Tanz auf dem Vulkan - Loveparade 2010

Trilogie I

 

Der Tanz auf dem Vulkan

„The Art of Love“ war das Motto der Loveparade, die am 24. Juli in der diesjährigen Kulturhauptstadt Duisburg stattfand. „Der Umzug der Liebe wurde zur Parade des Horrors“ schrieb die spanische Zeitung „El Mundo“. 21 Tote und 510 Verletzte sind das Resultat dieser Kunstart der Liebe. Nun beginnt das Suchen nach den Schuldigen. Heute schon ist klar, daß die Verantwortlichen bei der Stadt und beim Veranstalter, die alle Bedenken, die reichlich, zum Beispiel bei der Feuerwehr und bei der Polizei, vorhanden waren, in den Wind schlugen, grob fahrlässig handelten. Es ist ein klassisches Beispiel dafür, mit welch unzureichendem Denken die politische Führung, das Beamtentum, aber auch große Teile der verschiedenen „Experten“ ihrer Aufgabe gerecht zu werden versuchen. Viele Menschen, die keine Experten waren, haben im Vorfeld schon darauf hingewiesen, daß unter den vorhandenen Bedingungen die Veranstaltung schief gehen muß. Sie wurden verlacht, als Spaßbremsen verhöhnt und teilweise sogar verfolgt, wie der ehemalige Polizeipräsident von Duisburg, der sich heftig gegen die Veranstaltung wandte und deshalb in den Ruhestand versetzt wurde. Der Bundestagabgeordnete Thomas Mahlberg (CDU) forderte den damaligen NRW-Innenminister Ingo Wolf auf, ihn deswegen aus dem Amt zu entfernen. Deutschlands führender Konzertveranstalter Marek Lieberberg äußerte sich zutreffend zu den Geschehnissen: „Befruchtet haben sich Geltungssucht der Lokalpolitiker, die Profitsucht der Veranstalter, auf beiden Seiten gut gedüngt durch totalen Amateurismus. Das ist kein tragisches Unglück, sondern ein Verbrechen“. Sämtliche auf die Loveparade bezogene Daten sind anscheinend unmittelbar nach der Katastrophe von den Computern der zuständigen Beamten gelöscht worden.

Die zuständigen Behörden und Untersuchungsausschüsse werden die Schuldigen in diesem Fall hoffentlich finden und man wird zufriedengestellt sein, auch dann, wenn nur Bauernopfer gebracht werden, um so weiterschlafen zu können wie zuvor. Es haben Menschen Fehler gemacht, diese wurden aus ihrem Amt entfernt oder bestraft, wir können so weitermachen und unserem „Fun“ frönen, unseren Trieben weiter freien Lauf lassen. Wer nicht so oberflächlich und gedankenlos sein will, müßte sich eigentlich fragen, was geschieht da, warum baut sich an einer solchen Stelle ein Geschehen auf, das ab einem bestimmten Punkt eine Eigendynamik entwickelt die keiner mehr beherrschen kann und zwangsläufig in einer Katastrophe endet? Mit welchen Kräften hat man es da zu tun, die man nicht sehen, die man jedoch spüren kann und deren Auswirkungen man letztendlich als unfaßbare Katastrophe im sichtbaren Leben zur Kenntnis nehmen muß? Mit was gehen wir da um, das wir nicht beherrschen, sondern von dem wir beherrscht werden?

