Menschheit an der Wegscheide

 

Prolog

 

An Christi Himmelfahrt 2009, fand der 6. Internationale Kongreß der christlichen Akademie für Psychotherapie und Seelsorge in Marburg statt. Da die Antifa und Verbände der Schwulen und Lesben darin einen Angriff gegen die Homosexualität und die Genderideologien witterten, bliesen sie, allen voran der Grüne Oberschwule Volker Beck, zum Angriff. Es kam zu Gegendemonstrationen, die an Blasphemie und Menschenverachtung kaum zu überbieten sind. Der Kongreß stand unter dem Motto „Identität – der rote Faden in meinem Leben“.

Auch bei dieser Gegendemonstration konnte wieder erlebt werden, daß man links gleich pervers setzen kann. Es waren Kleinkinder zu sehen, die Luftballons trugen mit der Aufschrift: „Wenn ich einmal groß bin, werde ich lesbisch“. Es wurden also schon die unmündigen Kinder instrumentalisiert. Die ganze totalitäre Intoleranz des linken Spektrums, das zertreten will, was nicht ebenfalls zum Abartigen neigt, wurde deutlich. Es waren Transparente zu sehen mit der Abbildung eines gekreuzigten Schweins, mit der Aufschrift: „Wir sind hier um eure religiösen Gefühle zu verletzen“, und: „Hätt` Maria abgetrieben, wär` uns das erspart geblieben! oder „Kein Gott, kein Staat, kein Patriarchat“. Die Linkspartei Hessen verteilte Postkarten, auf denen zu lesen war, daß an den Schulen gelehrte Lebensbild habe „mit der Realität nichts zu tun. Die monogame Heten-Ehe wird als Normalfall dargestellt“. Dabei stellten diese in der Realität „eine Ausnahme“ dar. Diese Menschen scheinen sich in ihrem lebensfremden Intellektualismus so weit verstiegen zu haben, daß ihnen das Wissen abhanden gekommen ist, wie sich die Menschheit fortpflanzt. Nicht durch die egomanische Herausnahme der Sexualität aus dem Fortpflanzungsgeschehen und deren Entstellung durch rein egoistische Lustbefriedigung, der dann niedersten Triebe. Wenn man weiß, daß das Fach Pädagogik an den Universitäten von der Antifa dominiert wird, daß sich viele, die ihrem Leben keine Richtung geben können, in diesem Fach ansiedeln, dann können wir auch wissen, was unseren Kindern bevorsteht, wenn sie diesen „Pädagogen“ in die Hände fallen. Das ganze Perverse des Denkens, das hinter dieser Demonstration stand, gipfelte in dem Schriftzug, das auf einem Transparent zu lesen war: „Christen fisten“. Ich will meinen Lesern zugute halten, wenn sie nicht wissen, was sich hinter diesem Ausspruch verbirgt. Es ist eine extrem perverse Sexualpraktik, die hauptsächlich von Homosexuellen praktiziert wird (fisten kommt von dem englischen Wort Fist und bedeutet Faust). Im Zusammenhang mit den Linken ist es wichtig zu bemerken, wie das Wort „fundamentalistisch“ immer mehr als negativer Verruf gebraucht wird. Es ist also in diesen Kreisen eine Negation, ein Fundament zu haben, das, was jede Erziehung dem Menschen mit auf den Lebensweg geben sollte, das, was der Mensch sich über eine wirkliche Erkenntnis erringen will, was ihm die Weltanschauung geben soll und was ihm die Sicherheit gibt, die er im Leben braucht.

Auf dem Buch „Deutschlands sexuelle Tragödie“ (GerthMedien), können sie das Bild eines 15-jährigen Mädchens bestaunen, das ein T-Shirt trägt mit der Aufschrift: „I am here for the Gang Bang“. Gang Bang bedeutet ursprünglich Massenvergewaltigung, wird heute vielfach für Gruppensex verwendet. Das ganze Buch schildert in der Tat eine Tragödie in diesem Bereich, wir erfahren unter anderem von 14-jährigen, die stolz darauf sind, schon über achtzig Sexualpartner gehabt zu haben. Wir können in diesem Buch die Worte lesen: „Viele der Kids haben schon früh das Drehbuch zum Sex im Kopf. Geschrieben wurde es von der Bravo, von Internetportalen und oft auch von ihren Eltern. Sie erleben Sex als Ware, als Droge, als Ersatz für fehlende Werte.“

Beim Grand Prix Eurovision trat Deutschland dieses Jahr mit dem Lied: Miss Kiss Kiss Bang“ auf, vorgetragen von einem Kanadier, dazu zeigte eine amerikanische Stripperin ihre sexuellen Reize. Bang steht umgangssprachlich für Koitus.

