Yoga

„Yoga: Wahre Schönheit kommt von innen.“ Diese Schlagzeile ist als Themenankündigung auf der Titelseite der „Weleda Nachrichten“ vom Frühling 2009 zu lesen.

Unsere ganze Kultur ist inzwischen von Yoga infiltriert. Keine Arztpraxis die nicht für Yoga wirbt, keine Krankenkasse, sogar die „anthroposophische“ Krankenkasse IKK, keine Zeitschrift z. B. „Schrot und Korn“, kein Wellnesszentrum ohne Yoga. Am schwarzen Brett der Schulen und Kindergärten, auch bei Waldorfschulen und –kindergärten, der Christengemeinschaft, sogar in Restaurants finden wir die Broschüren für Yoga. Auch Menschen von denen wir das ersteinmal gar nicht erwarten, machen Yoga: biedere Hausfrauen, alte Omas, Manager, Bäuerinnen inzwischen sogar Kinder und - Hunde. Einen Menschen der weiß, in welcher Zeit wir leben, müßte so etwas stutzig machen. Gut verkaufen läßt sich heute nur das, was dem Bedürfnis der Menschen nach Passivität, nach Bequemlichkeit entgegenkommt. Dies wiederum sind die Seeleneigenschaften, die die Menschheit weiterführen auf der Bahn des Niederganges, der Dekadenz, des Verfalls. Was also verbirgt sich unter geisteswissenschaftlichen Gesichtspunkten hinter Yoga? Rudolf Steiner hat an vielen Stellen und unter mancherlei Gesichtspunkten über Yoga und seine krankmachenden Wirkungen für den Gegenwartsmenschen gesprochen, so daß ich wahrscheinlich nicht nur einmal dieses Thema aufgreifen werde. Für diesmal werde ich es unter dem Aspekt den Rudolf Steiner in „Die Sendung Michaels“ ausführt, unter dem antimichaelischen Blickwinkel aufgreifen.

Rudolf Steiner beschreibt im 5. Vortrag dieses Bandes die verschiedenen Daseinsstufen der Erde und den damit verbundenen Menschwerdungen. Auf der alten Saturnstufe der Erde haben die Archai, die Geister der Persönlichkeit ihre Menschheitsstufe durch gemacht. Dabei muß man sich nicht eine solche Gestalt, wie sie der heutige Mensch hat, vorstellen. Auf dem Saturn gab es von den uns heute bekannten Elementen nur die Wärme. Die Gestalt dieser Wesen, die auf dem Saturn ihre Menschenstufe durchmachten, mußte also eine andere sein, wie die unsere auf der Erde. Es geht dabei um die jeweilige Stufe des Bewußtseins, welche damals diese Wesen auf dem Saturn erlangten und das mit dem unsrigen gegenwärtigen vergleichbar ist. Auf der folgenden Planetenstufe, auf der alten Sonne, auf der zur Wärme noch das Element der Luft, des Gases dazukam, waren es die Feuergeister, die die Menschheitsstufe durchmachten. Diese sind uns besser bekannt unter dem Namen Erzengel. Auf dem alten Mond, der nächsten Verkörperungsstufe der Erde, auf der die Menschen ihre Tierstufe erlangten, waren es die Angeloi, die Engel, die durch ihr Menschsein durchgingen. Auf der Erde nun sind wir es, die Menschen, welche wiederum auf der nächsten Planetenstufe, dem zukünftigen Jupiter, die Stufe erlangen werden, die die Engel auf unserer Erde innehaben. „Aber außer diesen Mondenmenschen, den Angeloi, entwickelten auch wir uns schon in einem Vorstadium dort, in dem Vorstadium der Erdenentwickelung, in sehr weit vorgeschrittenem