USA – ein Hort der Freiheit?

      

Immer wieder hören und lesen wir, wie die Politiker und Wirtschaftsmagnaten und deren europäische Höflinge, zur Begründung dafür, daß die amerikanische Terrormacht die Welt mit Krieg überzieht, davon sprechen, daß die USA den anderen Völkern Freiheit und Demokratie bringen müssen. Wie diese aussieht können wir im Irak sehen: Die Bevölkerung des Irak lebte zu Zeiten von Saddam Hussein unter schwierigeren Verhältnissen als zum Beispiel die Menschen in Europa, jetzt leben sie unter katastrophalen Zuständen. In allen Bereichen hat die Weltmacht nur zerstört und geplündert. Die Tyrannis ist unter den Amerikanern, die sich wie Herren aufspielen, größer als unter Saddam Hussein. Ganze Landstriche wurden von den US Heilbringern durch ihre uranangereicherte Munition für Jahrhunderte atomar verseucht, Tausende von behinderten und verkrüppelten Kindern werden jedes Jahr geboren. So sieht die Freiheit aus, die Amerika den anderen Völkern bringt.

            Werden wir durch die Amerikaner, durch die von ihnen kontrollierten Medien nur auf solche plumpe Art angelogen, oder verstehen die Amerikaner unter Freiheit etwas grundsätzlich anderes als wir Europäer? Ganz offensichtlich verstehen die ersteren unter Freiheit nur ihre Freiheit. Die USA geben sich selbst einen solchen großen kulturellen Wert, daß sie es als gerechtfertigt ansehen, daß andere Völker ihnen dienen müssen, bis hin zur Versklavung dieser. Das beste Beispiel dafür ist die Art, wie die USA genmanipulierte Lebensmittel einsetzen, um die Welt in den Zangengriff ihrer Herrschaft zu bekommen. Dabei spielen die massiven gesundheitlichen Schäden, die, inzwischen nachweislich, mit dieser makabren „Nahrung“ verbunden sind, keine Rolle. Auch dann nicht, wenn es Milliarden Menschen betrifft. Freiheit kann der Amerikaner wohl nur als seine Freiheit denken. Außerdem als etwas, was sich ausschließlich auf dem materiellen Gebiet vollzieht. Er betrachtet sich als Mittelpunkt der Welt. Das zeigt sich übrigens bis in den Bereich der Karten, die in Amerika gebräuchlich sind. Im Mittelpunkt ihrer Weltkarten befindet sich die USA, um den Preis, daß die anderen Kontinente durchgeschnitten werden. Es ist schwierig im Handel an andere Karten zu kommen.

            Diese Haltung der Amerikaner scheint aber kein neues Problem zu sein. In dem Zyklus „Der Zusammenhang des Menschen mit der elementarischen Welt“ GA 158, finden wir zwei Ansprachen von Rudolf Steiner. Es ist wichtig dabei zu beachten, daß in diesen beiden Reden, die eine aus dem Jahr 1912, die andere von 1913, sich Rudolf Steiner an die russischen Zuhörer von Vortragsreihen wendet, an denen diese damals teilnahmen. Dabei spricht er über den amerikanischen Begriff der Freiheit. „Was ist für den Amerikaner Freiheit? Dasjenige, was ihm das Leben am bequemsten einrichtet. Er nennt Freiheit dasjenige, was hineinverwoben werden soll in die soziale Ordnung, damit am besten ein jeder einzelne für die äußere Welt vorwärtskommt. Wir kennen Freiheit anders – sagt Woodrow Wilson -, als der Europäer, wir kennen Freiheit, weil sie uns praktisch erscheint. – So sagt der Amerikaner selber. Ein Messer nimmt man zum Schneiden, eine Gabel zum Essen, weil sie praktisch sind dazu. Der Amerikaner nimmt die Freiheit, weil sie praktisch ist dafür, was er braucht, weil er am besten damit die Ordnung herstellen kann, die ihm angenehm ist. Die Freiheit ist für den Amerikaner ein Nützlichkeitsprodukt, sie bringt ihm Nutzen. Meine lieben Freunde! Für den Westeuropäer (da er vor Russen spricht sind mit Westeuropäern auch die Mitteleuropäer gemeint, R. K.) war die Freiheit etwas anderes, war Freiheit ein hohes Ideal, etwas, wozu er aufblickte. Man darf fast das Wort des Dichters auf die Freiheit anwenden. Dem Europäer ist sie die „hohe herrliche Göttin“, für den Amerikaner ist sie die nützliche Melkkuh, die ihn mit Milch und Butter versorgt. Ich sage das nicht, sondern derjenige, der in den nächsten Jahren verantwortlich ist für die Leitung der Amerikanischen Vereinigten Staaten, hat das gesagt. Es ist nun überhaupt nicht meine Aufgabe, meine Meinung vorzubringen, sondern nur der Interpret zu sein für dasjenige, was in der geistigen Welt lebt. In einem hervorragenden Amerikaner hat sich die amerikanische Freiheit selbst charakterisiert.“ Seite 217 ff. Wir sollten immer klarer erkennen, was wir von diesem amerikanischen Volk, von dieser Nation, für die Entwicklung der Menschheit zu erwarten haben.

