Gespräche, die ich mit Eltern, Erzieherinnen, Lehrern und anderen Pädagogen führe, um die Entwicklungssituation des Kindes so weit erklärbar zu machen, dass aus dem Verständnis dieser Situation die Möglichkeit erwächst, in der Umgebung des Kindes Veränderungen in der Erziehungshaltung der Erwachsenen zu bewirken und damit fördernd auf die Entwicklung des Kindes zu wirken

Ich betrachte den Zustand der anthroposophischen Pädagogik auch aus der Sicht des ehemaligen Lehrers einer heilpädagogischen Waldorfschule und aus der Sicht des Vaters von fünf Kindern, die alle an eine Waldorfschule gingen oder noch gehen. Nicht zuletzt betrachte ich diesen Zustand auch als ehemaliger Waldorfschüler, also eine 40 jährige Wahrnehmung der anthroposophischen Pädagogik.

Ich werde in diesem Vortrag auf eine Vielfalt von Phänomenen hinweisen, die mir alle wichtig scheinen, aber nicht genügend Zeit zur Verfügung haben, alle ausreichend zu vertiefen. Ich setzte also einiges an Grundlagen der Anthroposophie und ihrer Pädagogik voraus, werde mich aber auch bemühen Quellen zu nennen, wo man sich mit diesen Phänomenen noch mehr auseinandersetzen kann, um zu einem eigenen Urteil zu kommen.

Ich hoffe, dass mir die Gratwanderung zwischen Vielfalt und doch das Wesentliche, um das es mir geht, gut zur Darstellung zu bringen, gelingt.

 

Ist die Anthroposophie Voraussetzung der anthroposophischen Pädagogik?

Ich möchte mit einem Zitat von Rudolf Steiner beginnen: " Das ist es aber, um was es sich handelt: Dass doch alle die einzelnen Unternehmungen herausgewachsen sind aus dem Mutterboden der Anthroposophie und man dessen eingedenk bleiben muss, dass man vor allen Dingen wirklich Anthroposoph bleiben muss, dass man dieses Zentrum nicht verleugnen darf, nicht verleugnen darf als Waldorfschul-Lehrer, nicht verleugnen darf als Mitarbeiter des Kommenden Tages, nicht verleugnen darf als Forscher, nicht verleugnen darf als Mediziner, dass man niemals auch nur im Entferntesten auf die Gesinnung kommen soll, zu sagen: Ich habe für die allgemeinen anthroposophischen Angelegenheiten keine Zeit. Sonst könnte zwar eine Zeitlang in jeder dieser Unternehmungen Leben sein, weil die Anthroposophie als solche wirklich Leben enthält und geben kann, aber es könnte dieses Leben nicht auf die Dauer unterhalten werden. Es würde versiegen, auch für die einzelnen Unternehmungen." GA 257 Seite 84. Das ist einer von vielen Hinweisen Rudolf Steiners über die Bedeutung der Anthroposophie für die anthroposophische Pädagogik. In jedem pädagogischen Zyklus, den Rudolf Steiner gehalten hat, ist diese Bedeutung der Anthroposophie und Ihrer Menschenkunde im Sinne der Voraussetzung explizit oder implizit zur Darstellung gekommen. Verfolgen wir diese Hinweise, so werden wir auf drei große Bereiche verwiesen, in denen sie die Grundlage, die Bedingung der anthroposophischen Pädagogik darstellt.

 

1.  So wie jeder Handwerker, jeder Arbeiter, ein Instrument, ein Werkzeug braucht, sei es Zange, Hammer oder Hobel, so braucht auch der Pädagoge ein Instrument und das ist er selbst, seine ganze Wesenheit, seine Persönlichkeit . "., denn Sie werden nicht gute Erzieher und Unterrichter werden, wenn Sie bloß auf dasjenige sehen werden, was Sie tun, wenn Sie nicht auf dasjenige sehen werden, was Sie sind." GA 293 Seite 27. Dieses Instrument muss ich aber in der richtigen Art und Weise zubereiten und das geschieht nur, wenn ich die Geisteswissenschaft so verinnerliche, dass sie entfaltend, veredelnd auf meine Individualität, dass sie heilsam und stärkend auf meine Wesensglieder wirken kann. Das Erziehungsprinzip des zweiten Jahrsiebt z. B. ist die Autorität. Schon da ergeben sich in der heutigen Zeit viele Missverständnisse, auch bei einer Vielzahl von anthroposophischen Pädagogen. Bei dem Wort Autorität denken viele an die blinde, die aufgesetzte, die erzwungene Autorität. Rudolf Steiner spricht aber von der geliebten, der selbstverständlichen, der würdigen Autorität. Wie macht er sich zu der geliebten, zu dieser würdigen Autorität? Zu der Autorität, der das Kind nachfolgen will, von der es sich etwas sagen lässt? Indem er sich mit der Anthroposophie so verbindet, dass sie wesensverändernd auf ihn wirken kann!

2.  Das geistige Band zwischen Kind und Pädagogen muss gegeben sein, wenn Erziehung gesundend wirksam sein soll und nicht nur eine wesensfremde Wissensabfüllung, ein geistloses trainieren von Funktionen. Rudolf Steiner nennt dieses Band die Imponderabilien. "Dasjenige, was wir heute gewinnen als unseren Vorstellungsinhalt, das ist im Grunde genommen etwas sehr, sehr Abstraktes. Durch diesen Vorstellungsinhalt können wir uns als Lehrer, als Pädagogen, als Erzieher auch dem werdenden Menschen nicht nähern. Es ist gewissermaßen eine Scheidewand zwischen uns und dem anderen Menschen. Sie ist da im sozialen Leben und bringt uns unser soziales Unheil. Sie ist da auch in so speziellen Gebieten wie im Unterrichten, im Erziehen. Durch die naturwissenschaftlich materialistische Entwicklung, die unser ganzes Denken angenommen hat und die auch in unsere Gesinnung eingeflossen ist, ist alles dasjenige, was wir über Seele, über Geist zu sagen haben, nach und nach zur Phrase geworden; und aus der Phrase heraus kann man nicht handeln, aus der Phrase heraus kann man sich zu dem erwachsenen Menschen nicht verhalten. Man kann sich auch dem Kinde gegenüber aus der Phrase nicht verhalten. Man muss zur Realität vordringen. Diese Realität, die wird uns nicht zuteil, wenn wir nur jenes abstrakte intellektualistisches Verstandesleben haben, wie es durch die bisherige naturwissenschaftliche Richtung gepflegt worden ist. ..... Da bekommt man eine ganz andere Stellung zum Geiste, wenn man sich an dasjenige hält, was Geistwissenschaft geben kann." GA 301 Seite 61. Im weiteren Verlauf des Vortrags wird immer deutlicher, wie es die Geisteswissenschaft ist, die uns zur Realität führt und uns dadurch dem Kinde näher bringt, dazu beiträgt, die "Scheidewände" verschwinden zu lassen.

