Zum Verlust der deutschen Kultur und deren Aufgabe

Kultur?

 

Betrachten wir die Erscheinungen unseres kulturellen Lebens, so kann uns das große Grausen packen. So finden wir in der „Bravo“, einer Zeitschrift, die man ohne Übertreibung als kulturelle Schmutzpostille bezeichnen kann, die von einem großen Teil der deutschen Jugend von 10-17 Jahren mit großer Begeisterung „reingezogen“ wird und die auch keiner Altersbeschränkung unterliegt, Anleitungen zum Masturbieren. In einer Ausgabe waren die Mädchen dran, in der nächsten die Jungs, mit bildlicher Darstellung und Fotos „gewürzt“ und der Behauptung, daß das alles völlig in Ordnung sei und 85% der Bevölkerung sich dieser Perversion regelmäßig hingeben würden. Das alles wird von der Mehrzahl der Bevölkerung als ganz normal betrachtet. Die Lehrerin der Klasse, in der ich als Heilpädagoge an einer staatlichen Schule arbeite, schenkt den Jugendlichen zum Geburtstag die „Bravo“, obwohl in jeder Ausgabe ein männlicher und eine weibliche Heranwachsende vollständig nackt abgebildet werden, teilweise mit Schamrasur und Genitalpiercing. Erziehung zur Perversion vom Staat. Und da wundert man sich dann darüber, in welch dreckiger und sexistischer Sprache die Jugendlichen untereinander und auch den Erwachsenen gegenüber auftreten. Da wird dann schon mal in einschlägigen Internetforen, in denen die Schüler aufgefordert werden ihre Lehrer zu beurteilen, die betreffende Lehrerin als „geil“ bezeichnet und sie wird aufgefordert, den Schüler, der dies ins Internet gesetzt hat, oral zu befriedigen. Da wird der Gewinner von „Deutschland sucht den Superstar“ gefragt, was er von der Veranstaltung halte und er sagt unter johlendem Beifall vor laufenden Kameras und 5,99 Millionen Zuschauern: „Zum Abspritzen geil“.

 

Umerziehung

 

Schon ganz früh werden heute die Kinder an eine Kultur des Perversen, des psychisch Kranken, des Schamlosen gewöhnt. Alles was noch Werte wie Treue, Ehrfurcht, Scham, Pflicht, Liebe (darunter wird heute nur noch Sexuelles verstanden), Würde verkörpert, wird nur noch als altmodisch, langweilig, fad empfunden. Das Abartige ist „Kultur“ geworden. Jeder der sich heute noch für unsere wirkliche Kultur einsetzt, der Werte hochhält, wird schnell in die Ecke der Rechten und damit ins Abseits gestellt, es werden ihm Steine in den Weg gelegt, trampelt er auf dem deutschen Kulturgut, der deutschen Geschichte herum, verleumdet er es, bewirft er es mit Dreck, kann er einer Karriere und staatlicher Unterstützung sicher sein. Wir nehmen alles von außen, von anderen Kulturen auf, je blöder und unsinniger umso besser und verraten unsere eigene Kultur, die ehemals eine Größe hatte wie keine andere, zur Zeit eines Goethes, Schillers, Lessings oder Hegels und auf die die ganze Welt aufmerksam war, um sich daran für die eigene Kultur zu bereichern. Wir machen uns zum Kasper der ganzen Welt, in dem wir uns und unsere Kultur bei jeder Gelegenheit verleugnen.
Dies ist ein Produkt der systematischen Umerziehung der wir als Volk, als ganze Nation seit dem zweiten Weltkrieg ausgesetzt werden und an der unsere korrumpierten Politiker einen nicht unerheblichen Anteil haben.

 

Verschlafene Chance

 