Die Menschen, die in diesem Fest ihrem Lebensstil frönen, nennen sich Raver. Unter rave steht im Englischwörterbuch rasen, toben, schwärmen. Wer rast, wer tobt ist außer sich. Wer ist dann in ihm? Wo nicht Ich, ist ein anderer. Wer? Das darf heute nicht mehr gesagt werden, da die Menschen nur noch an das glauben wollen, was sie mit Händen greifen und mit den Augen sehen können und Andersdenkende, da sie stören, zunehmend verfolgt werden. An jeder alten Kirche jedoch können wir diese Wesen an der Außenfassade bemerken, diese Wesen, die den Menschen von sich besessen machen, wenn er ihnen den Zugang zu seinem Seelischen nicht verwehrt, die Dämonen. Warum waren sie außen an der Kirche angebracht? Um sie abzuhalten. Sie können es nicht ertragen, wenn man ihnen ihr Spiegelbild vorhält, wenn man sie dazu zwingt, sich selbst wahrzunehmen. Heute muß der Mensch ihnen ihr Spiegelbild vorhalten indem er sie erkennt, oder er wird zu ihrer Beute. Was sich dann ereignet, haben wir in Duisburg gesehen. Der Mensch wird nicht mehr durch ein altes Wissen, das sich zuletzt in der Tradition ausgelebt hat, vor diesen Wesen geschützt, er muß den Schutz heute selbst übernehmen, indem er sich der Erkenntnis der geistigen Welt und damit auch dieser Wesen zuwendet. Der Glauben reicht nicht mehr, er erhält seine Bedeutung heute nur noch durch die Erkenntnis, ansonsten ist er selbst dekadent, wie wir schon durch einen kurzen Blick nach Rom feststellen können. Überall dort, wo der Mensch in seinem Verhalten sich dem Tierischen annähert, zieht er diese Wesen an. Eva Herman hat dies zutreffend in diesem Zusammenhang mit Sodom und Gomorrha verglichen. Dafür wird sie angefeindet. Daß das Ausleben der tierischen Instinkte moralisch verwerflich sein soll, dagegen wehrt man sich heftig, denn das verdirbt der Spaßgesellschaft den Spaß. Das die Loveparade bei jungen Menschen deshalb so beliebt ist, weil Sex und Drogen, welche in ihrer Verbindung zu einem gewissen perversen Verhalten führen, eine wichtige Rolle spielen, scheint niemanden zu stören. Mit was bringt man denn heute noch Sodom und Gomorrha in Verbindung? Sind solche Zustände schon normal? Und werden schon die als unmoralisch angesehen, die auf das Verwerfliche hinweisen?

Am Tage nach der Katastrophe kehrten meine Frau und ich in einem Ausflugslokal ein. Beim Bezahlen kam die Bedienung unvermittelt auf das Unglück zu sprechen. Sie war dort gewesen, hatte kurz vor Beginn des Unglücks das Gelände betreten, das Tierische im Verhalten der Menschen hautnah erlebt und hatte dann fluchtartig das Gelände verlassen, um auf der endlosen Rückfahrt zu hören, was hinter ihr geschehen war. 10 Minuten stand sie an unserem Tisch, sie war noch immer traumatisiert, obwohl sie nicht unmittelbar die Sterbenden und Verletzten, dafür aber völlig unmotivierte Gewalt von Teilnehmern erlebt hatte und mußte das Geschehen loswerden. Der Schock hatte sie geöffnet, man konnte mit ihr über Geistiges sprechen, sie war offen dafür. Interessant an ihren Ausführungen war es zu hören, wie sich das Tierische schon ihm Vorfeld aufbaute, wie das Publikum schon im Zug kiffte, Alkohol trank, laute Musik hörte, sich obszön verhielt und andere Fahrgäste anpöbelte, schon als Mob unterwegs war, Spaß auf Kosten der anderen erleben wollte. Die Aufladung, die dann zur Explosion führte, war für sie erlebbar und sie nahm die Frage mit, die sich heute eigentlich allen Menschen angesichts einer solchen Katastrophe oder anderer vergleichbarer stellen müßte: Was geschieht da eigentlich mit den Menschen, mit was haben wir es zu tun? Auf welchem Vulkan tanzen wir? Auch das gehört noch zum Dämonischen, in der Westdeutschen Zeitung schildert am 27.7. eine 16-Jährige ihre schrecklichen Erlebnisse. Sie beschreibt, wie sie traumatisiert und unter größten Schwierigkeiten das Gelände verlassen kann und den Menschen, die an ihr vorbei hineinströmen zuruft, daß dort drinnen Menschen sterben, diese jedoch so außer sich sind, daß sie auch das als Spaß erleben. Im Internet waren Videos zu sehen die zeigten, wie die Menschen noch die Leichenwagen beim Abtransport der Särge ausgelassen umtanzen.

An dieser Stelle beginnt sich an der Menschheit zu rächen, was sie all die Jahre versäumt hat. Das Geistige, mit seinen guten und seinen schlechten Wesen, ist vorhanden in der Welt in der der Mensch lebt. Er ist den Wirkungen dieser Welt ausgesetzt, wenn er diese Welt nicht mit seiner Erkenntnis durchdringt, ist dies wie das Spiel mit einem Pulverfass oder ein Tanz auf dem Vulkan, ein Spiel, das der Mensch nur verspielen, verlieren kann. Das ist für die Menschen dann so, also ob sie mit verbundenen Augen und verstopften Ohren über eine achtspurige Autobahn gehen wollten, zur Zeit des größten Verkehrs. Oder Russisch Roulett, bei dem nicht eine Patrone in der Trommel ist, sondern nur eine fehlt. Jeden trifft es zu einer anderen Zeit, aber es trifft ihn, das ist nur eine Frage der Zeit.

