Eine Gesellschaft der Analphabeten und Cerebralparetiker

Für das Verständnis der Geschichte hat uns Rudolf Steiner die Symptomatologie empfohlen. In vielen Vorträgen versuchte er immer wieder, das schwerfällige Denken des Gegenwartsmenschen an diese Art der beweglichen und lebendigen Betrachtung der Phänomene heranzuführen. Dabei kommt es nicht darauf an, daß wir die Fülle der geschichtlichen Ereignisse und Begebenheiten passiv auf uns wirken lassen, sondern aktiv und intuitiv erkennen, welche Phänomene das Charakteristische der Erscheinungen offenbart. Dabei spielt auch unser Verhältnis zur geistigen Welt eine Rolle. Durch die Beziehung zu dieser erwerben wir uns die Bereitschaft der geistigen Wesen, an uns diejenigen Geschehnisse heranzuführen, deren Offenbarungen wir brauchen, um die geistigen Grundlagen der äußeren Erscheinungen verstehen und damit unserem Karma einen anderen Verlauf geben zu können. Entwickelt muß beim Menschen außerdem die Fähigkeit der Geistesgegenwart sein, um im rechten Moment das aufblitzen zu sehen, was uns tief und weit in die Untergründe des Daseins schauen läßt. Nicht nur dem Verständnis des geschichtlichen Verlaufs gegenüber spielt die symptomatologische Betrachtung eine außerordentlich erhellende Rolle, auch in der Pädagogik und überall dort, wo es darum geht, von der äußeren Gegebenheit zu den spirituellen Grundlagen vorzudringen.
Wenn wir uns ein Bild machen wollen über den geistigen Zustand der anthroposophischen Gesellschaft, deren Mitglieder und Mitläufer, so finden wir in der Person des inzwischen verstorbenen Georg Kühlewind ein solch bezeichnendes Symptom. Einem Artikel von Janos Darvas, der im "Goetheanum" unter der Überschrift "Intuition und Individualität - drei ungarische Denker" erschienen ist, entnehmen wir, daß György Szekely in den fünfziger Jahren eine nicht unbedeutende Rolle unter den ungarischen Anthroposophen gespielt hat. Er wendete sich jedoch von diesen Kreisen und der Anthroposophie ab, da er "die Extensität breitgefächerten Wissens durch die Intensität wurzelhaften Erkennens zu ersetzen suchte". Das fand er in dem Zen-Buddhismus, den er später fleißig, nachdem er sich wieder dieser zugewendet hatte, in die Anthroposophie hineintrug. Da stellt sich die Frage, ob die Anthroposophen, die ihn ja in der Gesellschaft bejubelten, des Lesens kundig und des Denkens mächtig sind. Diesen Vorwurf kann man allerdings dem Vorstand nicht machen, die wußten was sie taten; Szekely kam ihnen gerade recht, um als trojanisches Pferd Inhalte in die Anthroposophie zu versetzen, die geeignet waren, um diese von innen zu zerstören und bei deren Mitgliedern cerebrale Parese auszulösen. Übrigens nicht das einzige "Pferd", dessen sich der Vorstand bedient und bediente. Georg Kühlewind selbst hat ja nie einen Hehl daraus gemacht, für was für einen großen Meister des Zen-Buddhismus er sich hielt. Hier stellt sich die Frage, wie kann ein denkender Mensch, der zur Anthroposophie gefunden hat, sich um zweitausendfünfhundert Jahre in der Entwicklung zurückbewegen? "Wer den Buddhismus wirklich kennt, muß ihn in dieser Weise darstellen; und er muß sich klar sein, daß das, was wir das Ich nennen, gar keinen Platz hat innerhalb des Buddhismus." Zitat aus dem Vortrag vom 9. Oktober 1911, gehalten in Karlsruhe, abgedruckt in "Von Jesus zu Christus" GA 131, Seite 127. Irrte hier Rudolf Steiner? Verstand sich Georg Kühlewind als einen so hohen Eingeweihten, daß er gelassen einen Rudolf Steiner korrigieren konnte? "Sie brauchen sich nur zu erinnern, daß es innerhalb des Buddhismus eine Ketzerei ist, ein fortlaufendes Ich von einer Inkarnation zur nächsten Inkarnation anzuerkennen." Ebenda Seite 128. Man muß davon ausgehen, daß die lieben "Anthroposophen" die Anthroposophie gar nicht kennen, wenn sie einem solchen Scharlatan auf