Wissen, was da auf uns zukommt und Sorge zu tragen, daß dies nicht oder zumindest in abgeschwächter Form auftritt, hätte man schon seit über achtzig Jahren können. Das Bewußtsein der Menschen zu wecken und dem entgegenzusteuern, wäre die Aufgabe der anthroposophischen Gesellschaft gewesen, wenn diese nicht schon frühzeitig, von innen heraus ihrer geistigen Inhalte nach zerstört worden wäre. Zurückgeblieben sind institutionelle Formen, die so tot wie eine ägyptische Mumie sind und der schlafenden Welt vorgaukeln, es gäbe noch eine Gesellschaft, die sich um das Spirituelle und deren irdische Früchte kümmert. „Wenn nun irgendein Volk sein Ziel erreicht, andere hinter diesem Ziel zurückbleiben, so geht erstens etwas verloren, was nur gerade durch dieses zurückbleibende Volk hätte erreicht werden können, andererseits aber wird das zurückbleibende Volk sehr vieles annehmen, was ihm eigentlich gar nicht angemessen ist, und was es, ich möchte sagen, nachahmend von anderen Völkern, die ihre Ziele erreichen, dann aufnimmt. Solche dinge geschehen eben in der Menschheitsentwicklung; sie zu beachten, ist in der Gegenwart von ganz besonderer Bedeutung.“ Rudolf Steiner in dem Zyklus „Perspektiven der Menschheitsentwicklung“ GA 204, Seite 166. Was haben wir nicht alles nachahmend und unreflektiert übernommen, da ist auf der einen Seite alles das zu nennen, was als fernöstliches Kulturgut nach Deutschland schwabbt. Ich möchte hier an dieser Stelle daran erinnern, daß der ehrenwerte Monsieur Kühlewind es als seine Aufgabe betrachtete, den Zen-Buddhismus innerhalb der anthroposophischen Gesellschaft zu etablieren, was von Seiten Dornachs dankbar aufgenommen wurde. Auf der anderen Seite wird unsere Kultur schon lange und immer noch zunehmend von der anglo-amerikanischen Unkultur mit Verwesungsstoffen durchsetzt. Dies ist so offensichtlich, daß man noch nicht einmal Beispiele dafür aufzählen muß. Suchen müßte man nur nach Beispielen, wo wir etwas Positives aus dieser Kultur übernehmen konnten. Was aber wäre denn die Aufgabe der mitteleuropäischen Völker, speziell des deutschen Volkes?

 

Versäumte Aufgabe

 

Die Entwicklung des Ich! Nicht für uns, sondern für alle Völker, für alle Individualitäten dieser Welt. Die Entwicklung dieses Ich, nicht des Gruppen-Ichs, sondern die Veranlagung zum individuellen Ich, ist aber nicht denkbar ohne die Geisteswissenschaft und ihre Möglichkeiten. Diese Aufgabe ist keine, die sich Mitteleuropa selbst zugedacht hat, sondern diese ist ihr von den geistigen Mächten zugeteilt worden (auch andere Völker haben oder hatten im Entwicklungsgang der Menschheit ihre Aufgabe). Das, was als Frucht aus dieser Aufgabe hervorgehen sollte, wäre dann für die ganze Menschheit als Möglichkeit vorhanden gewesen und in deren „Besitz“ übergegangen. Aus dem geistigen Leben, das diesen Weg zum Ich ermöglicht hätte, heraus hätte Mitteleuropa auch die Aufgabe gehabt, zwischen den beiden Machtblöcken des anglo-amerikanisch geprägten Westens und des Ostens, der aus einer dekadent gewordenen Geistigkeit in animalischem Fanatismus wirkt, zu vermitteln, auf Grundlage der Spiritualität auszugleichen und dadurch zur Weiterentwicklung der Menschheit beizutragen, die sich jetzt staut und immer brutalere Formen der Mißbildung dieser Entwicklung annimmt und annehmend wird. Das Wissen um diese Aufgabe Mitteleuropas, die nicht einfach von einem anderen Volk übernommen werden kann, da zu dieser Aufgabe ein geschichtlicher Werdegang notwendig ist, der bis in die Körperlichkeit, die der Vererbung unterliegt, hinein wirkte, war auch in den westlichen Geheimlogen vorhanden. Die Entwicklung zum Ich ist verbunden mit einer Denkfähigkeit, mit einer Wachheit und damit einer geistigen Souveränität, die den Menschen widerstandfähig gegen Manipulation und Macht erweist. Das ist der Grund, durch den wir in den ersten Weltkrieg und in den zweiten Weltkrieg hineingetrieben wurden. Um die Möglichkeit dieser Entwicklung zu zerstören, die der anglo-amerikanischen Machtentfaltung im Wege war. Das ist der Grund, warum die Europäische Union geschaffen wurde; 84% unserer politischen Entscheidungen werden in Brüssel gefällt, ohne Mitspracherecht der deutschen Regierung und schon gar nicht des deutschen Volkes, von einer Eigenständigkeit als Volk und Nation kann also gar nicht die Rede sein. Übrigens gibt es keine gesetzliche Grundlage, um jemals wieder dieses diktatorische Konstrukt zu verlassen, das sieht der Vertrag, den wir unterschrieben haben, gar nicht vor. Das ist der Grund für unsere politisch gemachte Überfremdung, die Zerstörung der genetischen Grundlagen, die Deutschland für diese Aufgabe vonnöten hätte. Um die Möglichkeit zu schaffen einem Volk die biologischen Grundlagen zu zerstören, muß ihm zuerst die Kultur vernichtet werden. „Versteht sich der Mensch in Deutschland zu durchgeistigen, dann ist er der Segen der Welt; versteht er es nicht, dann ist er der Fluch der Welt.“ Rudolf Steiner in dem Vortrag vom 22. Juni 1919, abgedruckt in „Geisteswissenschaftliche Behandlung sozialer und pädagogischer Fragen“ GA 192,Seite 217. Andererseits muß jedoch auch gesagt werden, daß das ganze Elend der deutschen Geschichte erst dadurch möglich wurde, durch das Versäumnis der mitteleuropäischen Menschen, sich nicht der Anthroposophie zuzuwenden und dadurch die Möglichkeit zu verpassen, durch diese den Machtintrigen, die aus der westlichen Welt hervorgingen, etwas Wirkungsvolles entgegensetzten zu können.