Das Abartige wissentlich zum Ideal erhoben?

Schon vor über zehn Jahren fiel mir der Schriftzug „ich bin stolz ein Asi zu sein“ an der Mauer einer Waldorfschule im Rheinland auf, der dort anscheinend niemand störte.

Das Niedrige zum Lebensziel erhoben?

Am 13. Mai konnte man im Bonner Generalanzeiger auf der letzten Seite eine Nachricht lesen, die mit „Der letzte Schrei im Käfig von Köln“ überschrieben war. „Ultimate Fighting Championship: eine Geschäftsidee aus den USA erregt die Gemüter und vergißt den Jugendschutz.“ Worum es sich handelte war, daß beim sogenannten Freefighting fast ohne einschränkende Regeln Kämpfer so lange aufeinander eindreschen können, bis der Unterlegene aufgibt oder der Ringrichter abbricht, weil er eine Gefahr für das Leben eines der Kämpfer sieht. Auf der ersten Seite stand am selben Tag: „Amok-Alarm: Schülerin stellt sich.“ Es wurde über einen in letzter Sekunde vereitelten Amoklauf berichtet, bei dem dennoch eine Schülerin schwer verletzt wurde. Diese Dinge muß man zusammendenken können. Diese scheinbaren Extreme sind die Richtung, in der sich unsere Kultur unaufhaltsam bewegt und immer mehr Menschen haben ihren Spaß daran. Am 15.6.2009 wurde dann in derselben Zeitung über die „Geschäftsidee“ nochmals berichtet, nachdem sie stattgefunden und 13 000 Menschen angelockt hatte. „Gleich der zweite Vorkampf beweist mit Nachdruck, daß hier kein Kaffeekränzchen tagt. Der Holländer Stefan Struve liegt wie ein Käfer auf dem Rücken und muß von seinem Landsmann Denis Stojnic etliche schwere Kopftreffer einstecken. Stojnic hängt über seinem Gegner und drischt mit beiden Fäusten auf dessen Kopf ein: Struve blutet stark, aus einer langen Platzwunde, aus der Stirn strömt das Blut. Die Kämpfer wälzen sich auf dem blutbefleckten Boden. Für kurze Zeit unterbricht der Schiedsrichter den Kampf. Struve rettet sich in die Runde zwei, die Platzwunde wird notdürftig zugetackert, dann geht es weiter. Sofort platzt die Wunde wieder auf, das Blut spritzt. Dann gewinnt Struve den Kampf sogar: Stojnic gerät in eine aussichtslose Position und gibt auf. Blutüberströmt reckt Struve die Fäuste gen Hallendecke, die knapp 13 000 Zuschauer rasen geradezu vor Begeisterung. Für diese Veranstaltung sind die Menschen bis aus Malmö und Schottland angereist Die negative Kritik an dieser Geschäftsidee finden die Zuschauer „völlig übertrieben“. Es ist ihrer Meinung nach „Intelligenter Faustkampf auf hohem Niveau“, die Kritiker „wissen nicht wovon sie reden. Ultimate Fighting ist nicht gefährlicher als Fußball“. Das ist dieselbe Intelligenz, mit der hier argumentiert wird, die wir mit dem Tier gemeinsam haben, dort unbewußt Papiernester schafft, bei der Wespe, oder Dämme baut, beim Biber zum Beispiel und mit der Ahriman den Menschen, wenn er sich nicht zum Geistigen erheben kann, denken läßt, logisch, aber kalt und unmenschlich. Obwohl diese „Sportart“ noch sehr jung ist, hat es bereits ein Todesopfer im Ring gegeben, was natürlich die Attraktivität für ihre Anhänger erhöht. Der Vorsitzende eines Bonner Bürgervereins formulierte es nach einem Fall von Vandalismus in seiner Gemeinde so: „Je schöner etwas ist, desto mehr steigt das Bedürfnis, es kaputt zu machen“. Der Mensch ist das Erhabenste der Schöpfung, oder sollte es zumindest sein, deswegen ist er auch immer größeren Angriffen ausgesetzt.

Die Grausamkeit als Anlaß zum Genuß?

Wenn wir durch die Städte gehen, stellen wir mit Verwunderung fest, daß es immer mehr in Mode kommt, das Häßliche, das Widerliche zu betonen. Früher versuchte man das, was nicht so schön war, zu verbergen oder durch anderes, welches hervorgehoben wurde, in einen harmonischen Ausgleich zu bringen, die Leibesfülle unter wallenden Gewändern, das runde Gesicht durch lange Haare, die schmalen Lippen durch vollere Zeichnung des Lippenstifts etc., das hat sich heute stark verändert, das was unschön oder einseitig ist, wird oftmals hervorgehoben und extra betont. Ein klassisches Beispiel dafür ist die amerikanische Sängerin Beth Ditto, die es trotz Fettleibigkeit niemals versäumt, ihren gepircten Schwabbelbauch öffentlich auf der Bühne zu zeigen und deren sonstiges, nicht natürliches, sondern künstlich geschaffenes, Aussehen unter den Begriff Entstellung fällt.