3.  Durch die Vertiefung der geisteswissenschaftlichen Menschenkunde, können wir immer besser die Entwicklungsgesetzmäßigkeiten des werdenden Menschen kennen lernen. Dadurch kommen wir nach und nach dazu, die Veränderungen im Wesensgliedergefüge des Kindes, zuerst ahnend, zunehmend deutlicher, wahrzunehmen. Das ist die Voraussetzung dafür, dass wir mit unseren Erziehungsmaßnahmen adäquat auf diese Entwicklung einwirken und dadurch zur Entfaltung der Wesenheit des Kindes wesentlich beitragen.

Im Heilpädagogischen Kurs geht Rudolf Steiner genauer darauf ein. Er schildert im zweiten Vortrag, wie der Pädagoge mit seinem höheren Wesensglied auf das darunterliegende des Kindes wirkt. Der Pädagoge wirkt mit seinem Ätherleib auf den physischen Leib, mit seinem Astralleib auf den Ätherleib, mit seinem Ich auf den Astralleib und mit seinem Geistselbst auf das Ich des Kindes. Ausdrücklich betont er, dass auch der allerschlechteste Erzieher mit seinem Geistselbst auf das Ich des Kindes wirkt. In dieser Hinsicht haben wir auch die Möglichkeit, uns der Hilfe der geistiger Wesenheiten zu versichern, die dieses Geistselbst nicht nur so keimhaft ausgebildet haben wie wir, die uns in der Sprache als der darin wirkende Sprachgenius zur Hilfe kommen. Wir lesen an dieser Stelle, wie wir unsere Wesensglieder so ausbilden, so gestalten müssen, dass sie ein instinktives Verhältnis zu dem entwickeln, was an Hemmungen in den Wesensgliedern des Kindes vorgeht, aber auch Wirkungen von diesen Wesensgliedern des Pädagogen ausgehen müssen, die gesundend und harmonisierend sind. Diese Wirkungen sind magischer Art. Durch das geisteswissenschaftliche Interesse am Mysterium Mensch erziehen wir unsere Wesensglieder dazu, dass diese gesundenden, magischen Wirkungen von ihnen ausgehen können. Deutlich kommt in diesem Vortrag zum Ausdruck, wie die pädagogische Wirksamkeit über die Geisteswissenschaft zum Entstehen gebracht werden muss.

Walter Holtzapfel hat ein kleines Büchlein über dieses pädagogische Gesetz geschrieben mit dem Titel "Wie wirkt der Erzieher". In dieser Broschüre sagt er, dieses pädagogische Gesetz wäre in der anthroposophischen Pädagogik von den Pädagogen zu wenig beachtet worden, weil es im Heilpädagogischen Kurs stand und von den Heilpädagogen, weil es das pädagogische Gesetz heißt.

Zu wenig beachtet, das kann man vom ganzen Werk Rudolf Steiners im Verhältnis zu uns Anthroposophen sagen.

 

Welche Entwicklung vollzog sich stattdessen?

Die oben beschriebenen Wirksamkeiten stellen die Voraussetzungen und den verbindlichen Kern der anthroposophischen Pädagogik und ihrer Wirksamkeit dar. Verbindlich im Sinne von verpflichtend. Natürlich habe ich die Freiheit, ob ich das will oder nicht. Diese Freiheit hört aber mit dem Eintritt in eine Einrichtung der anthroposophischen Pädagogik auf. Ob ich mich mit der Anthroposophie verbinden will oder nicht, diese Entscheidung, die muss ich fällen bevor ich in eine solche eintrete.

Diese Wirksamkeiten setzen ein Verhältnis zur Anthroposophie voraus, das so intensiv und lebendig ist, dass es auf meine Wesensglieder verändernd wirken kann. Ein Verhältnis, welches mir so zum Bedürfnis werden muss wie die tägliche Nahrung. Ich gehe abends auch nicht ins Bett, ohne an diesem Tag physische Nahrung zu mir genommen zu haben. So kann ich mich als Pädagoge abends auch nicht schlafen legen, ohne an diesem Tag geistige Nahrung zu mir genommen zu haben, ohne mein Verhältnis zum Geistigen aufs Neue lebendig, gegenwärtig gemacht zu haben.

Ohne dieses Verhältnis ist anthroposophische Pädagogik, ist z. B. der Begriff Waldorfschule, ein Etikettenschwindel und damit eine Form des Betruges. Betrug am Kind, das aus seinem Karma heraus mit der Erwartung zu uns kommt, dass wir an der Entfaltung seines geistig-seelischen Wesens gesundend mitwirken, Betrug an den Eltern, die eher instinktiv, unbewusst, dieselbe Erwartung haben, Betrug an der Menschheit, deren Entwicklung das Ferment des geistgemäß erzogenen Menschen gar sehr nötig hätte. Betrug aber auch an unserem höherem Geistwesen selbst, denn wir laden ohne die Erfüllung dieser Verpflichtung schwere karmische Schuld auf uns.

Dieses Verhältnis zur Anthroposophie ist unbequem, anstrengend und mühsam. Immer wieder muss man feststellen, was man noch nicht kann, was man nicht versteht, was man nicht ist und immer wieder muss man es mit viel Geduld und Ausdauer von Neuem versuchen. Hinfallen, aufstehen, weitergehen, dass ist das, was an der Geisteswissenschaft erlebt werden muss. Die Freude, die Erbauung und die Lust ist demgegenüber ein Arbeitsergebnis, das sich erst nach und nach einstellt. Dieses Verhältnis setzt auch voraus, dass ich meinen Egoismus und mein niederes Selbst immer mehr überwinden kann. "Jeder Mensch weiß, wie ihm zunächst das als wahr gilt, was er in seinen Empfindungen und so weiter vorzieht. Erst diejenige Wahrheit aber ist die bleibende , die sich losgelöst hat von allem Beigeschmack solcher Sympathien und Antipathien der Empfindungen und so weiter. Die Wahrheit ist wahr, auch wenn sich alle persönlichen Gefühle gegen sie auflehnen. Derjenige Teil der Seele, in dem diese Wahrheit lebt, soll Bewußtseinsseele genannt werden." GA 9, Seite 46. Nur durch die Bewußtseinsseele bin ich aber imstande, zu einem lebendigen Verhältnis zur Anthroposophie zu kommen. Wenn wir Bücher von Rudolf Steiner so lesen wie man ein Kochbuch liest, nämlich mit der Verstandesseele, wäre es besser wir würden tatsächlich ein Kochbuch lesen. An mehreren Stellen weist uns Rudolf Steiner darauf hin.

Was uns auch verhindert, zu diesem Verhältnis der Geisteswissenschaft gegenüber zu gelangen, dass ist die Eitelkeit. Darauf weist uns Rudolf Steiner im Heilpädagogischen Kurs im 10. Vortrag hin. Dort schildert er, wie mit dem Entdecken der geistigen Fähigkeiten Eitelkeiten heraufsprießen, die uns daran hindern, die richtigen Intuitionen zu haben und dadurch auf unsere weitere Entwicklung blockierend wirken, da sie uns zu einer Beute der Widersachermächte machen. Ja, er geht im zweiten Vortrag so weit, den Unterschied zwischen weißer und schwarzer Magie so darzustellen, dass er sagt, in der weißen Magie geschieht das Eingreifen in moralischer, selbstloser Art, bei der schwarzen in selbstischer, unmoralischer Art.

