Konsequenzen

„Viva Anthroposophia!“ So lautet die Titelüberschrift der Zeitschrift Info3 vom Januar 2011. Im Untertitel steht: „150 Jahre Rudolf Steiner, 150 Jahre Kulturrevolution“. Im Blatt finden wir 150 Jahre „anthroposophischer“ Oberflächlichkeit und Schmutz, der gegen diese geschleudert wird.

Unter der Kategorie Oberflächlichkeit und Dummheit muß ein Artikel von Laura Krautkrämer, der die Überschrift „Rock me Rudolf“ trägt, eingeordnet werden. Dieser Artikel hat eine Tiefe, gegen die die einer Pfütze noch wie der Marianengraben wirkt. Banalste Trivialitäten und gähnende Langeweile, über die noch nicht einmal die à la Andy Warhol erfolgten albernen Verfremdungen eines Abbildes von Rudolf Steiner hinwegtäuschen kann.

Unter dieselbe Kategorie fällt auch ein Interview mit Miriam Gebhardt über Rudolf Steiner, dessen Qualität wir bereits dem Titel entnehmen können: „Steiner würde heute in Talkshow sitzen“ lautet dieser. Frau Gebhardt versucht mit ihrem dürftigen Wissen, das ihr durch die materialistisch-intellektuelle Schul- und Universitätsbildung verfüttert wurde, einen solchen Menschen wie Rudolf Steiner durch ihr eindimensional-flaches Medien Brillchen zu erklären, immer hübsch auf der Ebene, auf der man sich selbst befindet und über die sie auch in diesem Leben, dazu muß man kein Prophet sein, nicht hinausfinden wird. Stellen Sie sich einmal vor, ein Floh würde eine Biographie über einen Elefanten schreiben, wir würden Interessantes erfahren, nur nicht über den Elefanten sondern über die eingeschränkte Weltsicht des Flohs. Aber sie weiß nicht worüber sie schreibt, keine Ahnung von Philosophie und Geisteswissenschaft, auch nicht in Spurenelementen. Sie bleibt an äußeren Erscheinungen hängen und interpretiert diese, ihrem andressierten Suppentellerdenken, über das sie nicht hinausschauen kann, gemäß. Steiner hat sich also selbst inszeniert und er agierte schon als Vorkämpfer für die Genderumerziehung, ganz im Sinne des Ausspruches, wenn ein Eingeweihter und ein Zeilenschinder zusammenstoßen, muß es nicht unbedingt am Eingeweihten liegen. Sie bringt es fertig, geisteswissenschaftliche Schulung mit „Yoga, Fitness bis hin zu kosmetischen Eingriffen“ gleichzusetzen. Interviewt wird sie von den beiden „anthroposophischen“ Kasperlefiguren Gronbach und Heisterkamp, die anscheinend in ihrer „Erkenntnis“ auch nicht über die „Selbstinszenierung“ Steiners hinausgekommen sind, denn sonst würden sie nicht unentwegt Geblubber produzieren. Interessant an dem Interview ist nur die Aussage, daß sie für diese Biographie einen Auftrag bekommen hat und von wem. Vom Verlag DVA, das ist Randome House, das ist Bertelsmann. „Flüssig geschrieben, ein wenig flapsig, gut zu lesen“, so wird die Biographie angekündigt. Also so wie ihr flapsiges Interview. Jeder ernstzunehmende Mensch, der sich noch nicht in der „Modernität“ geistig-seelisch aufgelöst hat, wird sich mit Ekel von einer solchen „Anthroposophie“ abwenden müssen und das wird auch mit diesem Auftrag bezweckt worden sein. Was auch der Sinn des „anthroposophischen“ Boulevardblattes Info3 ist.