            Die Bevölkerung der Welt stöhnt unter der Knute der Anmaßung, die Amerika über sie schwingt. Der Zusammenbruch der Finanzwelt, und damit des Welthandels und der Weltproduktion, weckt in vielen Menschen die Hoffnung, daß damit auch der Einfluß der USA schwinden wird. Auch dazu finden wir in der zweiten Ansprache eine Aussage. Nochmals zur Erinnerung, er spricht zu Russen. „Ihr seid gewissermaßen in der gegenteiligen Lage von einem Volke, das in einer gewissen Beziehung zu einem kurzen Glanze auch aufsteigender Art die Erde bevölkert. Ihr seid in einer gegenteiligen Lage wie das nordamerikanische Volk. Bedenkt, meine lieben Freunde, daß dieses nordamerikanische Volk, das Euer Gegenpol ist, von der Zeit ab begonnen hat, vom Westen allmählich gegen den Osten vorzurücken, in der in Europa das Zeitalter des Materialismus begonnen hat, und ihn weiter ausgebaut hat. Bedenkt, daß in den Wurzeln des Amerikanertums der Materialismus waltet. Bedenkt einmal, daß diejenigen Menschen, die Amerika kultiviert haben, dies getan haben mit den Vorstellungen des kultivierten Europäers vor Jahrhunderten, die so wenig weit hinter uns liegen. Was haben denn diese Menschen gemacht? Diese Menschen haben mit den materialistischen Vorstellungen der modernen Parlamente, mit den Vorstellungen der modernen Naturwissenschaft, der modernen Gesellschaftsordnung dasjenige getan, was sonst die ungebildeten Menschen machen, wenn sie Urwälder ausroden, Stück für Stück Ackerboden erobern, Land bereiten der Kultur. Das ist alles aus Materialismus entsprungen. Und wenn man heute betrachtet den als ihren bedeutendsten Schriftsteller Anerkannten, den ja auch die Amerikaner durch Wahl zu ihrem Leiter bestimmt haben, Woodrow Wilson, der für die heutigen Verhältnisse wirklich ein bedeutender Schriftsteller ist, der Glänzendes an schriftstellerischen Leistungen für die soziale Anschauung geleistet hat, wenn man ihn anschaut, seine Begriffe und Ideen, alles, was er repräsentiert als Vertreter des amerikanischen Volkes, was ist es? Ein Kartenhaus. Ein Kartenhaus, von einem einzigen Hauch, wenn er einmal gehaucht würde aus den spirituellen Welten heraus, vernichtet. Dann würde diese ganze Kultur umfallen. Jede Einzelheit, aus der die amerikanische Kultur stammt, kann man nachweisen aus äußeren Geschichtsbüchern, aus der Kulturgeschichte der vorigen Jahrhunderte. Alles liegt offen da, alles ist Menschenwerk, woraus das entsprungen ist.

Fragt nach, woher Euer Volkstum kommt, woher Euer Geistesleben stammt, fragt nach, woher das Beste kommt, was Ihr in Euren Seelen hegen könnt. Ihr werdet es auf der Erde nicht finden! Das ist nicht in dieser Weise zu finden, das wurzelt in der geistigen Welt selber. Das ist Organismus, Lebewesen, das ist kein Kartenhaus!“ Ebenda Seite 216 ff.