Dazu kommt noch, den Menschen im Zeitalter des Materialismus ist ein passives Denken gegeben, ein Denken, das sich am äußeren Schein entwickeln will. Das aktive, selbstständige Denken, das Begriffe unabhängig vom Äußeren in einem rein geistigen Ausgestalten entwickelt, fällt dem heutigen Menschen sehr schwer. Dies umso mehr, da ihm über die modernen Medien schon in der Kindheit die Keime zu diesem aktiven Denken, durch eine Deformierung der Gehirnsubstanz ausgetrieben werden.

Aus dem Scheuen vor diesen Anstrengungen, dieser Mühsal und Geduld, die mit der Anthroposophie verbunden ist, nicht zuletzt aus der Unfähigkeit, den eigenen Egoismus überwinden zu können, ging im Laufe der Zeit die Anthroposophie aus der anthroposophischen Pädagogik immer mehr verloren. Das ist eine Entkernung, ein Unwirksammachen dieser Pädagogik. Als Eltern erlebten wir das wiederholt, dass auf Elternabenden von den Lehrern ausgesprochen wurde, ein Waldorflehrer müsse kein Anthroposoph sein. In der Waldorfkindergartenbewegung war das schon viele Jahre zuvor kein Thema mehr. Es genügte dort, eine anthroposophische Ausbildung zu haben. Mit der Zeit wurde auch das nicht mehr erwartet, eine staatlich anerkannte Ausbildung und das Vorhandensein äußerer Formen, z.B. Jahreszeitentische, Naturmaterialien zum Spielen, Jahresfeste etc., genügte, was darüber hinaus ging war immer weniger von Interesse.

Damit verkommt die Waldorfschule zu einer Methodenpädagogik, was sie absolut nicht ist. Als Heilpädagoge musste und muss ich zunehmend erleben, wie ich bei anderen Pädagogen, die in sogenannten anthroposophischen Einrichtungen arbeiteten, auf Erstaunen und Unverständnis stieß, wenn ich in meinen Ausführungen von den Grundlagen der anthroposophischen Menschenkunde ausging. Die Wirksamkeit dieser Pädagogik ging damit zugrunde. Es wurde erlebt, wie diese, zuvor entkernte Pädagogik, den Problemen der Schüler immer weniger gerecht wurde. Viele Pädagogen bemerkten den Verlust nicht einmal. Man war der Meinung, wenn man eine anthroposophische Ausbildung hinter sich hatte, einige Werke von Rudolf Steiner im Regal standen, auf die jeden Tag der Blick, meist unbewusst, fiel, einmal in der Woche alibimäßig ein Abschnitt aus der Allgemeinen Menschenkunde in der Konferenz vorgelesen wurde, dass das ein ausreichendes Verhältnis zur Anthroposophie darstellte. Man vermied es sowieso, allzu oft den Namen Rudolf Steiner oder das Wort Anthroposophie in den Mund zu nehmen, da man sonst schnell als ewig gestriger Dogmatiker galt.

Öffentlich deutlich wurde diese Entwicklung schon in den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts, ausgedrückt in dem Buch von Chr. Lindenberg "Angstfrei lernen, selbstbewusst handeln". Der Ursprung dieser Entwicklung geht aber noch viel weiter zurück.

Nachdem man diese Pädagogik so erfolgreich unwirksam gemacht hatte, glaubt man, die Ursache dafür, den Problemen der Kinder nicht mehr gerecht zu werden, in dieser Pädagogik selbst zu finden, die eben nicht mehr modern wäre, die man weiterentwickeln müsste, die den heutigen, ganz anderen Kindern, nicht mehr entsprechen würde.

Die wirkliche Weiterentwicklung findet da statt, wo man sich die Geisteswissenschaft so zu eigen macht, das sie bis in die Struktur des Gehirns hinein verändernd wirkt. Im Moment des Handelns schaffe ich originär aus mir heraus, ohne innerlich nachzuschlagen was da oder dort steht. Dann wird sie modern, denn sie wirkt durch einen Menschen der Gegenwart, und nicht als Rezept durch eine Marionette.

So entstand in der anthroposophischen Pädagogik ein Vakuum!.

 

Was finden wir inzwischen in dieser Pädagogik?

Aus der Physik wissen wir, haben es vielleicht im Versuch selbst erlebt, dass ein Vakuum aus der Umgebung die Dinge anzieht. Bekannt ist der physikalische Versuch, bei dem die beiden Hälften einer eisernen Kugel luftdicht aneinander gehalten wurden. Nachdem aus dem Inneren der Kugel die Luft herausgepumpt wurde, waren eine Anzahl von Pferden nicht in der Lage, die beiden Hälften auseinander zu ziehen, da das Vakuum aus der Umgebung das Vorhandene, in diesem Fall die beiden Kugelhälften, so stark anzieht.

Auch das Vakuum in der anthroposophischen Pädagogik hat aus der Umgebung die Dinge angezogen. Wir finden heute in der Anthroposophie, in der anthroposophischen Pädagogik und deren Umfeld, Weltanschauungen, Therapien, Erziehungskonzepte und esoterische Schulungswege, die von den Grundlagen der anthroposophischen Menschenkunde ausgeschlossen werden, diesen konträr gegenüberstehen. Auf der einen Seite Weltanschauungen, Schulungswege und Therapien, denen sich die Erwachsenen, die Erziehenden aussetzen, um sich dadurch ihre pädagogische Wirksamkeit noch mehr zu nehmen, auf der anderen Seite das, was wir den Kindern als Erziehungskonzepte "angedeihen" lassen. Als Beispiel der ersten Art kann man auf Yoga verweisen. An vielen Waldorfschulen finden wir heute den Hinweis auf Yogakurse am schwarzen Brett angeschlagen. Rudolf Steiner hat die Anthroposophie, vom ersten Tag ihres Auftretens an, deutlich gegen alle medialen und atavistischen, vergangenheitsbezogenen Geisterkenntniswege abgegrenzt, weil diese der Menschheit der Gegenwart nicht mehr angemessen sind. Wer sein Werk daraufhin durchsucht, findet die Hinweise, dass ein solcher atavistischer Erkenntnisweg auf die leibliche, wie auch die seelische Gesundheit des Mitteleuropäers krankmachend wirkt. Seit Jahren habe ich in meiner Praxis immer wieder mit sogenannten Problemkindern zu tun, deren Verhalten damit in Zusammenhang steht, dass die Eltern oder ein Elternteil langjährig Yoga machen, das schwächt das Ich des Erwachsenen, so dass sie ihren Kindern immer weniger Halt geben können und es dadurch zu Entwicklungsstörungen und Spannungen kommt. An der Waldorfschule, an der meine Kinder unterrichtet werden, finden im Eurythmiesaal Yogakurse statt. Als meine Frau die Eurythmielehrerin daraufhin ansprach, wurde sie als dogmatisch und verbittert hingestellt, als zu wenig offen für eine Weiterentwicklung der Anthroposophie. Besagte Lehrerin erzählte in diesem Gespräch auch, dass sie hoffe, durch Yoga das zu finden, was sie in der Anthroposophie nicht gefunden hat. Warum wohl? Ich kenne einige Lehrer, die sich aus demselben Grunde Yoga zugewendet haben. Dies ist der bequeme Weg der geistigen Schulung, der aber furchtbare Früchte trägt. Leider sind die Menschen, die eine gewisse Zeit diesen Weg gegangen sind, für Argumente nicht mehr zugänglich, da zu den Wesenheiten, mit denen sie dadurch in Verbindung kommen, ein suchtartiges Verhältnis entsteht und eine Diskussion darüber mit jedem in den immer gleichen, stereotypen Argumentationen verläuft. Übrigens beschränkt sich Yoga nicht nur auf Erwachsene, es gibt inzwischen Yoga-Atemübungen für Säuglinge.

