Klimawandel aus geisteswissenschaftlicher Sicht

Nachdem der Mai bisher viel zu kalt ausgefallen ist, teilweise hatten wir dieselben Temperaturen, die wir auch schon Anfang März hatten, ist es um den Klimawandel merkwürdig still geworden. Wenn wir wieder einige schöne Tage haben, werden die politischen Rattenfänger erneut aus ihren Löchern kriechen und uns mit ihren verlogenen Flötentönen in den Ohren liegen, hoffend, eine möglichst große Schar von „Ratten“ hinter sich herziehen zu können, zum großen Handaufhalten in Sachen Umweltschutz. Das Problem dabei sind weniger die, die vorneweggehend die „Ratten“ hinter sich herzulocken versuchen, als vielmehr die, die sich verweigern, den eigenen Verstand zu gebrauchen und deshalb zum großen Betrug herausfordern und das auf allen Ebenen, auf denen man Macht erringen und die große Masse ausbeuten kann. In ein paar Jahren werden wir neue Theorien aufgetischt bekommen, und damit wird dann wieder der Versuch gestartet, mit scheinbar noch besseren Argumenten, uns wieder über den Tisch zu ziehen und fast niemand wird es auffallen, oder wissen Sie wo das Ozonloch geblieben ist? Oder El Nino? Schon vergessen? Innovativ nennt man das heute, wenn eine Idee die Menschen nicht mehr in Atem hält und damit das Geld der Bevölkerung schwerer zu rauben ist, so erfindet die Politik und die ihr hörigen, prostituierenden Wissenschaftler ein neues Sesam-öffne-dich, um an den Inhalt der Geldbeutel ihrer Bürger auf erpresserische und damit kriminelle Art zu gelangen. Wenn Sie einen kleinen Buchstaben bei dem Wort Klimawandel verändern, sehen Sie worum es geht. An die Stelle des W müssen Sie ein H setzen. Aber um an diesem Geschäft verdienen zu können, muß man anderen erst einreden, daß fundamentale menschliche Werte in Gefahr sind. Im Juni 2010 veröffentlicht die amerikanische Zeitschrift „Nature Magazine“ eine wissenschaftliche Arbeit, in der belegt wird, daß das Kohlenstoffmonoxid (CO2) nur für fünf bis zehn Prozent des beobachteten Temperaturanstieges auf der Erde verantwortlich ist. Andere Quellen wissenschaftliche Untersuchungen sprechen sogar von 2Prozent.

Klima ist Ausdruck der meteorologischen Verhältnisse der Erde oder Teile dieser. Es gehört damit zum Ganzen der Erde als einem lebendigem Organismus und steht dadurch in einem geistigen Zusammenhang, läßt sich also mit den heute üblichen grobklotzigen, wissenschaftlich-materiellen Begriffen nur so mangelhaft erklären, daß wir, auch unabhängig von den unmoralischen Intensionen die mit den Klimaspekulationen verbunden sind, alle paar Jahre neue „empirische“ Erklärungsmodelle über uns ergehen lassen müssen, die nachzubessern versuchen, was an der Realität vorbei wissenschaftlich gedacht wird. Auch darin zeigt sich die zunehmend abstrakt und wirklichkeitsfremde Begrifflichkeit, mit der die Naturwissenschaft immer dann arbeitet, wenn es sich über die erforschten Tatsachen hinaus um Erklärungsmodelle, also Meinungen, handelt.

Nun hat auch im geisteswissenschaftlichen Sinne das Klima der Erde, die Atmosphäre, etwas mit den Menschen und ihren Handlungen, ihren Bemühungen zu tun, aber in einem ganz anderen Sinne, als das die Wissenschaft glaubt. Nämlich nicht die Stoffe, die eine unmoralische Menschheit aus der grenzenlosen Verehrung des Gottes Mammon, in rücksichtloser Geschäftstüchtigkeit in die Umwelt hinein freisetzt, stehen im Vordergrund einer Klimaveränderung, sondern die Moralität der Menschen selbst, direkt ohne den Umweg über die stoffliche Materie.