Stadium, so daß wir dort eigentlich schon in Betracht kamen für die Angeloi. Namentlich als die Mondenentwickelung bereits im Abstiege war, kamen wir dort zuweilen in recht lästiger Weise für die Angeloi in Betracht. Geradeso aber geht es uns mit der absteigenden Erdenentwickelung. Seit die Erdenentwickelung im Abstiege ist, kommen andere Wesenheiten nach. Das ist ein bedeutsames, ein wichtiges Ergebnis geisteswissenschaftlicher Forschung, das sehr, sehr ernst zu nehmen ist, daß wir bereits in dieses Stadium der Erdenentwickelung eingetreten sind, wo sich Wesen geltend machen, die auf dem Jupiter – das ist das nächste Stadium der Erdenentwickelung – aufgerückt sein werden zu zwar anderen Menschenformen, aber doch zu Formen, die sich mit dem Menschenwesen vergleichen lassen. Wir werden ja andere Wesen sein auf dem Jupiter. Aber diese gewissermaßen Jupitermenschen sind jetzt schon da, wie wir auf dem Monde waren. Sie sind da, natürlich nicht äußerlich sichtbar; ….“ GA 194, Seite 92 ff, in der Ausgabe von 1983. Wir sind heute schon in eine Phase unserer Entwicklung und der der Erde eingetreten, wo es wichtig ist von diesen Wesen zu wissen, wenn man ihnen und den Wirkungen die von ihnen ausgehen nicht hilflos ausgeliefert sein will. „Immer mehr und mehr machen sie sich geltend seit der Mitte des 15. Jahrhunderts. Diese Wesenheiten haben zunächst vorzugsweise ausgebildet den Impuls einer Kraft, die sehr ähnlich ist der menschlichen Willenskraft, jener Willenskraft, von der ich Ihnen gestern gesagt habe, wie sie unten ist in tieferen Schichten des menschlichen Bewußtseins. Mit dem , was da dem gewöhnlichen heutigen Bewußtsein unbewußt bleibt, mit dem verwandt sind diese unsichtbaren Wesenheiten, die sich aber schon sehr stark geltend machen in der Entwickelung der heutigen Menschheit. Für den, der die Geistesforschung konkret ernst nimmt, ist das ein Problem von gewaltiger Größe.“ Ebenda Seite 93. Er schildert nun weiter, wie diese Wesen auf den Menschen Einfluß bekommen, wenn sich dessen Bewußtsein verdunkelt, der Mensch nicht mehr aus einem klaren Verstand heraus Herr der Lage ist. Ein solcher Bewußtseinszustand trat bei den Menschen ein, die an den Entscheidungen beteiligt waren, die 1914 zum Ausbruch des ersten Weltkrieges führten. „Überhaupt hat sich in den letzten Jahren ungeheuer viel zugetragen von der Art, das verursacht ist von getrübtem menschlichem Bewußtsein. An den entscheidenden Stellen des Jahres 1914 sehen wir überall, wie geradezu aus Bewußtseinsverdüsterung heraus Ende Juli und Anfang August die wichtigsten Entschlüsse gefaßt wurden, und wiederum durch diese Jahre hindurch bis in unsere Gegenart herein. Das ist ein Problem, furchtbar in seiner Art. Untersucht man es geisteswissenschaftlich, dann findet man, daß diese verdunkelten Bewußtseine die Tore waren, durch die gerade diese Willenswesen von dem Bewußtsein dieser Menschen Besitz ergriffen haben, von dem Umdunkelten, umflorten Bewußtsein dieser Menschen Besitz ergriffen haben und gewirkt haben mit ihrem Bewußtsein.“ Ebenda, Seite 94.