Eine ähnliche Wirkungsweise finden wir in der Familienaufstellung nach Bert Hellinger. Auch davon sind inzwischen viele Waldorflehrer, Eltern und anthroposophische Einrichtungen, in denen das stattfindet oder empfohlen wird, betroffen. Wir erfahren, dass NPI mit dieser Familienaufstellung arbeitet, dass an der Akademie Hof Sondern solche Kurse veranstaltet werden, das Freie Bildungswerk Rheinland solche Kurse anbietet. Am Goetheanum in Dornach fand ein Symposium zu diesem Thema statt. Von 30 Teilnehmern haben sich 25 dafür ausgesprochen und das, obwohl niemand sagen konnte, was oder wer in dieser Aufstellung wirkt. Es wurde aber beschlossen, die Begründung, die Erklärung für diese Aufstellung, aus der anthroposophischen Menschenkunde heraus zu suchen, nachdem man sich schon einmal dafür entschlossen hatte. Dabei sind den Veröffentlichungen zu diesem Thema mindestens 5 Punkte zu entnehmen die einen Menschen, der sich in der Anthroposophie beheimatet fühlt, veranlassen müsste, einen großen Bogen um diese Aufstellung zu machen. Man kann diesen Darstellungen entnehmen, dass Hellinger der Meinung ist,

•  Gott ist tot, und das obwohl er ein ehemaliger Priester ist!

•  Hellinger das individuelle Ich negiert, das Ich aus dem Erbstrom, aus der Familie hervorgehen lässt!

•  Er rechtfertigt den sexuellen Missbrauch von Kindern!

•  Er sagt, es interessiere ihn nicht, ob das, was er tut, richtig ist oder falsch, es interessiere in nur, ob es wirkt.

•  Er lehnt eine Verantwortung für seine Aufstellungen ab.

Nimmt man dazu, dass ins Unterbewußtsein der Menschen hineingewirkt wird und diese eine Fremdbestimmung erfahren, so sollten für einen Kenner der Anthroposophie die Wesenheiten zu orten sein, die dabei zur Wirkung kommen. Es handelt sich nicht um Scharlatanerie bei dieser Aufstellung, sondern ahrimanische Wesen nehmen Einfluss auf den Menschen, wir gestatten ihnen, einen unterbewussten Zugriff auf unser Ich. Die Auswirkungen auf ihre Wesenheit und ihr Karma erfahren die Betroffenen erst im Nachtodlichen.

In den selben Bereich fällt auch die Reinkarnationstherapie. In ihr wird mit Hypnose und Suggestion gearbeitet. Ihre Vorgehensweise stellt einen diametralen Gegensatz zur Anthroposophie dar, auch wenn uns einige Reinkarnationstherapeuten, wie Heide Oehms, etwas anders einreden wollen und sich bemühen, ihre Vorgehensweise mit anthroposophischer Terminologie zu verschleiern. Rückführungen gibt es auch für Kinder im Vorschulalter, eine wirksame Methode ein Kind zu verderben, fürs ganze Leben und darüber hinaus.

Welch gewaltiger Erkenntnisnebel muss sich inzwischen in den Köpfen vieler Anthroposophen ausgebreitet haben und dass, obwohl uns die Anthroposophie zur gedanklichen Klarheit und Erkenntnissicherheit führen sollte.

Die andere Seite stellen die Dinge dar, die im Rahmen der anthroposophischen Pädagogik den Kindern angetan werden. Da finden wir zum Beispiel die Davis-Methode, die an zunehmend mehr Waldorfschulen Anwendung findet. Diese "Therapie" findet Anwendung bei der Legasthenie. Auch da wird den Widersachermächten der Zugriff auf das Ich durch das Unterbewusste gestattet. Es kommt zu erstaunlich schnellen Wirkungen, Wirkungen, die auf das Wesensgliedergefüge ausgeübt werden und auch in die zukünftigen Entwicklungsmöglichkeiten hineinwirken. Es handelt sich auch da nicht um Scharlatanerie. Diese Methode wurde von Ron Davis entwickelt, ein ehemaliger Scientologe. Aus diesem Grund soll sich inzwischen der Verfassungsschutz für die Waldorfschulen interessieren.

Eingangs habe ich darauf hingewiesen, dass es mir hier vor allem um einen Überblick geht, ich aber nicht alles ausreichend vertiefen kann. In diesem Zusammenhang möchte ich auf die Schriften von Herwig Duschek verweisen. Herr Duschek hat sich die Mühe gemacht, verschiedene der erwähnten Therapien und Schulungswege mit den Äußerungen Rudolf Steiners zu vergleichen, z. B. die Davis-Methode, Reinkarnationstherapie, Familienaufstellung nach Bert Hellinger etc.. In diesen Schriften finden wir manches aus dem Anthroposophischen heraus erhellend dargestellt. Zu beziehen sind diese Schriften über Susanne Dittmar, Kreuzbergstr. 18, 89198 Westerstetten.

In diesen Bereich gehört auch die Montessori-Pädagogik die auch den Eingang in die Waldorfpädagogik gefunden hat. So erklärt das Waldorfinternat Schlössli Ins öffentlich, mit einer sogenannten Komplimentär-Pädagogik zu arbeiten, das ist eine Mischung zwischen Erlebnis-, Montessori-, und Waldorf-Pädagogik. Es gibt eine einzige Stelle im Werk Rudolf Steiners, wo er über Montessori-Pädagogik spricht, das ist in GA 303 auf Seite 359 der Fragenbeantwortung, da sagt er : "., sondern wo man ein künstliches System erfindet-, dass all das eigentlich nicht in der gesunden Entwicklung des Kindes liegen kann..,dass sie auf einer nicht gründlichen wirklichen Menschenerkenntnis beruhen."

In diesem Zusammenhang ist auch die Weltanschauung von Tomberg zu schildern, dessen Religiosität an einigen Waldorfschulen in den Unterricht einfließt. Auch auf das Wiederaufleben der antiautoritären Erziehung an vielen Waldorfschulen, das manchmal so weit geht, dass bestimmte Schulen bei der örtlichen Polizei den Ruf genießen, die Schüler würden zu Verhaltensstörungen und Jugendkriminalität erzogen. In Schweden ging eine Waldorflehrerin mit ihrer Klasse auf Ladendiebstahltour, um dadurch einem Mädchen zu helfen, das diesbezüglich auffällig geworden war.