Tätowierungen, die die natürliche Schönheit des menschlichen Körpers entstellen, sind immer noch auf dem Vormarsch. Sie werden häufig Körperflächen deckend eingesetzt. Die Beziehung der Tätowierungen zu satanischen Symbolen ist offensichtlich.

Das Häßliche als Schönheitsideal?

Der Totenkopf hat seinen Siegeszug in der Modebranche vollendet, er findet sich auf Accessoires teurer Mode für ältere Frauen, genauso wie auf Unterwäsche für Kleinkinder. Der Pirat ist schick geworden.

Der Verbrecher als Vorbild?

Der Präsident des Formel I Rennsportverbandes FIA, Max Mosley, wurde nicht auf Grund des bekannt Werdens seiner sadomasochistischen Sexualpraktiken aus seinen öffentlichen Ämtern entfernt, sondern weil er sich mit dem Rennsportkapital angelegt hat.

Der König des Pop, Michael Jackson, der diese Woche starb, war der König der Rassisten, der wahrscheinlich daran starb, daß er sich seine Rassemerkmale in zahlreichen Operationen entfernte und dabei zum Monster mutierte. Einer Verurteilung wegen sexuellem Mißbrauch von Kindern konnte er immer wieder dadurch entgehen, indem er seine Millionen zum Einsatz brachte. Das tat der Verehrung von seinen Anhängern keinen Abbruch. Er war der wahre König der abartigen Niedergangskultur.

Früher gab es noch Werte, hinter denen auch dann noch, als man sich genierte es auszusprechen, das Ideal stand sich zum Schönen, Wahren und Guten hinauf erheben zu wollen. Da das Anstrengung und Aktivität erfordert, haben dies Ideale heute zunehmend als Lebensziel abgedankt. Aber was kommt dann? Was tritt jetzt an diese Stelle? Wie können wir das geisteswissenschaftlich verstehen?

 

 

Entwicklungsgang der Menschheit

 

Wenn wir an Hand der geisteswissenschaftlichen Forschungsresultate, die in ihrer zeitgemäßen Form von Rudolf Steiner der Menschheit übergeben wurden, uns in den Entwicklungsgang der Menschheit vertiefen, so kommen wir zurück bis zu dem alten Saturn, der ersten Verkörperung unseres Planeten, der in seiner jetzigen Form als Erde vorhanden ist. Damals gab es von den Reichen der Natur, die uns heute umgeben, nur den Menschen, allerdings nicht in der Erscheinungsform, wie wir ihn heute vor uns haben. Er existierte in seiner „physischen“ Form nur als Wärmezustand. Sein Bewußtseinszustand war noch dumpfer, als der des Schlafes. In langen Zeiträumen fand auch damals etwas statt, was man als Entwicklung bezeichnen kann. Es war jedoch nicht allen „Wärmeeinheiten“ vergönnt, das Ziel der Saturn Entwicklung zu erreichen, ein Teil mußte zurückbleiben.

Nachdem die Erde durch einen Auflösungsprozeß durchging und sich danach wieder neu gestaltete, begann der Zustand, den die Geisteswissenschaft als die alte Sonne bezeichnet (Diese Bezeichnungen sind nicht identisch mit dem, was wir heute an unserem Firmament mit diesen Begriffen als unsere Planeten benennen). Jetzt gab es schon zwei Reiche der Natur, das was sich als menschliches weiterentwickelt hatte und das, was zurückgeblieben war. Zu den Anlagen des physischen, dessen was heute physischer leib ist, der zuerst als Wärme vorhanden war, kam auch Lebenskräften, der Ätherleib, hinzu. Es entstand neben der Wärme die Luft. Der Bewußtseinszustand des menschlichen Reiches war nun ein schlafender. Wieder fand über lange Zeiträume, gefördert und gelenkt von den hierarchischen Engelwesen, Entwicklung statt. Wieder war es so, daß am Ende dieser Zeit ein Teil das Ziel der Entwicklung nicht erreicht hatte und zurückbleiben mußte. Es entstand daraus ein drittes Naturreich, nachdem die „Erde“ durch den Zwischenzustand der Auflösung durchging, die die Geisteswissenschaft Pralaya nennt.