Durch diese Wesen, die auf dem Jupiter zu ihrer Menschheitsstufe kommen werden, die also heute untermenschliche Wesen sind, wirkt Ahriman und er wirkt mit den Wesen zusammen, die luziferischer Natur sind und die im Verstand des Menschen wirken, der Verstand der heute so viel Unheil anrichtet, weil er ohne Moral, ohne Menschlichkeit, an dem Machbaren, dem Nützlichen, dem Profitablen sich orientiert. „Was jetzt eintritt, die untermenschlichen Wesenheiten, die in ihrem Hauptcharakter einen Impuls haben, der sehr stark übereinstimmt mit dem menschlichen Willen, mit der menschlichen Willenskraft, die kommen gewissermaßen von unten herauf, während jene von Michael gestürzten Scharen oder Kräfte von oben kamen (was im Bilde des von Michael gestürzten Drachen seinen Ausdruck fand, welcher seitdem seinen Wohnsitz dort im Verstand des Menschen hat, R.K.). Und während diese Besitz ergriffen von dem menschlichen Vorstellungsvermögen, ergreifen jene Besitz von der menschlichen Willenskraft, vereinigen sich mit ihr und sind Wesen, die aus dem Reich des Ahriman erzeugt werden. Ahrimanische Einflüsse waren es, die durch diese umdunkelten Bewußtseine wirkten.“ Ebenda, Seite 95 ff. Auf diesem Wege, über die Bewußtseinstrübung, der es den untermenschlichen Wesen, die in der Zukunft erst zum Menschsein aufsteigen werden, können sich die ahrimanischen Dämonen den Zutritt zur Menschenwesenheit verschaffen, um dessen Bewußtsein und seinen Willen zu okkupieren. „Diese Wesenheiten, die also ebenso einen Aufstieg ahrimanischen Wesens vorstellen (in der menschlichen Wesenheit, R.K.), wie das, was im Beginne des Erdenwerdens das Herabfallen des luziferischen Wesens ist, diese Wesen, die ebenso eine Influenzierung der menschlichen Willenskraft darstellen, wie die anderen Wesen eine Influenzierung der luziferischen Vorstellungskraft, diese Wesenheiten müssen wir in ihrer Ankunft innerhalb der Menschheitsentwicklung erkennen. …. Das Menschengeschlecht aber wird man nicht verstehen, ohne daß man auf diese Wesen Rücksicht nehmen wird. Und diese Wesen, die, ich möchte sagen, von hinten geschoben werden – denn hinter ihnen steht eigentlich das Ahrimanische, das ihnen ihre starke Willenskraft gibt, das ihnen eingießt ihre Richtungskräfte und so weiter - , diese Wesenheiten, die für sich untermenschliche Wesenheiten sind, sind aber in ihrer Masse beherrscht von höheren ahrimanischen Geistern und haben dadurch etwas in sich, was weit hinausgeht über ihre eigene Natur und Wesenheit. Dadurch zeigen sie in ihrem Auftreten etwas, was sogar, wenn es den Menschen gefangen nimmt, stärker wirkt, wesentlich stärker als dasjenige, worüber der schwache Mensch, wenn er es nicht durch den Geist stärkt, heute Herr sein kann. Worauf geht diese Schar aus? Sehen Sie, so wie die Scharen, die Michael herabgestoßen hat, diese luziferischen Scharen, ausgegangen sind auf menschliche Erleuchtung, auf menschliche Durchvernünftigung, so gehen diese Scharen aus auf eine gewisse Durchdringung des menschlichen Willens. Und was wollen sie? Sie wühlen gewissermaßen in der tiefsten Schichte des Bewußtseins, wo der Mensch heute auch noch wachend schläft. Der Mensch merkt nicht, wie sie in sein Seelenwesen, wie auch in sein Leibeswesen hereinkommen. Da aber ziehen sie mit ihren Anziehungskräften an alledem, was luziferisch geblieben ist, was nicht durchchristet geworden ist. Das können sie auch erreichen, dessen können sie sich bemächtigen. Diese Dinge sind sehr aktuell!“ Ebenda, Seite 96 ff.