Wir erleben, wie viele Waldorfschulen den sogenannten Frontalunterricht abgeschafft haben, weil man ihn für veraltet hält. Die Kenntnis der Waldorfpädagogik zeigt uns demgegenüber, wie zentral der Lehrer in dieser Pädagogik steht, wie viele Inhalte das Kind aufnimmt aus Zuneigung und Liebe zum Lehrer, wie viel an Lebensorientierung dem Kinde über die Person des Lehrers übermittelt wird. Ja, Rudolf Steiner bezeichnet den Lehrer als das Heilmittel gegen die Einseitigkeiten des Unterrichtes, vorausgesetzt er unterrichtet aus der Anthroposophie heraus. Diese Stelle finden wir in GA 304, Seite 82.

"Projekt Charlie" nennt sich ein pädagogisches Programm, das zur Prävention von Drogenmißbrauch, sexuellem Mißbrauch und Gewalt an einigen Waldorfschulen angewendet wird. In den Klassenstufen 1-6 gibt es vier verschiedene Einheiten und unter der Einheit Selbstbewußtsein lesen wie: "Diese Einheit hilft dem Schüler zu entdecken, in welcher Weise er einmalig und besonders ist." Auf diese Weise erziehe ich ein Kind zum Egoismus und zur Überheblichkeit. Es erstaunt uns nicht, wenn wir lesen, dass dieses Programm aus Amerika kommt. Amerika soll also Mitteleuropa belehren, wie das Ich zur Entfaltung, die Persönlichkeit zur Entwicklung kommt. Ist das Wissen darum, in welch umfassender Art wir in der anthroposophischen Pädagogik erzieherische Möglichkeiten gegen Gewalt, sexuellem Mißbrauch und Drogenmißbrauch finden, so vollständig aus dieser Pädagogik verloren gegangen? Auf diese Weise macht man sich zum geisteswissenschaftlichen Narren.

Aber nicht nur von außen dringen diese pädagogischen Irrläufer in die Waldorfpädagogik ein, auch unter dem Deckmantel "anthroposophisch" finden Erziehungskonzepte in die Waldorfpädagogik Einzug, die deren Grundlagen gegensätzlich gegenüberstehen.

Aus Amerika erreicht uns der Lockruf des pädagogischen Goldes. Die sogenannten Indigo-Kinder sollen uns in ein spirituelles Zeitalter führen und das goldene Zeitalter einleiten. Sie sollen diese Aufgabe haben, wo bleibt da die Idee von der Freiheit der Individualität. Wir können also getrost die Füße hochlegen, diese Kinder werden das Weltenschiff schon schaukeln. Es sind alte, reife Seelen, Eingeweihte, die mündig geboren werden, mit denen wir alle unsere Erziehungsmaßnahmen besprechen, deren Einverständnis wir diesbezüglich einholen müssen. Nancy A. Tappe, die die Auren der Menschen wahrnehmen kann (ihre Schilderungen dieser Auren unterscheidet sich grundsätzlich von den Darstellungen Rudolf Steiners), hat diese Kinder zuerst an der Farbe ihrer Aura erkannt, Indigo. Bei Rudolf Steiner lesen wir dazu: " Schwache Persönlichkeiten sind solche, die mehr darauf gerichtet sind, dass man ihnen gibt, als dass sie geben und etwas tun. Da sehen Sie dann hauptsächlich blaue Farben, und wenn die Menschen besonders bequem sind, die Indigofarbe. Es bezieht sich dies mehr auf die innerliche Bequemlichkeit als auf die äußere." GA 96, S. 323. Was das für Wesen sind, diese Indigo-Kinder, wurde auf medialem Weg von einem Wesen namens Kryon offenbart, das auch hierzulande nicht wenig Anhänger hat. Von diesen erfahren wir, dass Kryon sich den Generalvertreter des Erdmagnetismus nennt. So hat sich dieses Wesen also den Anthroposophen vorgestellt, denn wir lesen bei Rudolf Steiner GA 130, S. 104, dass der Chemische Äther in den unteren oder schlechten Devachan gedrückt, zum Magnetismus wird und dass dieser Devachan das Reich des Ahrimans ist. Also die Mitteilungen über die Indigo-Kinder verdanken wir einem ahrimanischen Wesen. Ich empfehle die Lektüre dieses Buches Indigo-Kinder, wir können an diesem Buch erleben, wie Ahriman seine Inkarnation vorbereitet. Es ist eine einzige Huldigung des Egoismus. Trotzdem gibt es Anthroposophen, die von diesem Buch begeistert sind. So hat Dr. Fischer-Wasel, einer der Herausgeber der "Medizinisch-Pädagogischen Konferenz" in mehreren Artikeln seine Sympathie mit den Indigo-Kindern zum Ausdruck gebracht, ohne dabei die vielen Widersprüche dieses Buches entdeckt zu haben, wohl in Unkenntnis der Grundlagen der Anthroposophie.

In die Waldorfpädagogik hat diese abstruse Idee von den Indigo-Kindern unter dem Pseudonym Sternkinder Einzug genommen. In dem gleichnamigen Buch von Georg Kühlewind lesen wir auf Seite 70: "..sie Sternkinder zu nennen ist mein Vorschlag; in den USA nennt man sie meistens Indigo-Kinder." Auf Seite 71 lesen wir: "Man muss alles mit ihnen besprechen, wenn man sie anhält, etwas zu tun. Die Besprechung ist auch dann angebracht, wenn sie vom Alter her das Besprochene noch gar nicht verstehen könne, denn sie fühlen sich auch in diesem Fall geschätzt und gewürdigt." Weiter unten steht: "Wir erleben eine Invasion nicht von <Science-Fiction-Wesen> von anderen Himmelskörpern, sondern von Menschenseelen, die im geistigen Sinn mündig sind. Sie kommen schon mündig an, von ihrem eigenen Stern - von einem nicht sinnlich sichtbaren, sondern von einem Stern, ähnlich dem, der den drei Magiern bei der Geburt erschienen ist und sie auf ihrem Weg von Jerusalem nach Bethlehem geleitet hat: dem Orientierungsstern einer wahren, übersinnlichen Astrologie." Er bringt also diese Kinder in den Zusammenhang mit dem Stern von Bethlehem und suggeriert uns, wir seien von Individualitäten umgeben, 90 % der Kinder sollen inzwischen Indigo-Kinder sein, die Jesus von Nazareth gleich sind. Man merke, Ahriman will sich an Stelle des Christus setzen, diese verhaltensgestörten Kinder sollen wir als alte, reife Seelen verehren, die Wahrheit wird auf den Kopf gestellt. Wir nehmen den Schattenwurf des Ahriman wahr. Warum sollte ich denn einen mündigen Menschen noch erziehen? "Überall da, wo wir uns in einen Widerspruch verwickeln, den wir nicht als Widerspruch erkennen, sondern einfach gelten lassen als einen lebenswahren Inhalt, überall da haben Luzifer und Ahriman die Möglichkeit, sich unserer Seele zu bemächtigen." GA 254, Seite 116.