Aber die Krönung des „150 Jahre Dreck gegen die Geisteswissenschaft“ stellt der Beitrag von Clarissa Heisterkamp, Christian Grauer, Felix Hau, Christoph Kühn und Ansgar Martin dar. Diese vier konnten sich nicht entblöden ein Buch erscheinen zu lassen, das den Titel trägt: „Endstation Dornach – das sechste Evangelium“. Unter der Überschrift „Der Tod der Idee in der Form“ wird ein Auszug aus diesem Buch schon vorab veröffentlicht. Der ganze Artikel ist eigentlich nur ein hohles Spiel mit Phrasen und Begriffshülsen, die vier -, Clarissa Heisterkamp ist in jeder Hinsicht nicht erwähnenswert, außer das sie mit ihren Bildchen eine solche Machenschaft unterstützt und sich damit ins selbe Boot setzt -, haben absolut nichts zu sagen. Aber damit machen sie sich überaus wichtig. Aus der Heilpädagogik ist mir dieses Verhalten von behinderten und verhaltensauffälligen Kindern bekannt, die, weil es ihnen an Eigenschaften mangelt, mit denen sie sich in erfreulicher Weise Aufmerksamkeit verschaffen können, diese Zuwendung mit unschönem, unerfreulichem oder widerlichem Verhalten erzwingen wollen. Auch diese vier sind nur bestrebt, Rudolf Steiner auf ihr Niveaulimbo zu bringen und dort, wo ihnen dies nicht gelingt, machen sie sich über das, was über ihrem, kann man dafür das Wort Niveau überhaupt noch gebrauchen, liegt, lustig. Die ganze Geschmacklosigkeit gipfelt in der Empfehlung von Felix Hau, die Anthroposophen sollten auch mal auf der – Entschuldigung, ich muß mich leider fremdschämen – „Waschmaschine vögeln“. Überaus dankbar muß man den Autoren jedoch dafür sein, daß sie sich am Ende des Auszuges selbst vorstellen. Da erfahren wir dann, daß Grauer seiner Tätigkeit als Gott in einer Stuttgarter Kaffeebar nachgeht, daß die Physiognomie von Felix Hau, die uns an einen Straßenschläger erinnern kann, darauf zurückzuführen ist, daß er ein Kettenraucher und Dauerkunde der Winzereigenossenschaften ist, daß Christoph Kühn als freischaffender Sexist und Judaist tätig ist und das Ansgar Martins sich schon durch seine Haartracht dem Tierischen stark annähert. Wenn man sich mit diesen vieren und ihren Aussagen auseinandersetzt, erscheint einem das Bild einer herrenlosen, kläffenden und streunernden Hundemeute. Sie reiben sich wie die Wildschweine im Walde an der Eiche, an Rudolf Steiner, weil ihnen ob ihrer eigenen Inhaltslosigkeit und geistigen Unfähigkeit das tierische Fell juckt. Selbst zu den „Anthroposophen“, über deren Versteinerung in der Form aus Gründen der Denkunfähigkeit sie sich lustig machen, müßten sie noch weit aufschauen, aber das scheint ihnen in der Suhle unter dem Eichbaum entgangen zu sein. Jeder Waldorfschullehrer, der am Entstehen solcher „Produkte“ beteiligt war, müßte angesichts solcher Ergebnisse umgehend den Dienst quittieren und es mal in der Tierpflege oder Landwirtschaft versuchen. Dabei sind die vier jetzt schon größere Spießer als die, die sie kritisieren je sein konnten. Wurden wir nicht von Rudolf Steiner selbst vor solchen Menschen schon gewarnt? „Nun, für viele Lebensverhältnisse ist aber ein unverdorbenes, gesundes Gemüt in der Gegenwart gar nicht so sehr verbreitet. Im Gegenteil, ein ungesundes, verdorbenes Gemüt ist heute durchaus keine Seltenheit. Und so kommt es, daß in der Aufnahme der Wahrheiten (er spricht von geisteswissenschaftlichen Wahrheiten, R.K.) sich sehr stark die Art und Weise geltend macht, wie das instinktive Leben, wie das Triebleben, wie die ganze Seelenverfassung, die Gemütsverfassung der Menschen ist, die diese Wahrheiten aufnehmen wollen. Menschen mit verdorbenen Instinkten, die keinen Willen haben, ihre Lebensverhältnisse in eine gewisse Zucht zu nehmen, werden sehr schnell die Neigung haben, gerade wenn es sich darum handelt, Wahrheiten über das Grenzgebiet (das zur geistigen Welt, R.K.) aufzunehmen, diesen Wahrheiten gegenüber eine Stellung einzunehmen, die ganz von niedriger Gesinnung erfüllt ist. Das kann sehr leicht passieren. Wenn Menschen kein gesundes Interesse haben für die objektiven Weltenvorgänge, wenn Menschen vor allen Dingen nur ein Interesse haben für das, was mit ihnen selber zusammenhängt, so verdirbt das oftmals schon das Gemüt so sehr, daß gerade den okkulten Wahrheiten und namentlich denen des Grenzgebietes nicht entsprechende Instinkte entgegengebracht werden.“ Zitat ausDie spirituellen Hintergründe der äußeren Welt“ GA 177, Seite 53, in der Ausgabe von 1999.