den Leim gehen. Zu widerlegen gibt es hier nichts, eine Diskussion verbietet sich, die Sachlage ist eindeutig und klar. Wovon spricht denn die Anthroposophie, wenn nicht von einem Ich? Wovon sprechen denn die "Anthroposophen", von einer klaren Erkenntnis oder einem trüben Bekenntnis? Eine Erkenntnis hat andere Erscheinungsformen. Wenn wir uns fragen, warum denn so viele Menschen nicht bereit waren, das selbständige Denken, das die menschliche Gestalt, die viele Wesen der Gegenwart tragen, erst zum Menschen macht, zu gebrauchen, wenn wir uns fragen, warum solche Einrichtungen wie das "Freie Bildungswerk Rheinland", das angeblich etwas mit Anthroposophie zu tun haben will, oder eine Johannesschule in Bonn, oder eine Windrather Talschule, warum solche Vertreter der "Anthroposophie" wie Henning Köhler, Pär Albohm, oder Michael Schmock, die Liste könnte noch beliebig lang fortgesetzt werden, auf so einen Schwindel hereingefallen sind, so werden wir im selben Zyklus fündig. "Gezeigt hat sich uns, daß die Strömung des Gotama Buddha - namentlich so, wie sie sich eingelebt hat in die Bekennerschaft des Buddha - am allerwenigsten geeignet sein kann, ein Verständnis des Mysteriums von Golgatha zu vermitteln. Für den modernen Menschen, der erfüllt ist von dem Bewußtsein der gegenwärtigen Bildung, hat ja allerdings gerade die Strömung, die im Buddha-Bekenntnis zum Ausdruck kommt, etwas Bequemes; denn kaum eine andere Strömung kommt so den Begriffen der Gegenwart entgegen, insofern diese Begriffe gerade vor dem Größten stillestehen wollen, was die Menschheit zu begreifen hat: vor der Auferstehungsfrage. Denn mit der Auferstehungsfrage hängt die ganze Entwicklungsgeschichte der Menschheit zusammen. Es ist nun einmal so, daß, wie wir gesehen haben, innerhalb der Buddha-Lehre dasjenige verlorengegangen ist, was wir im eigentlichen Sinne das vierte Glied der menschlichen Natur nennen: die reale Wesenheit des Ich. … solche Dinge sprechen deutlich dafür, daß so, wie wir von der Ich-Natur des Menschen sprechen müssen, innerhalb des Buddhismus nicht über die Ich-Natur gesprochen werden kann." Ebenda Seite 156ff. Diese Ausführungen sind geeignet, uns verschiedene Erkenntnisse zu verschaffen. Erstens kann sich nur ein "Anthroposoph", der die Anthroposophie nicht kennengelernt hat, von einem Buddhisten einnebeln lassen. Zweitens fühlen sich nur Menschen zum Buddhismus hingezogen, die kein oder nur ein rudimentäres Ich haben. Aus solchen Ich-Schwachen setzt sich auch die Anhängerschaft eines Georg Kühlewind zusammen. Es wird ja aus den erwähnten Zitaten deutlich, wie sehr der Buddhismus der Bequemlichkeit der Menschen entgegenkommt. Sie müssen sich nicht anstrengen, sich zu den neuen Inhalten der Anthroposophie zu erheben, und sie bekommen mal wieder etwas Neues, Einfaches serviert, denn eine Anthroposophie, die man aus seiner Lethargie heraus sowieso nicht versteht, wird mit der Zeit ja langweilig. Und genauso habe ich Herrn Kühlewind in den beiden Vorträgen, die ich mir angetan habe, auch wahrgenommen: intellektuell geschult, verschlagen und ohne Ich. Was wir auch an diesem Zitat erkennen können ist, daß die Angriffe des Dornacher Vorstandes nicht nur allein auf die Zerstörung der Anthroposophie abzielen, sondern auch beabsichtigen, das konnte man schon an der Protektion des Herrn Abouleish erkennen, den Christus-Impuls für die Menschheit unfruchtbar zu machen. Also ein zentraler Angriff gegen den Christus, die Anthroposophie und die Menschheit. So vereinigen sich die Bestrebungen der westlichen Logenbrüder, die aus den okkulten Inhalten der dritten nachatlantischen Kulturepoche und der Jesuiten, die aus dem Kultus der vierten nachatlantischen Kulturepoche heraus in suggestiv-manipulativer Art die Entstehung der Bewußtseinsseele verhindern wollen, im Dornacher Vorstand.