Auf Seite 111 des Buches "Sternkinder" lesen wir dann noch dies: "Respekt bedeutet, dass wir dem Kind nichts, keine Gewohnheit, keine Maßnahmen aufdrängen, ohne sie ihm zu erklären oder - wenn sie umfassender Art ist - seine Zustimmung zu gewinnen." Wenn ich ein Kind so erziehe, wie es dort empfohlen wird, so erziehe ich es zu schweren Verhaltensstörungen. Ich zerstöre ihm die Möglichkeit der Nachahmung, siehe meinen Artikel: "Hat die Nachahmung als Erziehungsprinzip ihre Bedeutung verloren?", Pelagius-Heft I. Ferner führe ich es zu früh an ein eigenes Urteil heran. Das Urteil vollzieht sich aus dem Astralleib heraus, dieser arbeitet bis zum 14. Lebensjahr, wo die Geburt des Astralleibes stattfindet, im physischen Leib. Erziehe ich das Kind davor zum eigenen Urteil, so ziehe ich den physischen Leib zur Urteilsbildung heran. Das bleibt ein ganzes Leben so. Der Mensch bleibt dadurch abhängig im Urteil von Lust und Unlust, Wünschen und Begierden, siehe meinen Artikel: "Erziehung ohne Autorität", Pelagius-Heft I. Er findet dadurch niemals zu seinem Karmaimpuls, ist unzufrieden mit seinem Leben und dadurch anfällig für psychische und physische Erkrankungen und für den Drogenmißbrauch.

Anfang des Jahres wurde in meiner Praxis ein lernbehindertes Kind vorgestellt. Das Kind ging in die 3. Klasse, zeigte aber das Lernverhalten eines Vorschulkindes. Sollte es etwas wiederholen oder üben, versuchte es immer zu etwas anderem überzugehen. Der Mutter musste ich sagen, dass dieses Kind einen schulisch verwilderten Eindruck machte. Da die Situation des Kindes sich in der Schule immer schwieriger gestaltete, wurde ich zur Hospitation eingeladen. Es handelt sich um eine integrative Waldorfschule, dass heißt, 20 sogenannte normale Kinder werden mit 5 Kindern gemeinsam unterrichtet, die in irgendeiner Form ein Entwicklungsdefizit zeigen. Es unterrichten jeweils zwei Lehrer in einer Klasse.

Als ich von der Lehrerin im Foyer begrüßt wurde, befanden sich auch Kinder dort, eines dieser Kinder nahm einen Wagen, der dort herumstand und schob diesen zielstrebig durch den großen Raum, fuhr damit provokativ die Lehrerin an und als diese nicht gleich zur Seite ging sagte das Kind: "F. dich." Die Lehrerin reagierte nicht darauf, obwohl das Kind deutlich und laut genug gesprochen hatte. Danach kam ich in den Russischunterricht der dritten Klasse. Im Klassenzimmer standen Holzbänke im Kreis aufgestellt. In der Mitte stand die Lehrerin und drehte sich wie ein Kreisel, um nach allen Seiten ihren Unterricht machen zu können. Die Holzbänke stellten sowohl die Sitzgelegenheiten als auch die Tische dar, im darauffolgenden Rechenunterricht knieten die Kinder davor, mit einem Kissen zwischen den Beinen, und hatten die Hefte auf den Bänken vor sich liegen. Ich habe während meiner Ausbildung gelernt, dass man ein Kind vor seinem 12. Lebensjahr nicht auf Sitzgelegenheiten setzen soll, die keine Rückenlehnen haben, da das Rückgrat noch nicht genügen ausgebildet ist und die Kinder damit überfordert sind. Dementsprechend lag die Hälfte der Klasse auf den Bänken, auf den Lehrern oder auf dem Boden. Beide Lehrer wurden mit dem Vornamen angesprochen, also ein Verkehr mit der geliebten Autorität auf der Kumpelebene. Es wurden im Rechenunterricht vorgedruckte Hefte verwendet, in die nur das Ergebnis eingetragen werden musste. Es fand kein Frontalunterricht statt, dementsprechend orientierungslos verhielten sich die Kinder. Es wurde der Montessori-Kasten zum Lernen verwendet, während des Unterrichtes verließen Schüler die Klasse, auch die Lehrpersonen, es war ein Kommen und Gehen. Jede Klasse hatte eigene Pausenzeiten, so dass während des Rechenunterrichtes der dritten Klasse direkt vor dem Fenster die 7. Klasse Fußball spielte. Mit dem Ergebnis, dass ein großer Teil der Klasse am Fenster stand um <Tor> zu rufen. Während des Unterrichtes wurde von Schülern der 9. Klasse auf dem Pausenhof ein Bauwagen ausgebaut, ohne dass eine dazugehörige Lehrperson zu bemerken war. Das geschah mit so lauter Musik, dass sich dies bis in den Unterricht störend bemerkbar machte. Allgemein war ein undiszipliniertes und freches Verhalten den Erwachsen, aber auch den anderen Kindern gegenüber zu bemerken und es war zu erleben, dass sich je höher die Klassenstufen gingen die Schüler immer mehr gegen Regeln und Autorität auflehnten. Als ich nach Hause fuhr war mir übel von den Erlebnissen und ich kam zu dem Schluß, wenn das eine Waldorfschule wäre, so würde ich meine Kinder lieber auf eine staatliche Schule geben , da gibt es wenigstens noch Form und verbindliche Regeln. Selbst in Schulen für Schwererziehbare, in denen ich schon hospitiert habe, war kein solches Chaos zu erleben.

Am anderen Tag fand ich dann des Rätsels Lösung. Im Buchhandel stieß ich auf die Zeitschrift "Mensch". Auf der ersten Seite stand ein Artikel von einem Jörg Undeutsch, in dem er mitteilte, dass diese Schule nach dem Erziehungskonzept von Georg Kühlewind arbeitet und sie auch in den höchsten Tönen lobte. Wenn man an den Mythos "Sternkinder" glaubt, so kann man sich geehrt fühlen, so viele alte, weise Seelen, die die Zukunft der Welt zum Spirituellen lenken werden, in dieser Schule anwesend zu wissen. Tut man das nicht, nimmt man Kinder mit Entwicklungsstörungen bis hin zu schweren Verhaltensauffälligkeiten wahr, und eine Lehrerschaft, die die Kinder dazu erzieht.

Man könnte sich gelassen zurücklehnen und zuschauen, wie sich solche pädagogischen Irrwege von selbst korrigieren, wenn nicht für die Kinder so viel Leid damit verbunden wäre und wenn nicht die Öffentlichkeit diese Irrwege mit Waldorfpädagogik und Anthroposophie verwechseln würde. So entsteht von beiden ein völlig falsches, gefährlich falsches Bild in der Gesellschaft.

Es hat mich die Suche nach den Ursachen sehr beschäftigt. Entsteht so etwas aus der Erkenntnisbequemlichkeit, aus Dummheit, aus dem Egoismus, aus der Eitelkeit etwas besonderes sein zu wollen oder steht noch etwas anderes dahinter?