            Es ist zu hoffen, daß dieser Hauch, von dem er spricht, jetzt aus der geistigen Welt heraus gehaucht wird. Und das in dem Machtkampf zwischen den USA und Rußland sich das bewahrheiten wird, daß das eine Volkstum in einem Kartenhaus wurzelt, das andere aber in der Realität. Wohin sich das deutsche Volkstum in diesem Kampf zu wenden hat, habe ich bereits in dem Artikel „Das Volk des bewußten Christentum“ in Pelagius Heft XVII dargestellt. Für uns wird der Untergang Amerikas eine große Katastrophe sein, da wir uns durch unsere Berliner, vormals Bonner, Nullitäten machtpolitisch und auch wirtschaftlich an die USA und Israel gebunden haben und mit ihnen versinken werden, aber lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.

            Ein Aufstieg zum Besseren, zum Heil, wird uns daraus aber auch nicht erwachsen können, zumindest dauerhaft nicht. Eine Zukunft wird es für Deutschland und damit für die ganze Welt nur geben, wenn sich der Deutsche den Schlaf aus den Augen wischt und den Weg zum Spirituellen, zur Geisteswissenschaft zu beschreiten beginnt. Und das scheint noch lange nicht in Sicht.

Einen anderen Hinweis Rudolf Steiners zum aktuellen und zukünftigen Geschehen möchte ich meinen Lesern nicht vorenthalten. Er findet sich in der ersten Ansprache, die ich bisher noch nicht zitiert habe. „Und wenn wir absehen von dem Brahmanentum und sehen etwa in die Kulturen Mittelasiens, in die tibetanische oder chinesische Kultur, die in der nächsten Zeit in einer Weise werden für die Welt Bedeutung gewinnen, wovon sich die Menschen heute nichts träumen lassen, trotzdem uns nur kurze Zeit von dieser Sache trennt…“. … „wenn nun überfluten wird das, man möchte sagen, seine Fesseln gesprengt habende Chinesentum die westlichen Welten, dann eine Spiritualität damit kommt, die richtig die Nachfolge ist, in vieler Beziehung die noch ungetrübte Nachfolge ist des alten Atlantiertums. Sie wird wirken, wie wenn aufspringen würde etwas, was zusammengehalten wird, und was nach aller Welt sich verbreiten kann; so wird es sich ausgießen…“. Ebenda Seite 200. Eine Spiritualität jedoch, die an das anschließt, was zeitgemäß in der atlantischen Periode war, würde sich in der Gegenwart nur zerstörerisch für die Menschheit auswirken können.

            Es scheint mir, als wenn sich die Epoche der Weltmacht Amerika dem Ende zuneigen würde. Was dann aber kommt, wird nicht weniger vernichtend in den Entwicklungsgang der Menschheit eingreifen als die Zustände die wir haben. Von außen mag uns von Rußland Hilfe zukommen können, daß was die Menschheit vor dem Untergang bewahren könnte, kann nur daraus entstehen, daß sich Deutschland seiner kosmisch-menschheitlichen Aufgabe bewußt wird, die Brücke zu finden hin zur geistigen Welt und damit die Anthroposophie zu ergreifen. Dazu bedarf es aber, ich wiederhole mich zum x-ten mal, etwas anderes als das, was aus Dornach über die Zweige in die Zeitgeschichte einfließt und was uns jeden Tag aufs neue Tränen in das geisteswissenschaftliche Auge treiben könnte.

Im Westen (Siehe das was ich in das zweite Zitat zum Begriff Westeuropäer eingefügt habe, R. K.) sollen die Menschen das Gefühl haben, daß sie sich an der Menschheit versündigen, wenn sie etwas von Theosophie (Anthroposophie, R.K.) haben können und es nicht wollen, es abweisen – Sünde gegen die Menschheit!“ Ebenda, Seite 206. Dazu gehören die Worte die der Christus gesprochen hat: „Es werden alle Sünden verziehen, nur nicht die wider den Heiligen Geist“. Die Sünde wider den heiligen Geist ist die Ablehnung der Erkenntnis vom Geiste.

 

Rüdiger Keuler, in den dreizehn Heiligen Nächten des Jahres 2008/09.

 



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