Wenn uns die Frage beschäftigt, was der geistige Strom des Buddhas für den europäischen Gegenwartsmenschen sein kann, so finden wir ebenfalls bei Rudolf Steiner die Worte, die uns in unserer Erkenntnis die rechten Wege weisen können: "So sehen wir die Buddhakräfte weiterwirken in dem Strom des Erdendaseins, der durch die Ereignisse von Palästina seinen Ausgangspunkt nahm." Ebenda Seite 176. Um allen Mißverständnissen vorzubeugen, mit den Ereignissen, die von Palästina ausgingen, ist die Geburt Christi und der damit verbundene Impuls für die Erde gemeint. "Das Wichtigste, was die europäische Menschheit heute von dem Buddha empfangen kann, darf eben nicht herrühren aus der Überlieferung dessen, was der Buddha ein halbes Jahrtausend vor der christlichen Zeitrechnung den Menschen gegeben hat, sondern von dem, was er seither geworden ist." Ebenda, Seite 176ff (Unterstreichung v. V.). Urteilen Sie selbst, läßt sich eine größere Beschränktheit der Dornacher Proselyten, dem Bestreben gegenüber, den Buddhismus in die Anthroposophie einzuführen, denken? Georg Kühlewind war niemand, der aus Unwissenheit den Buddhismus in die Anthroposophie hineingetragen hat, man kann es als gesichert annehmen, daß er dazu einen Auftrag hatte und er aus seiner Volkszugehörigkeit heraus der B´nai B´rith Loge nahe stand, eventuell sogar in ihrem Auftrag handelte. Soviel Dummheit, das aus Beschränktheit heraus getan zu haben, sollte man ihm nicht zumuten, dazu war er zu intelligent, zumal ich weiß, daß er mehrmals von durchaus kompetenter Seite auf seine Verfehlungen hingewiesen wurde. Er war ein Mensch, der nicht für die Anthroposophie, sondern von ihr lebte. Das ist die größte karmische Katastrophe, die im Leben eines Menschen eintreten kann, jedenfalls dann, wenn es mit Bewußtsein geschieht. Meine ungarische Freundin erzählte mir, daß die Menschen in Ungarn, die unter einem anderen Namen im Westen tätig waren, mit großem Mißtrauen betrachtet wurden, da man wußte, diese Menschen sind mit einer Doppelmoral tätig. In dem ersten Vortrag, den ich von Georg Kühlewind in der Windrather Talschule hörte, hatte er die Stirn, obwohl er an einer Waldorfschule sprach, aber er wußte wohl schon wie verschlafen und geistfern die Lehrer dieser Schule sind, zu sagen, die Menschenkunde Rudolf Steiners sei überholt und das Fundament der Waldorfpädagogik müsse bis auf zwei, drei Grundsäulen erneuert werden. Woher wollte er das aus der Christus- und Ich-Ferne des Buddhismus heraus denn wissen? Seine Zuhörerschaft bestand größtenteils aus verschlafenen Lämmern, die des Denkens unkundig, aber begeistert waren. Dazu zum Schluß ein Zitat aus dem überaus lesenwerten Buch "Symptomatologische Illustrationen" Band IV vom Lochmann Verlag (zu bestellen unter 0041613015418), der schon im Jahre 2001 auf die Defizite hinwies, die wir im Denken der "Anthroposophen" vorfinden: "Im Zweig-Narkoseverein funktioniert nur das intellektuell-begriffliche Denken und ein entsprechendes Urteilsvermögen. Wie wir wissen, wirkt sich die Art des Denkens auf die organische Gestaltung der Gehirnstruktur aus ("Unser Gehirn passt sich unserem Denken an; es ist ein Werkzeug, das sich nach den Bedürfnissen unseres Denkens formt" 20.1.1910, GA 59, Seite 22). Die Zweig-Praxis bleibt also nicht ohne Folgen für das "Erkenntnisleben" im Zweig. Eine Degradierung der Denk- und Erkenntnismöglichkeiten ist die Folge, und jeder, der den Versuch unternommen hat, einen solchen Menschen auf Mißstände aufmerksam zu machen, kann von dieser tragischen Tatsache ein Lied singen. Es liegt ein organisches Problem vor! Es fühlt sich an, als wollte man einem Blinden eine Blume zeigen oder einem Tauben ein Musikstück vorführen." Seite 78.


Rüdiger Keuler, 15. Januar 2008, zum zweiten Jahrestag des Todes von Georg Kühlewind.



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