Nun entstand der alte Mond (nicht zu verwechseln mit dem, was heute um unseren Planeten kreist), mit seinen drei Naturreichen. Der Mensch erwarb sich auf diesem die erste Anlage zum Seelischen, zum Astralleib, zur Luft kam das wässrige Element dazu. Der Bewußtseinszustand des Menschen, oder besser gesagt dessen Vorstufe, war ein träumender. Auch damals ging es darum, daß der Mensch sich erwerben sollte, was ihm dieser planetarische Zustand bescheren konnte. Wiederum wurde dieses Ziel von einem Teil der Menschenvorfahren nicht erreicht.

Nach der Ruhepause, dem Pralaya, entstand unsere heutige Erde mit dem wachen menschlichen Bewußtseinszustand. Aus dem, was auf den vorigen drei planetarischen Stufen vom Menschen zurückgeblieben war, entstanden nun das Mineralreich, das Pflanzenreich und das Reich der Tiere. Zum wässrigen Element erschien das Element des Festen, des Erdigen.

 

 

Gegenwart

 

Auch auf der Erde besteht ein Entwicklungsziel. Um zu diesem Ziel zu gelangen, mußte die Menschheit durch den Materialismus hindurchgehen, die Zeit, in der sich für den Menschen der Zusammenhang mit der geistigen Welt vollständig verfinstert hat. Das Ziel der Entwicklung auf der Erde ist die Freiheit und die Liebe. Die eine Fähigkeit ist nicht ohne die andere denkbar. Bis vor „Kurzem“ wurde die Menschheit noch gelenkt und geleitet von den Wesenheiten der himmlischen Hierarchien, zum Schluß nur noch fortwirkend in den traditionell vererbten Werten und moralischem Verhalten. Auch das muß und mußte versiegen, um den Menschen zur Freiheit kommen zu lassen. Aus der Freiheit heraus muß der Mensch wiederum zurückfinden zu seinem Zusammenhang mit der geistigen Welt und dadurch vom Geschöpf zum Schöpfer werdend, sein Ich schaffen und damit das vollenden, was die geistige Welt für ihn veranlagt hat. Die Kraft zu dieser Umkehr ist für den Menschen vorhanden durch das Opfer des Christus zu Golgatha und seine Auferstehung, das heißt, die Überwindung des Todes, den die Materie in sich trägt. So wie der Mensch auf dem Saturn den physischen Leib, auf der Sonne den Lebenskräftezusammenhang, auf dem Mond das Seelische, so kann er auf der Erden das Ich erringen. Dieses ist mit dem Christus verbunden, der niemals aus dem Materialismus heraus bewiesen werden kann, sondern der nur durch das Betreten eines geistigen Erkenntnispfades gefunden wird. Schon daran können wir sehen, daß dem deutschen Volk eine, sich als zunehmend schwierig herausstellende Aufgabe zukommt, daß Deutsch die einzige Sprache ist, die das Ich mit dem Christus in Zusammenhang bringt ICH = Jesus Christus. Es ist richtig, der Christus ist für alle Menschen gestorben, aber keiner bekommt die Segnungen, die er der Menschheit gebracht hat, auf passive Art, jeder muß sie sich erringen, sonst wäre es keine Tat der Freiheit. Auch die Liebe, als hohe geistig-seelische Fähigkeit, erwirbt sich der Mensch auf dem Wege zu dem Geistigen, zu dem Christus. Das wirkliche Christentum ist ein solches, das auf dem Wege der Erkenntnis, nicht des Glaubens, errungen wird. „Das ist das Geheimnis aller Entwicklung in die Zukunft hinein: daß die Erkenntnis, daß auch alles, was der Mensch vollbringt aus dem wahren Verständnis der Entwicklung heraus, eine Aussaat ist, die als Liebe reifen muß.“ „Geheimwissenschaft im Umriß“ GA 13, Seite 415.