Im Grunde kann man einer solchen Horde von Vorpubertierenden keine großen Vorwürfe machen. Die Ursache muß bei dem gesucht werden, der ihnen die Möglichkeit gibt, sich in so nichtswürdiger Weise zu prostituieren. Chefredakteur Jens Heisterkamp müssen wir als den Dieter Bohlen der Dornachanthroposophen betrachten. Wie dieser die Unfähigkeit und die mangelnde Selbsteinschätzung der Kandidaten von „Deutschland sucht den Superstar“ gnadenlos ausbeutet, so Heisterkamp die Unreife und Triebhaftigkeit seiner Schreiberlinge, anstatt diese Menschen vor sich selbst zu beschützen. So dumm kann Herr Heisterkamp gar nicht sein, als daß er nicht wüßte, daß er diese Menschen, darunter seine eigene Tochter, ins offene Messer rennen läßt. Denn wer sich in jungen Jahren in der Öffentlichkeit in einer solchen Weise äußert, hat sich in seiner Entwicklung festgelegt und eine Änderung des Entwicklungsganges wird nur noch unter sehr erschwerten Voraussetzungen möglich sein.

Auch solche Typen wie Jens Heisterkamp hatte wohl Rudolf Steiner schon im Blick als er sagte: „Wenn der Geheimwissenschafter Furcht haben könnte, so könnte man vielleicht die groteske, aber wahre Behauptung aufstellen, daß er heute noch mehr Furcht haben müßte vor einer großen Zahl seiner Anhänger als vor seinen Gegnern.“ GA 56, Seite 11 in der Ausgabe von1985. Sofern man so weltfremd sein könnte, Jens Heisterkamp als einen Anhänger der Geisteswissenschaft und nicht als einen Gegner dieser zu betrachten. Heisterkamp und Dornach gehören zusammen, beides Verfallsprodukte eines Altares, von dem die Geistwesen sich entfernt haben und den Platz den Dämonen übergeben mußten, nur geringe quantitative Unterschiede trennen die einen vom anderen, keine qualitativen.

Das Fazit ist: Info3 hat schon lange nichts mehr zu sagen, redet aber mit vielen Worten über dieses Nichts, was nur Menschen entgehen kann, die ihre eigene Inhaltslosigkeit nicht wahrnehmen können. „Info3 entwickelt sich, verändert ihr Gesicht, macht einen Schritt nach vorne“ so steht es auf der ersten Seite der Ausgabe. Nur wer seinen Blick auf die Vergangenheit fixiert hat, kann die Entwicklung in dieser Richtung für Fortschritt halten. Aber zugegeben, ein modernes Layout hat dieses Nichts.