 

Was erwartet uns?

 

Können wir damit leben der Fluch der Welt zu sein? Wohl kaum! Das damit verbundene Leid, als Nation, sowohl wie als einzelnes Individuum, wird immer größer werden und sich ins unermeßliche steigern. Können die anderen Völker damit leben, daß wir an unserer Aufgabe verhindert wurden und daran gescheitert sind? Auch das nicht! Es fehlt ein unersetzliches Element der weiteren Entwicklung der ganzen Menschheit. Letztendlich werden sich die Machtintrigen als ein Bumerang erweisen, der auch diejenigen notwendig treffen muß von denen er ausgeht. Wie sagt der Volksmund? Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es einem wider. Es gibt nicht Verderblicheres für den Verursacher als den unberechtigten Egoismus, das gilt sowohl für den einzelnen Menschen, als auch für eine Gruppe, für ein Volk, für eine Nation oder eine Rasse. Das steigert sich ins Ungeheuere, wenn zur Befriedigung dieses Egoismus okkulte Mittel eingesetzt werden. Und das ist eben, ausgehend von den westlichen, grauen und schwarzen Geheimlogen, der Fall (Skull and Bones ist eine satanistische Loge, prominentestes Mitglied: Mr. George W. Bush) und solange man das Okkulte, das Geistige als Hokuspokus abtut, wird man diesen Angriffen niemals gewachsen sein. Es ist so, als wenn ein Kavalleriesoldat der Kaiserzeit gegen einen modernen Kampfpanzer ankämpft. Das ist auch die große Krux der Revisionisten, die heldenmütig für die Wahrheit und gegen einen Gegner kämpfen, dem sie nicht gewachsen sein können, weil sie dessen tatsächliche Waffen nicht wirklich kennen und heillos fehleinschätzen. An dieser Stelle rächt es sich, daß der Nationalismus einen Rückfall in den Materialismus und dadurch eine Überformung dessen darstellt. Aus diesem erklärt es sich auch, warum heute aus dem Islam heraus der Krieg in unsere Städte hineingetragen wird. Wir haben durch den Verlust unserer Aufgabe, des Geistigen, keine Kultur mehr und auch keine Religion, die nur noch hohle Form ist. Wir sind in ihren Augen unfähig, dekadent, verkommen, ein Nichts, das man mit Füßen treten und bespucken kann. In der Pädagogik vollzieht sich etwas Ähnliches, wenn die Eltern keine Autorität sein können, zu schwach, um Formen zu geben und Grenzen zu setzten und damit den Kindern der Halt verloren geht. Dann haben die Kinder keine Achtung, das geht bis dahin, daß die Eltern geschlagen und bespuckt werden (die Fälle der Elternmißhandlungen haben inzwischen die Anzahl der Kindesmißhandlungen übertroffen), es sei denn, die Kinder sind durch diese „erfolgreiche Erziehung“ selbst zu schwach und kraftlos geworden, um dagegen aufbegehren zu können. Auch den Menschen, die wir aus zurückgebliebenen Sozialstrukturen heraus ins Land geholt haben, sind wir etwas schuldig: Struktur, Formkraft, Stärke, Kultur und Vorbild.
In unseren Städten können wir heute schon erleben, unsere Medien berichten darüber allerdings nicht oder nur abgeschwächt und spärlich, wir dürfen ja nicht frühzeitig durchschauen, welches Spiel mit uns getrieben wird, wie das Leid, das aus der Verachtung unserer Aufgabe uns zuerteilt ist, zu wachsen beginnt.

 

Rüdiger Keuler, Mai 2007



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