Von der Gegenwart an, die jetzt nicht innerhalb weniger Jahre oder Jahrzehnte gedacht werden darf, muß der Mensch die Anstrengung leisten, die durch das Erheben zur geistigen Erkenntnis, zum Zusammenhang mit den Hierarchien führt, oder er muß in der Dekadenz versinken. Diese Dekadenz ist der schon weit fortgeschrittene Zustand der menschlichen Kultur, der mit jedem Tag sichtbarer wird, und der Weg zurück zum Geistigen führt über die Erkenntnis dessen, was uns in der Vergangenheit der Glaube, der in seinen konfessionellen Formen längst korrumpiert ist, vorbereitend geben konnte. Wieder spaltet sich aus der fortschreitenden Menschheit der Teil ab, der nicht mit kann, nicht mit will und bildet in der Zukunft, auf der nächsten planetarischen Verkörperung der Erde, ein neues Naturreich. „Es werden sich aber nur jene Menschen den neugestalteten Verhältnissen der Erde gewachsen zeigen, welche in sich solche Seelen verkörpert haben, wie sie werden können, durch die Einflüsse des griechisch-lateinischen, des darauffolgenden fünften, sechsten und siebenten Zeitraumes der nachatlantischen Entwickelung. Das Innere solcher Seelen wird dem entsprechen, was aus der Erde bis dahin geworden ist. Die anderen Seelen werden dann zurückbleiben müssen, während es vorher in ihrer Wahl gestanden hätte, sich die Bedingungen zum Mitkommen zu schaffen. Reif für die entsprechenden Verhältnisse nach der nächsten großen Umwälzung (Vergleichbar mit der, auch in der Bibel erwähnten Sintflut, R.K.) werden diejenigen Seelen sein, welche sich gerade beim Hinüberleben vom fünften (unser gegenwärtiger Zeitraum, R.K.) in den sechsten nachatlantischen Zeitraum die Möglichkeit geschaffen haben werden, die übersinnlichen Erkenntnisse mit den Verstandes- und Gefühlskräften zu durchdringen. Der fünfte und der sechste Zeitraum sind gewissermaßen die entscheidenden. In dem siebenten werden die Seelen, welche das Ziel des sechsten erreicht haben, sich zwar entsprechend weiter entwickeln; die anderen werden aber unter den veränderten Verhältnissen der Umgebung nur mehr wenig Gelegenheit finden, das versäumte nachzuholen. Erst in einer späteren Zukunft werden wieder Bedingungen eintreten, welche dies gestatten.“ Ebenda, Seite 410 ff. Weiter unten stehen dann folgende Worte. „Die zurückgebliebenen Seelen werden in ihrem Karma so viel Irrtum, Häßlichkeit und Böses angehäuft haben, daß sie zunächst eine besondere, der guten Gemeinschaft der Menschen scharf entgegenstrebende Vereinigung der Bösen und Verirrten bilden werden.“ Ebenda, Seite 411. An dieser Stelle befinden wir uns heute, dort wo die Menschheit sich teilt und es deswegen immer mehr Menschen geben wird, die an die Stelle des Wahren, den Irrtum, an die Stelle des Schönen, das Häßliche, an die Stelle des Guten, das Böse setzen werden. So wie der Christus mit dem Wahren, Schönen und dem Guten in Verbindung gebracht werden muß, so Ahriman, den dieser Teil der Menschheit verehrt, immer bewußter verehren wird, mit dem Bösen, dem Häßlichen und dem Irrtum. Das ist auch der Grund, warum sich die Menschen heute mehr von der Lüge angezogen fühlen, als von der Wahrheit. Dies wird zwar noch kein vollständig endgültiger Bruch sein, aber in der Zukunft wird es für diese Menschen immer schwieriger werden umzukehren und für das Gute offen zu sein. Die gemeinsame Wurzel alles Bösen ist der Egoismus und der nimmt dem Menschen immer mehr die Kraft, die man braucht, um sich zum Guten zu wenden. Je länger die Vermählung mit dem Bösen anhält, umso schwerer wird die Wende. Da mit dem Bösen aber auch die Krankheit, das Leid und der Tod einhergehen, wird dieser Weg auch ein immer leidvollerer sein müssen. Aber vielleicht kann aus dem Leid dann auch die Kraft erwachsen, den bisherigen Weg zu verlassen. Da wir bis zur Wende vom fünften zum sechsten nachatlantischen Zeitraum unter regulären Verhältnissen nur noch einmal inkaniert sein werden, kommt dem jetzigen ein großes Gewicht zu. Wenn wir uns in diesem kein solides Fundament schaffen, in Bezug auf die geistige Erkenntnisse und deren Verwirklichung, werden wir es im nächsten Leben umso schwerer haben dieses zu schaffen. Die Möglichkeit für die zurückgebliebenen Seelen, in der fernen Zukunft nochmals die Gemeinschaft des Bösen zu verlassen, wird auch davon abhängen, wie viele Kräfte die gute, die fortschreitende Menschheit sich errungen haben wird, um helfend und heilend ihnen bei der Umkehr zur Seite stehen zu können.