Wenn wir nun erfahren wollen, welche Bedeutung das Geistige für den vermaterialisierten Menschen in der Gegenwart hat, müssen wir uns Rat holen bei einem Menschen, der diesen Weg der Erkenntnis, des Schauens des Geistigen schon gegangen ist und der uns deswegen jenes erzählen kann, was wir (noch) nicht selbst sehen können. „Und wir werden dann schon gewahr, wie etwas an die Pforte unseres Herzens klopft mit der Anthroposophie und sagt: Laß mich ein, denn ich bin du selbst; ich bin deine wahre Menschenwesenheit!

Von dieser wahren Menschenwesenheit möchte Anthroposophie nicht nur erzählen, sondern mit dieser wahren Menschenwesenheit möchte Anthroposophie die menschliche Seele und das menschliche Gemüt erfüllen. Und Sie werden dasjenige, was Sie sich heute vorgenommen haben, am besten zur Ausführung bringen, wenn sie öfter einmal ….sich dessen erinnern, wie aus einem wahren anthroposophischen Betrachten der Welt in uns aufstrahlen kann das Gefühl und die Empfindung, daß Anthroposophie eigentlich an unsere Herzen pocht, um uns unseren wahren Menschen, unseren eigentlichen Menschen, um uns – uns selbst zu bringen und damit dasjenige in uns zu bringen, was wiederum den Weg hinausfindet in echter Menschenliebe zu den anderen Menschen. Dann, wenn wir Anthroposophie einlassen in unsere Herzen, nachdem sie gepocht hat, dann bringt uns Anthroposophie durch das, was sie selber ist, wahre Menschenliebe.

Oh, in unserer jetzigen Zeit ist es gar sehr notwendig, daß wir in diesem Stile den Inhalt der Anthroposophie betrachten. Denn sehen Sie sich ein wenig um in der Welt: die Zeit ist da, in welcher die Menschheit schwer geprüft wird. Warum wird die Menschheit so schwer geprüft? Ja, wenige schauen hin auf das, meine lieben Freunde, was in den Tiefen des historischen Weltgeschehens sich abspielt, wo nicht mehr das menschliche heutige Bewußtsein, sondern wo das Unbewußte nur hineindringt. Ziemlich gedankenlos und schläfrig lebt eigentlich der größte Teil der Menschheit heute mit dem gewöhnlichen Bewußtsein dahin. Aber während wir im Kopfe dieses gewöhnliche Bewußtsein haben, schreitet unser tieferes Bewußtsein, welches das Herz ergreift, gerade eben historisch für die moderne Zivilisation durch die Schwelle zur geistigen Welt durch. Hier oben im Kopfe leben die Menschen mit alle dem, was sie heute miteinander reden, namentlich mit alle dem, was sie sich über die öffentlichen Verhältnisse vorlügen, und unten  geht die ganze Menschheit – ohne daß sie es ahnt, wie wenn einer auf dem Vulkan ginge – durch die Schwelle durch. Und jenseits muß der Mensch entweder verderben, oder er muß vorrücken mit gutem Willen zu einer Erkenntnis der übersinnlichen Welt. Anthroposophie hängt heute schon zusammen mit dem eigentlichen Fortgang der menschlichen Zivilisation. Aber das Elend, das heute innerhalb dieser Zivilisation gesehen werden kann, sollte eine Aufforderung sein, heranzutreten an eine übersinnliche Menschen- und Weltbetrachtung. Das können wir aber nur, wenn wir ein offenes Auge für alles das haben, was in der Welt vorgeht.“ (Betonung vom Verfasser). Dieses Zitat von Rudolf Steiner ist dem Zyklus „Der übersinnliche Mensch anthroposophisch gefasst“ GA 231, Seite 151 ff, in der Ausgabe von 1999 entnommen. Schauen Sie sich um in der Welt, die Menschheit ist dabei zu verderben, als gesellschaftliches Ganzes, aber auch als Einzelner, als individuelles Wesen. Es ist immer wieder belastend sehen zu müssen, wie die Menschen untergehen, meistens merken sie es erst zu spät, weil sie nicht imstande sind die Symptome, die ihnen ihr eigenes Leben zeigt, richtig zu deuten, oder weil es ihnen lange Zeit gelingt, sich mit einer Droge zu betäuben. Mit der Droge raven zum Beispiel, mit der Droge Musik. Aber auch das, was man in seiner Realität nicht zur Kenntnis nehmen will, wirkt sich auf den Menschen und sein Leben aus. An einer solchen Stelle wie dieser Katastrophe der Loveparade, reißt unsere mühsam aufrechterhaltene Scheinwelt auf und wir müssen der Wirklichkeit in ihrer ganzen Brutalität ins Gesicht sehen. Wehe dem, der die Zeichen der Zeit nicht sehen will, er rutscht jubelnd, tobend, rasend, trunken vor „Fun“ in sein Verderben wenn er jung ist, für die Älteren wirkt sich das so aus, daß ihnen die seelische Nahrung verloren geht, das was sie am Leben erhält und innerlich tragen kann, sie gehen ohne Rasen und Toben langsam unter. Beide ein Spiegelbild der Gesellschaft. Den Rückweg zu finden zum Geistigen aus der Freiheit heraus und auf den Bahnen der bewußten Erkenntnis, das ist das, was der geistige Genius der Zeit von den Menschen fordert. „Aber man darf sagen, wenn die Menschen auch den Geist verleugnen, sie werden den Geist nicht los. Der Geist ist unabänderlich mit der Menschheit verbunden. Nur, wenn die Menschen dem Genius eines Zeitalters absagen, dann tritt an sie heran der Dämon dieses Zeitalters. Und als der Intellekt so weit war am Beginne des letzten Drittels des 19. Jahrhunderts, daß er ganz und gar nur dem Mechanismus des physischen Leibes folgte, selbst automatisch, mechanisch wurde und damit auf seine höchste Stufe kam, so daß er so gescheit wurde, wie er selber ist, und so gescheit, wie die anderen sind, als dieser Intellekt bis zu dem Bilde vordrang, das im Intellekt das Mechanische, das Materielle zum Dasein rief, da benahm sich der Intellekt so, wie der Mensch sich benimmt, wenn er dem Genius absagt. Dann faßt ihn der Dämon des Zeitalters. Der Intellekt hatte sich getrennt von der Seele. Der Intellekt wurde mechanisch, seelenlos…“ Rudolf Steiner in „Drei Perspektiven der Anthroposophie“ GA 225, Seite 166, in der Ausgabe von 1990. „Das hat der Dämon des Zeitalters dem Intellekt des Zeitalters gesagt. Der Dämon des Zeitalters wird sich oftmals hören lassen, wenn man das Seelische nicht wird erkennen wollen.“ Ebenda, Seite 166. „So stand Robert Hamerling die Perspektive des seelenlosen Zeitalters vor dem Seelenauge in dem Streben des im rein Materiellen wirkenden Menschen nach der geistlosen Intellektualität, die in Naturgeistern allerdings vorhanden ist, die aber im Menschen alle Kräfte der Zerstörung wachruft, bis zu der dämonischen Zerstörungssucht, die ganze Erde in den Weltenraum hinauszusprengen.“ Ebenda, Seite 168.