Die für unser Thema entscheidende Aussage erfolgt dann im nächsten, dem 6. Vortrag. Dort schildert er, was die Menschen im vierten nachatlantischen Zeitraum durch die Yogakultur erreichen wollten und auf welchen Wegen. Durch das Bewußtmachen des Atmungsprozesses wurde das Geistige draußen in der Welt und im Menschen wieder zur Schauung erhoben, welches als natürliches Erlebnis im 3. nachatlantischen Zeitalter dem Menschen eigen war, welches im Gang der Menschheitsentwicklung inzwischen erloschen war. Heute, in der Gegenwart auf diesen atavistischen Erkenntnisweg zurückzugreifen, ist dem Zeitalter nicht angemessen und wirkt wie alles, was nicht zur rechten Zeit und am richtigen Ort geschieht, den Entwicklungsgang der Menschheit hemmend. Wir können als Menschen der Gegenwart dies nicht etwa dadurch erreichen, daß wir zurückgreifen auf die Jogakultur; die ist etwas Vergangenes. Denn, sehen Sie, der Atmungsprozeß selbst hat sich verändert. Das können Sie natürlich heute nicht auf der Klinik nachweisen. Aber der Atmungsprozeß des Menschen ist seit dem dritten nachatlantischen Kulturzeitalter ein anderer geworden. Grob gesprochen könnte man sagen: Im dritten nachatlantischen Kulturzeitalter atmete der Mensch noch Seele, jetzt atmet er Luft. Nicht bloß etwa unsere Vorstellungen sind materialistisch geworden, die Realität selber hat ihre Seele verloren.

Ich bitte Sie, in dem, was ich jetzt sage, nicht etwas Unerhebliches zu sehen. Denn denken Sie, was das bedeutet, daß sich die Realität, in der die Menschheit lebt, selber so umgewandelt hat, daß unsere Atemluft etwas anderes ist, als sie etwa vor vier Jahrtausenden war. Nicht etwa bloß das Bewußtsein der Menschheit hat sich verändert, o nein, in der Atmosphäre der Erde war Seele. Die Luft war die Seele. Das ist sie heute nicht mehr, beziehungsweise sie ist es in anderer Art. Die geistigen Wesenheiten elementarer Natur, von denen ich gestern gesprochen habe, die dringen wiederum in sie ein, die kann man atmen, wenn man heute Jogaatmen treibt. …. Und deshalb können die Wesen, ich möchte sie die antimichaelischen Wesen nennen, von denen ich gestern gesprochen habe, in die Luft eindringen und durch die Luft in den Menschen, und auf diese Weise gelangen sie in die Menschheit, so wie ich das gestern beschrieben habe. Und wir können sie nur vertreiben, wenn wir an die Stelle des Jogamäßigen das Richtige setzen von heute.“ Ebenda, Seite 108 ff, Hervorhebung vom Verfasser.

Tief im Unterbewußtsein des Menschen ist das eben unbewußte Wissen vorhanden, was die Zeit von uns fordert. So wie die bisherige Entwicklung der Menschheit aus dem Zusammenhang mit den geistigen Wesenheiten, mit den Hierarchien herausgeführt hat, hinein in die Materie, in den Materialismus, den Tod, den Intellektualismus, aber dadurch auch in die Freiheit, so muß nun der Scheitelpunkt dieses Weges überschritten werden und der Mensch muß sich durch die Erkenntnis aus der Verstrickung in die Materie wieder lösen. Da es aber um die Erringung der Freiheit ging, kann der Weg zurück auch nur aus der dem Menschen nun eigenen Freiheit heraus geschehen. Der Weg, der nun als der zeitgemäße gegangen werden muß, ist ein absolut neuer, der Weg der Anthroposophie. Das was früher auf dem Atemweg geschehen ist, das muß nun auf dem Weg der Sinneswahrnehmung und der durch sie vermittelten Erkenntnis geschehen. Das ist die Wandlung von der Erleuchtung, die eine träumende war, die bei herabgedämpftem Bewußtsein