Nun sind ja nicht alle Menschen schon so verdorben wie die, welche in den eingangs aufgeführten Beispielen erwähnt wurden. Es gibt immer noch Menschen, die treu ihrem Glauben anhängen, die keinen Gefallen daran finden ihren Nächsten übers Ohr zu hauen, die noch bereit sind für die Entwicklung ihrer Kinder etwas zu tun, zu verändern, die kein Vergnügen daran haben, andere zu quälen oder zuzuschauen, wie andere gequält werden, zum Beispiel im Fernsehen oder im Kino, wenn es auch immer weniger werden. Menschen, die zu ihren Gemeinschaften, seien es die Volks-, Arbeits- oder Lebensgemeinschaften, stehen, auch dann, wenn man sich dafür krumm legen muß. Das sind Nachzügler, während die, die ihren niederen Trieben jetzt schon die Zügel schießen lassen, man kann schon nicht mehr sagen die Vorhut bilden, denn es machen ja diese und ihre Gestaltungen, sei es im Geistesleben, in der Sozialgestaltung, im Wirtschaftsleben oder im Künstlerischen, den größten Teil unserer Kultur schon aus. Das konnte ich jetzt wieder auf einem Konzert des Bonner Jugendsynphonieorchesters sehr eindrücklich erleben, welches hervorragend klassische Musik spielte. Als ein Vertreter der Jugendlichen zum Abschluß dem Dirigenten dankte, sagte er, er könne es nicht anders sagen, als daß die Zeit der Vorbreitung auf dieses Konzert geil gewesen sei. Solche Phänomene muß man als Symptome ernst nehmen, sie zeigen uns viel.

Dem Schicksal, zu dem zurückbleibenden Teil der Menschheit gehören zu müssen, werden nur die entgehen, die den Zugang zu einer konkreten Geisterkenntnis sich erringen können, und wo sollten dieser zu finden sein außerhalb der Anthroposophie? Alles was an Geistigem aus dem Osten kommt ist vergangenheitsbezogen und damit dekadent, genauso wie alle konfessionellen christlichen Bekenntnisse maskierter Materialismus sind. Man schaue sich gründlich um. Niemand ist gezwungen, das zu glauben was ich geschrieben habe, aber jeder wird die Konsequenzen seiner Entscheidungen zu tragen haben, deshalb sollte er gut prüfen. „Einem Menschen, der durch diese Seelenerlebnisse zur Geheimwissenschaft (gemeint ist hier die Anthroposophie, die für die Faulen, die Bequemen, die passiv Denkenden und Lebenden geheim bleibt) geführt wird, dem eröffnet sich durch diese nicht nur die Aussicht, daß er für gewisse Fragen seines Erkenntnisdranges die Antwort finden werde, sondern auch noch die ganz andere, daß er zum Überwinder alles dessen wird, was das Leben hemmt und schwach macht. Und es bedeutet in einem gewissen höheren Sinne eine Schwächung des Lebens, ja einen seelischen Tod, wenn der Mensch sich gezwungen sieht, sich von dem Übersinnlichen abzuwenden oder es zu leugnen. …Er mag es eine Weile so weiter treiben: er muß aber doch einmal an einen Punkt gelangen, an dem er innerlich abstirbt. Denn was so aus der Welt für den Menschen herausgezogen werden kann, erschöpft sich. Dies ist nicht eine Behauptung, welche aus der persönlichen Erfahrung eines einzelnen stammt, sondern etwas, was sich aus einer unbefangenen Betrachtung alles Menschenlebens ergibt. Was vor dieser Erschöpfung bewahrt, ist das Verborgene, das in der Tiefe der Dinge ruht. Erstirbt in dem Menschen die Kraft, in diese Tiefen hinunterzusteigen, um immer neue Lebenskraft heraufzuholen, so erweist sich zuletzt auch das Äußere der Dinge nicht mehr lebenfördernd.“ Ebenda, Seite 45 ff.

Erkenntnis muß, wenn der Mensch der Anthroposophie gerecht werden will, völlig neu verstanden werden. Dazu gehört es, daß wir sie nicht mehr als unsere subjektive Privatangelegenheit verstehen dürfen. „Die Sache verhält sich keineswegs so, daß sie nur den einzelnen Menschen, nur dessen persönliches Wohl und Wehe anginge. Gerade durch wahre geheimwissenschaftliche Betrachtungen wird es dem Menschen zur Gewißheit, daß von einem höheren Gesichtspunkte aus das Wohl und Wehe des einzelnen innig zusammenhängt mit dem Heile oder Unheile der ganzen Welt. Es gibt da einen Weg, auf dem der Mensch zu der Einsicht gelangt, daß er der ganzen Welt und allen Wesen in ihr einen Schaden zufügt, wenn er seine Kräfte nicht in der rechten Art zur Entfaltung bringt. Verödet der Mensch sein Leben dadurch, daß er den Zusammenhang mit dem Übersinnlichen verliert, so zerstört er nicht nur in seinem Inneren etwas, dessen Absterben ihn zur Verzweiflung zuletzt führen kann, sondern er bildet durch seine Schwäche ein Hemmnis für die Entwicklung der ganzen Welt, in der er lebt.“ Ebenda, Seite 46. Dazu gehört es aber nicht weniger, daß wir sie als eine Angelegenheit verstehen müssen, die Erkenntnis, durch die wir uns selbst verändern, bis in unser Wesengliedergefüge hinein, bis in die physische Struktur des Gehirns, ja des großen Zehs.