Wem dies zu starke Worte sind der möge bedenken, daß mit der Atombombe eine Kraft den Menschen zum Mißbrauch zur Verfügung steht, die imstande ist, die Erde nicht nur einmal zu vernichten und wir gerade heute wieder an der Schwelle stehen, durch die Machtgier einiger Politiker und ihrer militärischen Sklaven, unterstützt durch die Systemmedien, in einen Atomkrieg hineingetrieben zu werden.

Diese Zerstörungswut des Gegenwartsunmenschen zeigt sich auch in der absichtlich herbeigeführten Ölkatastrophe im Golf von Mexiko und in dem, was mit dem Impfen oder mit den Chemtrails vorgesehen ist.

Die Menschheit tanzt auf dem Vulkan und ist so lustig dabei, daß es das Grollen, welches den kommenden Ausbruch ankündigt, nicht hört. Wie viele Warnungen in einer solchen Form wie die Katastrophe der Loveparade werden wir noch bekommen bevor es ernst wird?

 

Abschließend sei noch darauf hingewiesen, daß die eigentliche Ursache für die Katastrophe der Loveparade eine gesellschaftliche ist. Welch minderwertige Erziehung von Elternhaus und Schule müssen Heranwachsende „genossen“ haben, die auf eine solche armselig-dekadente Art des Feierns verfallen, bei der es darum geht, seinem Tierisch-Triebhaften freien Lauf zu lassen, um sich mit einer solchen Droge über die Sinn- und Inhaltslosigkeit des Lebens hinwegbetäuben zu können, eine Sinn- und Inhaltslosigkeit, die nicht der Realität nach bestehen muß, sondern die das Ergebnis der heutigen Erziehung ist, bei der die staatlichen Strukturen genauso versagen, wie sie das in Duisburg getan haben.

 

Rüdiger Keuler, Juli 2010

 



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