 

Aber treten wir einen Schritt zurück. Es kann nicht wirklich interessieren was aus einer solchen intellektuellen Naturbelassenheit hervorgeht, die erwähnten Schausteller haben nichts beizutragen zum Entwicklungsgang der Menschheit, weder für sich noch für andere, bzw. ihre Darstellungen wären etwas für die „Gala“, „Bunte“, „Bild“ oder das „Goetheanum“. Aber wo sie als Individualität und vor allem als Menschen, die aus und für die Anthroposophie tätig sein können, als von minderer Beschaffenheit gelten müssen, eignen sie sich vielleicht als Exemplare, als Beispiele für ein bestimmtes Verhalten. Wenn wir das bisher geschilderte in Ruhe auf uns wirken lassen, so treten zwei Phänomene in den Vordergrund. Die Bequemlichkeit und die Gewissenlosigkeit dieser Menschen. Wer von sich sagen muß: „Er mag Rindercarpaccio und Parmesan zum guten Roten, raucht wie ein Höllenhund und würde womöglich auch noch mit Kickboxen anfangen. Schon aus Trotz“, spricht aus, daß ihm eine innere Entwicklung nicht möglich ist, weil ihm die körperlichen Bedürfnisse, das, was der Mensch auch mit dem Tier gemeinsam hat, über alles gehen und er für Geistiges zu bequem ist. Wenn man dann diesen Maßstab der Unfähigkeit an die Geisteswissenschaft anlegt, um das in den Dreck zu ziehen, was die Menschheit von den Göttern durch Rudolf Steiner bekam, damit für diese Menschheit überhaupt ein Weiterkommen in die Zukunft möglich ist, so ist dies ein so großes Maß an Gewissenlosigkeit, wie dies überhaupt nur denkbar ist. Das ihr Verhalten mit dem Wort Blasphemie bezeichnet werden muß, ist ihnen selbst aufgegangen, denn sie benennen es selbst so. Nun sagen sie nicht, die armen Jungen haben doch keine Ahnung von dem, was sie aus ihrer menschlichen Zurückgebliebenheit tun, denn sie könnten es wissen, wenn ihnen nicht der Egoismus der eigenen Bequemlichkeit näher stehen würde. Die Dummheit ist so oft der Henkersknecht der Bosheit, wie es Ludwig Fulda in seinem Gedicht nennt (Pelagius Heft XXV). Beides, die Gewissenlosigkeit und die Bequemlichkeit, sind heute so weit verbreitete menschliche Eigenschaften, daß man sie in großem Maße als die Kultur durchsetzend und „bildend“ ansehen muß. Beides sind Eigenschaften, die die Menschheit in ihrem weiteren Fortschritt zutiefst behindern. Da kann es doch für uns selbst, die wir uns vielleicht auch nicht ganz frei von diesen Eigenschaften wissen, wichtig sein zu erfahren, welches die Konsequenzen sind, die wir dadurch auf uns laden. Vielleicht hilft uns das bei der Überwindung eigener Hemmnisse. Rudolf Steiner spricht an der Stelle, aus der ich zitieren will, von den verheerenden Zügen der Pest und der Cholera die über die europäische Bevölkerung in der Vergangenheit hinweggezogen sind. „In dieser gegenwärtigen Zeit sind wir in bezug auf solche Dinge – man kann das Wort dafür gebrauchen – noch verhältnismäßig glücklich daran. Allein schon bereiten sich gewisse Epidemien vor, auf die bereits in unseren Vorträgen aufmerksam gemacht worden ist. So sehen wir also den gleichsam zur Unzeit eintretenden Tod über die Erde hinziehen, und so auch sehen wir Krankheiten und Seuchen über die Erde hinziehen. Und der Seher sieht Seelen, die da leben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, jenen Geistern helfen, die aus den übersinnlichen Welten in die Sinneswelt die Kräfte tragen, welche Seuchen, Krankheiten bringen, welche sozusagen unzeitige Tode bringen. Es gehört zu den furchtbaren Eindrücken, Menschenseelen in gewissen Zeiten ihres Lebens zwischen dem Tode und einer neuen Geburt wahrzunehmen, die Diener geworden sind der schlimmen Geister von Krankheit und Tod, und die sich selber dazu verurteilt haben, solche Diener der schlimmen Geister von Krankheit und Tod zu werden.