Am weitesten allerdings wird der Teil der Menschheit fallen müssen, der mit der Anthroposophie in Zusammenhang kam, vielleicht sogar eine anthroposophische Ausbildung machte, in ihr als Arzt, als Lehrer, als Erzieher, als Eurythmist oder als Journalist seine bekömmliches Auskommen fand, ohne daß er bereit war, zu erkennen, welche Tragweite, welche Verantwortung mit ihr verbunden ist, was er bei seinem Eintritt in solche Zusammenhänge unwissentlich karmisch bereits „unterschrieben“ hat. Darauf werden wir schon im Lukasevangelium hingewiesen: „Von dem, der viele Gaben hat, wird man auch viel erwarten; und wem viel anvertraut ist, von dem wird um so mehr gefordert.“ Lukas 12/48,

in der Übersetzung von Emil Bock.

 

 

Asuras

 

Der Christus ist der Geist, der das Mittelpunktsgeschehen der Erdentwicklung ausmacht, der der Erde erst ihren Sinn gibt, der jedoch vom Menschen erwarten muß, daß er sich zum Verständnis des Geschehens von Golgatha hinaufarbeitet, um so wie er von Adam leiblich abstammt, seine geistig-seelische Verwandtschaft mit dem Christus zu schaffen, damit er sich die Freiheit und die Liebe selbst erringe, anstatt sie sich wie ein Unmündiger in den Schoß fallen zu lassen. Wie schon Lessing sagte: Der Mensch ist der erste Freigelassene der Schöpfung.

Auf der anderen Seite stehen die Geister, die dem Menschen nichts abverlangen. Er muß sich nicht verändern, nicht veredeln, er muß sich nicht bemühen zu denken und seine Willensschwäche zu überwinden. Im Gegenteil, er kann seinen Trieben freien Lauf lassen, sich seinen mehr oder weniger unbewußten Grausamkeiten bei den „Kulturveranstaltungen“, hingeben, bei „Events“ seinen billigen Spaß haben. Er kann nachplappern, wo andere ihm „vorgedacht“ haben, er kann sich von Ahriman inspirieren lassen, beschenken lassen mit seiner kalten, scharfen, aber unmenschlichen Intelligenz, die heute in weiten Teilen der Wissenschaft, überhaupt des Geisteslebens waltet. Er findet überall die Möglichkeit, seine niederen Instinkte zu befriedigen, das Tier in ihm kommt auf seine Kosten.