In dem Zyklus „Die Impulsierung des weltgeschichtlichen Geschehens durch geistige Mächte“ GA 222, spricht Rudolf Steiner im siebenten Vortrag über die Entwicklung der Menschheit in der nachatlantischen Zeit. Er führt aus, wie sich der Mensch in der ersten nachatlantischen Epoche, der urindischen, als das Ergebnis einer göttlichen Imagination, die sich in einer fleischlichen Umhüllung zum Ausdruck brachte, fühlen mußte. In der zweiten Kulturepoche, der urpersischen, fühlte er sich als das Ergebnis göttlicher Gedanken, die in den meteorologischen Verhältnissen, die zur Zeit der Geburt des jeweiligen Menschen herrschten, zur Erscheinung kamen und abgelesen wurden. Der Mensch verlor jedoch immer mehr das Bewußtsein vom Geistigen und seinem Zusammenhang, auch im irdischen Leben, mit diesem. So kam die dritte Epoche, in der der Mensch seinen Zusammenhang mit dem Göttlichen nur noch aus den Sternenkonstellationen errechnen konnte, aus dem, was damals als Horoskop, das aber noch eine völlig andere Sinnhaftigkeit hatte als das heute der Fall ist, erstellt wurde. In der vierten Kulturepoche, in der griechisch-lateinischen Zeit, empfand sich der Mensch als ganz auf der Erde angekommen, als Erdenmensch, aber er empfand sich in seinem Seelischen noch als göttlichen Ursprungs. Wir leben heute, in der Gegenwart, in der germanisch-mitteleuropäischen Kulturepoche. Heute ist der Mensch mit seinem Seelischen in die Erde hineingekrochen, er kann sich mit seinem Bewußtsein nicht mehr über das Materiell-Sinnliche erheben. „Wir sind bar geworden der außerirdischen Kräfte, wir leben auch nicht mehr und sollen nicht mehr leben mit den bloßen Erdenkräften, die im Blute vibrieren, sondern wir sind abhängig geworden von Kräften, die unter der Erde sind.“ Ebenda, Seite 118, in der Ausgabe von 1976. Dadurch wird der Mensch ganz auf sich selbst gestellt, er erlangt seine Freiheit. „ Es bedeutet eben etwas ganz anderes [wie bei der Kartoffel, aus dem von ihm gegebenen Beispiel], es bedeutet gerade, daß die Erde den Einfluß des Überirdischen von uns wegnimmt. Wir werden durch die Erde des Einflusses des Überirdischen beraubt.“ Ebenda, Seite 118. Damit verfügt der Mensch nur noch über ein totes, abstraktes Denken, welches nur noch das Mineralische verstehen kann. Wir dürfen jedoch nicht vergessen, daß dieses Hineinkriechen in die bloßen Erdenkräfte die Kehrseite von unserer Freiheit und unserem Ich-Bewußtsein ist.