Versucht man nun das Leben solcher Menschen zurückzugehen bis vor die Zeit, da sie die Pforte des Todes durchschritten haben, dann findet man immer bei denjenigen Menschen, die sich das eben erwähnte Schicksal bereitet haben, daß sie in ihrem Leben auf dem physischen Plan Mangel an Gewissenhaftigkeit, Mangel an Verantwortlichkeitsgefühl gehabt haben. Das ist ein ständiges Gesetz, welches sich dem Seher zeigt, daß Seelen, die durch die Pforte des Todes schreiten, und die vorher gewissenlose Seelenanlagen gehabt haben oder in Gewissenlosigkeit gelebt haben, sich zu einer bestimmten Zeit zwischen dem Tode und der neuen Geburt zu den Dienern machen derer, die mitarbeiten müssen an dem Hereintragen von Seuchen, Krankheiten und unzeitigen Toden in die physisch-sinnliche Welt.“ Aus „Die Mysterien des Morgenlandes und des Christentums“ GA 144, Seite 33 in der Ausgabe von 1960. Das man sich diesen Zustand, Diener sein zu müssen dieser Wesen, die Seuchen und Krankheiten über die Menschheit bringen, nicht als Zuckerschlecken vorstellen darf, werden wir später noch hören können.

„Oder, um ein anderes Beispiel anzuführen, man kann hinschauen auf das, was der Seher lernt, indem er auf eine sehr weit verbreitete Eigenschaft unter den Menschen den Blick richtet: Es ist das, was man bezeichnen kann als Bequemlichkeit, als Behaglichkeitssucht. Bequemlichkeit, Behaglichkeitssucht ist wahrhaftig eine weiter verbreitete Eigenschaft, als man gewöhnlich glaubt. Viel mehr, als man denkt, machen die Menschen aus Bequemlichkeit. Bequem sind die Menschen in ihrem Denken, bequem sind die Menschen in ihrem äußeren Handeln und Gebaren. Und namentlich bequem erscheinen sie, wenn sie irgend etwas ändern sollen in ihrem Denken oder in ihrem Handeln und Gebaren. Wären die Menschen im Innersten ihrer Seele nicht so bequem, so würde es nicht so oft geschehen sein, daß, wenn an sie die Forderung herantrat, in dieser oder jener Sache umzulernen, sie sich dagegen gesträubt haben. Gesträubt haben sie sich, weil es unbequem ist, in bezug auf irgendeine Sache umzulernen. Es war ja unbequem, nachdem man solange gedacht hatte, daß die Erde stillesteht und die Sonne und der Sternenhimmel sich um sie herumbewegen, nun plötzlich von der Bewegung der Erde durch Kopernikus zu hören, und umzulernen! Eine unbequeme Sache war das, daß einem so der Boden unter den Füßen – wenigstens theoretisch – wie weggezogen wurde. Und alles, was sich damals gegen diesen neuen Gedanken aufgelehnt hat, war entsprossen aus der Denkbequemlichkeit, aus der Behaglichkeitssucht, weil alles Umlernen unbehaglich ist. Aber man braucht nur das alleralltäglichste Leben zu betrachten, und man wird die <Tugend> - die eigentlich natürlich eine Untugend ist – der Bequemlichkeit weit verbreitet finden. Man hat in der neueren Zeit doch schon ein wenig eine Ahnung bekommen von der ganz ungeheueren Verbreitung der Bequemlichkeit unter der Menschheit.“ Ebenda Seite 34.