Die beiden Gegenspieler des Christus sind Luzifer, der Lichtträger, der den Menschen möglichst veranlassen will, der schnöden Materie zu entsagen, das Werk, die Erde, durch seine Arbeit zu verwandeln, abzubrechen, um hinfort in Luzifers Reich einzugehen. Der andere ist Ahriman, der den Menschen den Geist verleugnen läßt, ihn im Materialismus erhält, um ihn in der irdischen Materie verkalkend aufgehen zu lassen. Der dem Menschen eingegeben hat, er stamme vom Tier ab. Ahriman, dessen anderer Name Mammon lautet, der, von dem der Volksmund sagt, daß er immer auf einen Haufen sich entleert, auf den Haufen Rockefeller, Josef Ackermann oder Götz Werner zum Beispiel. Aber darüber hinaus gibt es noch die Asuras, die in der Rangordnung der bösen Trinität am höchsten stehen. Das sind die Geister, die heute beginnen in der Kultur zu wirken, und die dort mitspielen, wo wir die beschriebenen Phänomene ansiedeln müssen. „Das Böse, das die luziferischen Geister den Menschen zugleich mit der Wohltat der Freiheit brachten, das werden sie alles im Verlaufe der Erdenzeit ganz abstreifen. Dasjenige Böse, das die ahrimanischen Geister gebracht haben, kann abgestreift werden in dem Ablauf der karmischen Gesetzmäßigkeit. Das Böse aber, das die asurischen Mächte bringen, ist nicht auf eine solche Weise zu sühnen. Haben die guten Geister dem Menschen Schmerzen und Leiden, Krankheit und Tod gegeben, damit er sich trotz der Möglichkeit des Bösen aufwärts entwickeln kann, haben die guten Geister die Möglichkeit des Karma gegenüber den ahrimanischen Mächten gegeben, um den Irrtum wieder auszugleichen – gegenüber den asurischen Geistern wird das im Verlaufe des Erdendaseins nicht so leicht sein. Denn diese asurischen Geister werden bewirken, daß das, was von ihnen ergriffen ist – und es ist ja des Menschen tiefstes Innerstes, die Bewußtseinsseele mit dem Ich -, daß das Ich sich vereinigt mit der Sinnlichkeit der Erde. Es wird Stück für Stück aus dem Ich herausgerissen werden, und in demselben Maße, wie sich die asurischen Geister in der Bewußtseinsseele festsetzen, in demselben Maße muß der Mensch auf der Erde zurücklassen Stücke seines Daseins. Das wird unwiederbringlich verloren sein, was den asurischen Mächten verfallen ist. Nicht, daß der ganze Mensch ihnen zu verfallen braucht, aber Stücke werden aus dem Geiste des Menschen herausgeschnitten durch die asurischen Mächte. Diese asurischen Mächte kündigen sich in unserem Zeitalter an durch den Geist, der da waltet und den wir nennen könnten den Geist des bloßen Lebens in der Sinnlichkeit und des Vergessens aller wirklichen geistigen Wesenheiten und geistigen Welten. Man könnte sagen: Heute ist es erst mehr theoretisch, daß die asurischen Mächte den Menschen verführen. Heute gaukeln sie ihm vielfach vor, daß sein Ich ein Ergebnis wäre der bloßen physischen Welt. Heute verführen sie ihn zu einer Art theoretischem Materialismus. Aber sie werden im weiteren Verlaufe – und das kündigt sich immer mehr an durch die wüsten Leidenschaften der Sinnlichkeit, die immer mehr und mehr auf die Erde herniedersteigen – dem Menschen den Blick umdunkeln gegenüber den geistigen Wesenheiten und geistigen Mächten. Es wird der Mensch nichts wissen und nichts wissen wollen von einer geistigen Welt. Er wird immer mehr und mehr nicht nur lehren, daß die höchsten sittlichen Ideen des Menschen nur höhere Ausgestaltungen der tierischen Triebe sind, er wird nicht nur lehren, daß das menschliche Denken nur eine Umwandlung dessen ist, was auch das Tier hat, er wird nicht nur lehren, daß der Mensch nicht bloß seiner Gestalt nach mit dem Tier verwandt ist, daß er auch seiner ganzen Wesenheit nach vom Tier abstamme, sondern der Mensch wird mit dieser Anschauung Ernst machen und so leben.“ Rudolf Steiner in „Geisteswissenschaftliche Menschkunde“ Ga 107, Seite 248 ff. Den Beginn davon können wir heute im Fernsehen täglich sehen, wir sehen es in unseren Zeitungen und Magazinen, im Kino, auf den Straßen. Die asurischen Mächte heben ihre Häupter in unserer Kultur. „ Die Asuras werden mit einer viel intensiveren Kraft das Böse entwickeln als selbst die satanischen Mächte der atlantischen oder gar die luziferischen Geister der lemurischen Zeit“ Ebenda, Seite 248. Dieser Zyklus sollte nicht umsonst auf den Index der jugendgefährdenden Schriften gesetzt werden, er darf heute nur noch mit einem Kommentar herausgegeben werden. Aber auf der anderen Seite, wie viele Menschen gibt es noch, die diese Worte mit dem in Zusammenhang bringen können was hier unten auf der Erde, nicht im „anthroposophischen“ Wolkenkuckucksheim, in der gegenwärtigen Wirklichkeit geschieht?

 

 

Epilog

 

Ist die Menschheit vorbereitet auf das was nun über uns kommen muß? Wird sie dem standhalten können? Ja, es ist ein überaus dramatisches Geschehen, das sich vor den Augen der immer noch schlafenden Menschheit vollzieht, die sich verbissen und verzweifelt dagegen wehrt, aufgeweckt zu werden. Obwohl im Unterbewußtsein der Menschheit die Angst von Tag zu Tag wächst. Aber wir werden zu lange geschlafen haben, wenn wir gezwungen sind zu erwachen. Die Frage muß schon mit dem tiefsten Ernst gestellt werden, wo sollten denn jetzt noch die Menschen herkommen, die den guten Teil der Menschheit bilden sollen, den in die Zukunft fortschreitenden? Wo sollten die Menschen herkommen, die ihr inneres Verhältnis zur geistigen Welt so stark gemacht haben, daß es sie durch die kommende Zeit, des Chaos und der Katastrophen durchträgt? Wenn diese nicht da sind, wird die geistige Welt den „Versuch“ Erde abbrechen müssen! Hoffentlich ist die geistige Welt nicht so ratlos wie wir Menschen, ob dieser Zustände ratlos sein müssen, wenn wir ehrlich genug sind. Hoffentlich ist sie imstande, noch ein „weißes Kaninchen“ aus dem kosmischen Zylinder zu ziehen, das wir bis jetzt noch nicht kennen und nicht sehen können und hoffentlich passiert das ganz schnell.

 

Rüdiger Keuler, Juni 2009

 



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