Fündig wurde ich dann im Buch von Henning Köhler "War Michel aus Lönneberga aufmerksamkeitsgestört?" Dazu muss man wissen, dass Herr Köhler ein enger Mitstreiter von Georg Kühlewind ist. Beide treten häufig zusammen in der Öffentlichkeit auf und unterstützen sich und ihre Theorien gegenseitig, wie man leicht aus ihren Veröffentlichungen entnehmen kann. In besagtem Buch finden wir auf Seite 261 über Georg Kühlewind folgende Aussage: "In seinen zahlreichen Büchern werden Elemente aus der Anthroposophie, dem spirituellen Christentum, dem Zen-Buddhismus und eigener Geistesforschung auf spürbar erfahrungsgesättigte Weise verschmolzen, dies mit einem gedanklichen Anspruch, der die Grenze zur Fast-Food-Esoterik dankenswert deutlich markiert." Aktuell finden wir den Zusammenhang Georg Kühlenwinds mit dem Zen-Buddhismus auch in "Anthroposophie weltweit" Nr. 10 aus 2003, Seite 8, in dem Artikel "Können sich anthroposophischer Schulungsweg und buddhistische Praxis ergänzen?".

Wer das Werk Rudolf Steiners auch nur einigermaßen kennt, würde nie auf die Idee kommen, dass die Anthroposophie sich mit einem solchen vergangenheitsbezogenen und atavistischen Geisterkenntnisweg wie dem Buddhismus verschmelzen lässt, nein, sie schließen sich gegenseitig aus. Erinnern sie sich bitte an das oben genannte Zitat von Rudolf Steiner, die Widersprüche betreffend.

Dann besuchte ich einen Vortrag von Georg Kühlewind. In diesem Vortrag sagte Herr Kühlewind, es bedürfe einer neuen Menschenkunde , die von Rudolf Steiner wäre überholt, da er von diesen Kindern nicht gesprochen hätte. Das ist nicht wahr. Rudolf Steiner spricht von diesen Phänomenen z. B. in GA 296 auf Seite 94 oder in GA 143 auf Seite 179. Er nennt diese Kinder aber nicht Indigo-Kinder, er spricht auch nicht aus einem New Age Geschwafel heraus, sondern stellt diese Phänomene in eine sachgemäße Menschenkunde hinein.

Ferner sagte Herr Kühlewind, die Waldorfpädagogik müsste bis auf zwei oder drei Grundsäulen vollständig erneuert werden. Er implizierte dabei, dass er derjenige wäre der dies könnte, und er nannte den Frontalunterricht einen typologischen Ansatz und deshalb veraltet. Wer sich mit den "Sternkinder/Indigo-Kinder" beschäftigt, findet eine deutliche Typologie vor, was man aber von der Waldorfpädagogik nur behaupten kann, wenn man sie nicht verstanden hat und zwar schon in den Ansätzen nicht verstanden hat.

Dieses Vorstellung "Sternkinder" schiebt sich als ein unwahres, unrichtiges Bild vor die geistige Welt und verwehrt dadurch den Menschen, die daran glauben, den Blick auf das wirkliche Spirituelle und dessen Verständnis. Da es durch seine Unwahrheit, oder besser gesagt Halbwahrheit, gedanklich nicht zu bewältigen ist, wenn man diesen Sachverhalt nicht durchschaut, wenn man nicht die Kraft hat durch den Nebel den dieses Bild verbreitet, hindurch zu finden, erzeugt es Abhängigkeit von dem, der diese Vorstellung verbreitet. Es entsteht ein Guru- Anhängerschaftsverhältnis. Deswegen braucht man den Anhängern auch nicht mit Argumenten zu kommen, sie wollen sich nicht mit den Widersprüchen auseinandersetzen und werden ärgerlich, wenn man sie aus ihrem Schlaf wecken will.

Ich habe in besagtem Vortrag von Herr Kühlewind den Eindruck gewonnen, dass da bewusst Angriffe gegen die Anthroposophie aus der Gegnerschaft heraus geführt werden. Angriffe, die darauf abzielen, die Anthroposophie in Misskredit zu bringen, denn die Öffentlichkeit identifiziert, wie schon erwähnt, Waldorfpädagogik mit Anthroposophie. Gleichzeitig wird die Anthroposophie von den Menschen abgeschnitten, die sie in der Zukunft tragen sollten, denn wer wäre am ehesten geeignet, die Anthroposophie zu verstehen und zu tragen, wenn nicht ein Mensch, der durch die Waldorfpädagogik erzogen worden ist? Ein Angriff der zentral den Lebensnerv der Anthroposophie trifft.

Zurück zum Buch von Henning Köhler "War Michel von Lönneberga aufmerksamkeitsgestört." Henning Köhlers Ansichten, die der Erkenntnisbequemlichkeit entgegenkommen, finden an Waldorfschulen immer mehr Zuspruch. Es ist ja großartig, wenn Eltern, die ein schwieriges Kind haben und danach schauen müssten, was sie bei sich und in ihrer Erziehung zu verändern haben, stattdessen zu hören bekommen, ihr Kind habe ein "unzeitgemäßes Begabungsprofil". Also die Gesellschaft ist noch nicht so weit, mit dieser alten, weisen, spirituellen Seele zurechtzukommen. Da können sich die Eltern geadelt fühlen ein solches Kind zu haben. Wem ist damit geholfen? Es verkauft sich gut, die Auflagen steigen! Gefährlich ist das deshalb, weil es keine Unwahrheiten, sondern Halbwahrheiten sind und deswegen viel schwerer zu durchschauen.

Was wir von Henning Köhlers Buch zu halten haben, können wir schon auf der Titelseite erfahren: ´War Michel von Lönneberga aufmerksamkeitsgestört` lesen wir da, Michel von Lönneberga war überhaupt nicht! Michel ist eine fiktive Romanfigur von Astrid Lindgren. Frau Lindgren hat eine Kinderfigur erfunden, um eine unterhaltsame Erzählung für Kinder zu schaffen, was ihr auch gelungen ist und darauf stützt Herr Köhler eine fachliche Abhandlung von 296 Seiten. Wir finden im Buch auch Huckleberry Finn, Tom Sawyer, Pipi Langstrumpf, Momo, Ronja Räubertochter und Figuren aus Harry Potter beispielhaft erwähnt. Fortgeschrittener Realitätsverlust oder nur Populismus? Damit erreiche ich vor allem Menschen, die selber ein unklares, verschwommenes Denken haben. Jeder findet in diesem Buch etwas, was ihn gefühlsmäßig befriedigt, aber vor einer klaren Erkenntnis hat das keinen Bestand. Herr Köhler verbürgt sich z. B. dafür, dass es die "Sternkinder" gibt, um sie dann selbst einen Mythos zu nennen. Man lese im Lexikon unter dem Wort Mythos nach. Diese Buch ist voll von Fehlern, wenn man es mit der anthroposophischen Menschenkunde vergleicht, und Peinlichkeiten. Auch von diesem Buch muss man sagen, Herr Köhler nimmt zwar für sich in Anspruch aus der anthroposophischen Menschenkunde heraus zu schreiben, bei genauem Hinsehen kann jedoch höchstens gesagt werden, er hat diese partiell gestreift und in sinnentstellender Art wiedergegeben. Das dies so wenig anthroposophischen Pädagogen auffällt zeigt einmal mehr, in welchem Zustand diese Pädagogik ist. Außerdem zeigt uns Herr Köhler darin einen unseriösen Umgang mit Rudolf Steiner. Er nennt nie Seitenzahlen, Kapitel oder Datum, sondern nur GA Nummern, wenn überhaupt, so dass jeder, der das nachprüfen will, den ganzen Zyklus lesen muss, er baut Teile von Äußerungen Rudolf Steiners geschickt in eigene Sätze ein, um den Eindruck zu erwecken, Rudolf Steiner wäre seiner Meinung. Er belegt sich selbst und Georg Kühlewind mit Prädikaten wie "Philosoph" oder "Kindheitsforscher". Leider muss man sagen, dass dieses Buch aus viel Eitelkeit und Überheblichkeit heraus geschrieben wurde. Man kann sich ja selbst ein Bild davon machen, indem man es aufmerksam liest.