Nun besteht des Menschen Aufgabe darin, seine Gedanken wieder von Innen heraus lebendig zu machen. Die Kraft für eine Verlebendigung des Denkens findet er nur in der Geisteswissenschaft. Diese lebendigen Gedanken haben nun die Fähigkeit, in den Kosmos hinauszustrahlen das, was der Mensch vom Kosmos empfangen hat und nun als eigene Geistigkeit diesem wieder zurückstrahlen muß. Rudolf Steiner erwähnt, wie diese Aufgabe der Menschheit für diesen Zeitraum, am Anfang der fünften nachatlantischen Kulturepoche, im „Parzival“ des Wolfram von Eschenbach in drei Schritten skizziert wurde. Von der Einfalt, der Naivität des Menschen, der im alltäglichen Leben aufgeht, ohne an dessen Sinn Fragen zu stellen, zum Zweifel, der den Zustand des Hineinkriechens in den irdischen Bereich darstellt, bis zur Saelde, zur Seligkeit, wenn der Mensch sich vom bloß Irdischen losreißt und seine Gedanken verlebendigt. Ohne dieses Denken findet der Mensch nicht zur Wirklichkeit zurück, er bleibt beim toten, abstrakten Denken stehen, welches nur die Welt des Mineralischen, des Technisch-Mechanischen verstehen kann. Der Spiegel, durch den dieses neue Denken in den Kosmos zurückgestrahlt wird, ist die Erde mit ihren materiellen Stoffen. Wenn der Mensch seine Gedanken nicht vergeistigt, so durchdringen diese den Spiegel, verderben und zerbrechen ihn. Damit ist natürlich nur ein Bild, zum besseren Verständnis des realen Geschehens geschaffen, aber ein Bild das uns bereits auf den Weg zu dieser Verlebendigung der Gedanken führen kann. Mit seinem intellektuellen, toten Denken zerbricht der Mensch die Erde. „Das Zerbrechen beginnt allerdings bei dem dünnsten Elemente, bei der Wärme. Und im fünften nachatlantischen Zeitraum hat man nur die Gelegenheit, durch weiteres, immer weiteres Ausbilden der bloßen intellektualistischen Gedanken die Wärmeatmosphäre der Erde zu verderben.“ Ebenda, Seite 122. Wir können uns ja darüber Gedanken machen, inwieweit sich dieses Verderben bisher noch mehr im Geistigen abspielt und inwiefern sich dies bereits in unseren Wetterverhältnissen offenbart. Verderben der Wärmeatmosphäre muß sich nicht unbedingt gleich in deren quantitativem Bereich zeigen, so daß es wärmer oder kälter wird, es kann sich auch zuerst auf die Qualität der Wärme erstrecken, aber die Bedingungen, unter denen der Mensch auf der Erde lebt, werden sich zu seinen und zu denen seiner Entwicklung Ungunsten verändern, auch im naturwissenschaftlich messbaren Gebiet, das können wir schon aus der Aufzählung der folgenden Verderbnisse entnehmen.

In der sechsten nachatlantischen Kulturepoche, die im Jahr 3573 n. Chr. beginnt, wird der Mensch dann noch in anderer Art Verderben bringend auf die Umwelt wirken. „Dann aber kommt die sechste nachatlantische Periode. Würde die Menschheit nicht bis dahin bekehrt sein vom Intellektualismus zur Imagination, dann würde die Verderbnis nicht nur der Wärmeatmosphäre, sondern der Luftatmosphäre beginnen, und die Menschen würden mit den bloß intellektualistischen Gedanken die Luft vergiften. Und die vergiftete Luft würde auf die Erde zurückwirken, das heißt, zunächst das Vegetabilische verderben.“ Ebenda, Seite 122. Solange die Wissenschaftler in irgendeinem Stoff die Ursachen für Veränderungen des Klimas suchen, handeln sie wie ein Mensch der versucht, das Ungeziefer in einem Zimmer gewaltsam zu beseitigen, ohne die Ursachen für die Vermehrung dieser Schädlinge, nämlich den Dreck der überall herumliegt, zu beseitigen.

Aber die Zerstörung unserer Erde hat damit noch kein Ende: „Und im siebenten nachatlantischen Zeitraum [Beginn im Jahre 5733] hat der Mensch schon Gelegenheit, das Wasser zu verderben, und seine Ausdünstungen würden übergehen, wenn sie die Ergebnisse bloß intellektualistischer Gedanken wären, in das allgemeine Flüssigkeitselement der Erde. Aus dem allgemeinen Flüssigkeitselement der Erde heraus würde zunächst das mineralische Element der Erde entformt werden. Und der Mensch hat durchaus Gelegenheit, wenn er seine Gedanken nicht belebt und damit dem Kosmos dasjenige zurückgibt, was er vom Kosmos empfangen hat, die Erde zu zersplittern.“ Ebenda, Seite 122. Es handelt sich also nicht darum, irgendwelche Stoffzusammenhänge zu verändern, sondern den Menschen selbst, indem er sich zum lebendigen Imaginativen Denken weiter entwickelt. Er selbst ist die Ursache für die Klimaveränderungen. Seine Gedanken, die selbst ein Bestandteil der ätherischen Welt sind, der Welt der Elemente und der Lebenskräfte, vergiften diese Welt, die die Grundlage allen Lebens und seiner Äußerungen bis in die Wetterverhältnisse hinein ist. Die Zeit, in der der Mensch mit den Kräften wirtschaften konnte, die ihm die Götter in der ersten Hälfte der Entwicklung der Erde mit auf den Weg gegeben haben, ist abgelaufen, der Kredit ist verspielt. Ab jetzt muß der Mensch die Voraussetzungen für das Gedeihen der Erde und der Menschheit selbst schaffen. Und diese Aufgabe ist nur zu erreichen, indem der Mensch sich selbst verändert. Dieser Prozeß kann nur dort einsetzen, wo der Mensch sein Denken verlebendigt. Mensch und Erde sind ein Organismus und aus des Menschen Denken kommen die Impulse, die die Erde entweder gedeihen lassen oder verderben. „So hängt das, was im Menschen seelisch ist, mit dem natürlichen Dasein zusammen. Und das bloß intellektualistische Wissen heute ist lediglich ein ahrimanisches Produkt, um den Menschen hinwegzutäuschen über diese Dinge. Indem man dem Menschen weismacht, daß seine Gedanken bloße Gedanken sind, die mit dem Weltgeschehen nichts zu tun haben, macht man ihm einen Nebel vor, als ob er keinen Einfluß haben könnte auf die Erdenentwicklung, und als ob ohne oder mit seinem Zutun einmal das Erdenende so oder so kommen wird, wie es eben die bloße Physik vorschreibt.