Die Bequemlichkeit ist eine allgemeine, weit verbreitete Eigenschaft der Menschen. Und verfolgt man die Seelen, die damit verbunden waren, nach dem Tode, so sieht man, wie sich diese Sucht nach Bequemlichkeit fortsetzt nach dem Tode, und wie der Mensch dann gleichsam eine Provinz durchleben muß, in welcher er sogar eine gewisse Zeit zwischen dem Tode und der neuen Geburt damit zubringen muß, daß er wegen der Bequemlichkeit, als Wirkung dieser Bequemlichkeit, zu einem Diener wird – als Seele – des Gottes oder der Götter der Widerstände, jener Götter, die alle die entsprechenden Widerstände der Entwicklung entgegensetzen. Und das sind wieder die Geister, die unter der Oberherrschaft des Ahriman stehen. Ahriman hat verschiedene Dinge zu tun, unter anderem auch das, daß er aus der spirituellen Welt die Kräfte in die physische Welt herein leitet, welche im physischen Leben die Widerstände hervorrufen. So sind die Menschen auf der einen Seite bequem, aber auf der anderen Seite stellt sich das Leben der bequemen Menschen auch so heraus, daß man, wenn man so etwas tun will, wieder an ein allgemeines Weltengesetz stößt. Die Widerstände sind überall da, wenn sie auch nicht in der grotesken Form da sind, in der sie einmal ein deutscher Dichter und Ästhetiker geschildert hat. Sie sind aber da in der allertragischsten Form.“ Seite 35.

„Diese Dinge gehen aber in Wirklichkeit von der grotesken Form bis zu dem Tragischen hinauf. Alle Widerstände aber werden dirigiert aus der geistigen Welt, und der Herr der Widerstände ist eben Ahriman. Und dadurch, daß die Seelen Bequemlinge sind, machen sie sich für eine gewissen Zeit zwischen dem Tode und der neuen Geburt  zu Dienern des Ahriman. Es ist im ganzen nicht so furchtbar, die Strafen des bequemen Lebens anzusehen, als wenn die Seelen leben müssen in dem Gedrücktsein unter die Geister von Krankheit und Tod. Aber es gibt immerhin einen Begriff, wie Moral und Naturgesetzmäßigkeit sich untereinander vermischen, sobald wir in die höheren Welten hinaufkommen.“ Seite 36, Betonung vom Verfasser.

Wir können also sicher sein, in unserer nächsten Inkarnation von solchen journalistischen Ergüssen, wie die der Horde der Info3 Zeilenschinder, verschont zu werden: Wir können jetzt eventuell auch daran arbeiten, uns das Dasein nach dem Tode etwas erträglicher zu gestalten und Fähigkeiten uns schon in diesem Leben erwerben, die wir im nächsten zum Wohle der allgemeinen menschlichen Fortentwicklung einbringen können. Am Beispiel dieser „Journalisten“ können wir erfahren, wohin uns die Gewissenlosigkeit und die Bequemlichkeit, das bequeme Zurückscheuen vor der geisteswissenschaftlichen Erkenntnisarbeit, führen muß. Wenn wir die Entwicklung dieser Menschen verfolgen könnten, würden wir sehen wie ihr Niedergang in Dekadenz und Verfall im Verlauf ihres Lebens immer deutlicher hervortritt, denn diese Menschen haben sich selbst festgelegt. Wohin ein solches Verhalten im Nachtodlichen führt, konnten wir den Ausführungen Rudolf Steiners entnehmen.

So kann uns selbst die Beschäftigung mit einem solchen ethisch unsauberen Blatt wie Info3 wichtige Ergebnisse bringen, wenn wir wissen, wie wir ein solches so zu lesen haben, daß es uns zu neuen Erkenntnissen führt.

 

Rüdiger Keuler, Januar 2011

 

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