 

Zusammenfassung und Zukunftsperspektiven

Eine kritische Auseinandersetzung mit der Situation, in der sich die anthroposophische Pädagogik und nicht nur sie, sondern die gesamte Anthroposophie in ihren offiziellen Erscheinungsformen, befindet, ist immer weniger gefragt. Seit Jahren werden meine Artikel, und nicht nur die von mir, in anthroposophischen Zeitschriften nicht mehr veröffentlicht. Herr Riethmüller, Redakteur von "Erziehungskunst", hat seine Ablehnung so zum Ausdruck gebracht: "Sie bevorzugen eine programmatische Auseinandersetzung mit dem Gewährsmann Rudolf Steiner im Hintergrund,.", dem weiteren Brief ist dann zu entnehmen, dass er Rudolf Steiner für überholt hält. Letzteres äußert auch Jens Heisterkamp (Info 3) in aller Öffentlichkeit. Aus diesem Grund habe ich im September 2003 eine eigene Zeitschrift gegründet. Im "Pelagius-Heft" können alle die zu Wort kommen, die einen kritischen Blick auf die anthroposophische Pädagogik und die Anthroposophie werfen und Rudolf Steiner immer noch als einen modernen und gültigen Maßstab betrachten.

Wenn wir als anthroposophische Pädagogen ein Bewusstsein von der Verantwortung haben, die wir Rudolf Steiner und der Anthroposophie schuldig sind, so müssen wir große Anstrengungen leisten, um dieses Vakuum, dass entstanden ist, mit anthroposophischem Inhalt zu füllen, nicht mit Pseudo-Anthroposophie. Die grandiosen Möglichkeiten, die wir in der Anthroposophie vorfinden und für die Pädagogik nutzbar machen könnten, sind bisher nur in bescheidenen Spurenelementen vorhanden, sie hoffen immer noch auf die Verwirklichung. Sie sind bisher nur als Potential gegeben, aber nicht zur irdischen Wirksamkeit gebracht worden. Ich möchte nicht in Abrede stellen, dass es da oder dort einzelne Persönlichkeiten oder kleinere Gruppen gibt, die sich redlich um die Anthroposophie Rudolf Steiners bemühen, zum Tragen kommen diese Bemühungen nicht, sie hemmen höchstens örtlich den rapiden Niedergang.

In welchem Zustand sich die anthroposophische Pädagogik und auch die Medizin befindet, konnte man an der abstrusen Diskussion zwischen den Herdeckern Ärzten, die ihre großzügigen Gaben an Ritalin verteidigt haben und Henning Köhler/Georg Kühlewind auf der anderen Seite, die in "Das Goetheanum" geführt wurde, feststellen. Diese Diskussion zeigte deutlich, dass die Grundlagen der anthroposophischen Menschenkunde, bei ihren sogenannten Vertretern, nicht mehr vorhanden sind.

Das Kind bekommt mit der Geburt von seinen Eltern einen Modellleib. Über die Nachahmung dessen, was es als Vorbild in der Umgebung vorfindet, arbeitet es bis in die Organe, bis in die Gehirnstruktur plastizierend und bildend einen eigenen Leib, eine Ich-Organisation aus. Diese Prägung wirkt wiederum auf das Verhalten des Kindes zurück, denn der Leib ist das Instrument der Seele. Wenn dem Kind in den ersten Lebensjahren genügend viel Chaos zur Nachahmung zur Verfügung steht, so ahmt das Kind dies nach und bildet dementsprechend chaotische Gehirnstrukturen und damit auch ein chaotisches Seelenleben aus. Dann kann man davon reden, dass die Synapsen nicht richtig funktionieren und wir Ritalin als Botenstoff brauche, den geisteswissenschaftlichen Tatsachen entspricht dies nicht, und die Ursachen habe ich mit dieser Droge auch nicht behoben, aber materialistisch gedacht habe ich durch dieses medizinische Erklärungsmodell.

Auf der anderen Seite kann ich aber auch nicht so argumentieren, dass ich die durch die Nachahmung entstandenen Störungen, die fehlende sensorische Integration, zur Begabung erkläre. Das sind die Widerstände, die Barrikaden, die das Kind auf seinem Inkarnationsweg vorfindet und hat nichts mit der Individualität zu tun, sondern mit deren Hemmungen. Begabungen werden erst dann daraus, wenn es gelingt, diese Hindernisse umzuwandeln, so, dass die Individualität in ihnen ihre Eigenheiten zum Ausdruck bringen kann.

Die Grundlagen der Anthroposophie müssen den Kern und Inhalt der anthroposophischen Pädagogik bilden, arbeiten wir daran. Es ist ja nicht so, dass wir bei dieser geistigen Kulturarbeit leer ausgehe, sondern wir entwickeln und verändern uns selbst zum Menschen, zum Menschentum, zur Individualität. Eine Reform der bestehenden anthroposophischen Einrichtungen der Pädagogik halte ich aber für sehr fragwürdig. Zu weit ist dieser Prozess schon fortgeschritten und zu lange schon haben die offiziellen Stellen, zum Beispiel der Bund der freien Waldorfschulen, die verpflichtet wären Rudolf Steiner und die Anthroposophie zu verteidigen, diesem Treiben zugesehen. So dass man den Einruck haben muss, die Menschen, die in diesen Gremien ihre Pfründe finden, sind an diesem Niedergang der anthroposophischen Pädagogik interessiert und beteiligt. Wahrscheinlich muss nach Wegen und Möglichkeiten gesucht werden, eine Schule zu gründen, die wirklich auf den Wurzeln der Anthroposophie aufbaut. Eine Schule, die nicht Mitglied ist im Bund der freien Waldorfschulen, dazu aber müssten die Menschen, die Interesse daran und den Willen dazu haben, erst einmal voneinander wissen, und in diesem gemeinsamen pädagogischen Streben zueinander finden.

Eine Erneuerung des anthroposophischen Impulses und Wirkens auf Erden, ist meiner Meinung nach ohne die Erneuerung ihrer Pädagogik nicht möglich.

 


Rüdiger Keuler, Heilpädagoge
Troisdorf, Advent 2003



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