Aber es wird nicht ein bloß physikalisches Erdenende kommen, sondern dasjenige Erdenende, das die Menschheit selber wird herbeigeführt haben.

Hier ist wieder einer der Punkte, wo sich uns zeigt, wie Anthroposophie die moralisch-seelische Welt zusammenführt mit der physisch-sinnlichen Welt, während heute gar kein solcher Zusammenhang vorhanden ist und die neuere Theologie sogar etwas Vorzügliches darinnen sieht, das Moralische ganz unabhängig zu machen von dem Physischen.“ Ebenda, Seite 123.

Gerade die Menschen, die heute vorgeben, uns durch ihre Forschung vor dem Untergang bewahren zu wollen, stellen durch ihr tot-abstraktes Denken, auf welches sie sich auch noch viel zugute tun, die Speerspitze derer dar, die uns durch ihre Blindheit, die sie dazu bringt, sich in immer wirklichkeitsfremderen Gedankenabstraktionen zu versteigen, in die Katastrophen führen. Auch auf die Entwicklung der Solarenergie als umweltfreundliche Energiequelle zu setzen, nur weil sie scheinbar keine sichtbare Verunreinigung zeigt, ist materialistisch blind, weil auch diese Technik aus dem Denken hervorgeht, welches unsere irdischen Fundamente zerstören muß.

Wer wirklich an der Veränderung der Erde, sei es im Sozialen, sei es im Kulturellen, sei es in der Natur, arbeiten will, muß sich als erstes darüber klar werden, daß Erkenntnis, die gedankliche Durchdringung der Welt, ein sakraler Opferdienst werden muß und zuallererst dort beginnt, wo sich das Denken über seine eigenen Voraussetzungen, diese verändernd, Aufschluß verschaffen muß.

Das in diesem Aufsatz Dargestellte ist deshalb auch über das Thema hinausgehend so wichtig, weil es als ein klassisches Beispiel betrachtet werden kann, wie Menschen aus westlichen okkulten Logen heraus mit Tatsachen wirken, die einen gewissen Wahrheitskern haben, dieser jedoch so benutzt wird, daß er im Sinne von gruppenegoistischen Interessen ins Materialistische umgedeutet und so von Machtinteressen mißbraucht werden kann. Dumpf, unterbewußt, fühlt die Masse der Menschen diesen Kern der Wahrheit, da sie diese untergründige Teilhabe an Weltentwicklungstatsachen, die in jedem Menschen mehr oder weniger unbewußt vorhanden sind, jedoch nicht ins Bewußtsein heben, ist es möglich, ihre nebelhaften Gefühlswallungen im Sinne der beschriebenen Interessen einzuspannen. Wieder eine beispielhafte Stelle, an dem sich klar zeigt, daß die Menschheit, ohne das Bewußtsein, welches sie der Geisteswissenschaft verdanken kann, sich niemals aus dem moralischen Moor, in dem sie zu versinken droht, herausziehen kann.

 

Rüdiger Keuler, Pfingsten 2010

 



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