erfolgte, zur der des wachen Bewußtseins, die Wandlung des Michael von einem Geist der zur Nachtzeit gewirkt hat, zu einem solchen der im Tagwachen, im hellen Bewußtsein wirkt. Die Seele, die sich früher in der Luft fand und durch diese in den Menschen überging, ist nun an die Sinneswahrnehmung übergegangen. Wie sich die Wahrnehmung des Menschen der geistigen Welt mitteilen kann, wenn der Mensch in diese Wahrnehmung geistige Erkenntnis hineinträgt und die Wahrnehmung dadurch im Laufe der Zeit zur geistigen Schauung erhebt, das erfahren wir auf dem Weg der Geisteswissenschaft, der als ein absolut neuer dem gerecht wird, was sich in der Realität der Welt verändert hat, nämlich dem Übergang der Weltenseele von der Luft in die Wahrnehmung, seit dem Ereignis des Mysteriums von Golgatha. Damit ist der Erkenntnisvorgang ein wesentlich geistiger geworden. Neue Zeit, neuer Erkenntnisweg. Da die Menschen aber vor allem Neuem Angst haben, die Anthroposophie auch die Überwindung des Egoismus voraussetzt, greifen die Menschen lieber auf einen alten Weg zurück, den Yogaweg. Diese Yogaübungen hat der Mensch in der Vergangenheit in seinen früheren Inkarnationen bereits durchgemacht, er ist ihm unterbewußt vertraut und er muß dabei seinen Egoismus nicht überwinden. In oben erwähntem Weleda Nachrichtenheft ist unter dem Titel „Innere Schönheit“ ein Interview mit „Anna Trökes, Deutschlands profilierteste Yogalehrerin“ abgedruckt. Eine strahlende, eine hübsche, eine dynamische, eine eloquente Frau stellt sich dort dar, aber sie redet nur von ihrem Egoismus, von sich. Wer heute noch annimmt und damit haben viele „Anthroposophen“ ihre große Schwierigkeit, wer heute noch annimmt, daß das Hemmende, das Finstere, das Alte, das Böse sich nach außen oberflächlich als finster, häßlich und böse darstellt, der kennt Ahriman und seine Genossen nicht. Was der Mensch auf seiner physischen, oberflächlichen Ebene, auf seiner seelischen auch oberflächlichen Ebene als Liebe, als Anteilnahme oder was auch immer offenbart, muß durchschaut werden, indem wir uns von der Frage nach dem Geistigen leiten lassen. Kortison hilft auch, ich bin in kurzer Zeit auf angenehme Art meine Beschwerden los, aber was ist die Langzeitwirkung davon? Mit welchen Wesenheiten habe ich mich eingelassen? Der Weg zum Neuen, zum durchchristeten Geistigen fällt allen Menschen sehr schwer, auch den Anthroposophen, deshalb immer wieder das Zurückgreifen auf Altes, auf GNM (Germanisch Neue Medizin), auf Judith von Halle, auf Mieke Mosmuller, auf Sergej O. Prokofieff, auf die Astrologie usw. usf. Seit der Mitte der lemurischen Zeit hat sich der Mensch in den luziferischen Einfluß verstrickt, seit der atlantischen in den des Ahriman, das trägt der Mensch alles in seinem Wesen mit sich herum und das gestaltet seine Wesenhaftigkeit mit, seinen Egoismus, seine Vorlieben. Wenn er sich dessen nicht entäußern, wenn er sich dessen nicht bewußt werden kann, wird er immer wieder zu Dingen hingeführt, in denen vielleicht außen Geisteswissenschaft draufsteht, durch die Terminologie die gebraucht wird, der Eindruck entstehen soll eine solche zu sein, aber dem Gehalt nach doch nur Luzifer und/oder Ahriman enthält, schön maskiert und getarnt. Durch seine innere Verwandtschaft liebt er diese Erscheinungen, diese Weltanschauungen, sie kommen seinem niederen Ich, seinen Trieben und Instinkten entgegen. Steht dann noch Christus oder Geisteswissenschaft darauf, ist er ganz befriedigt, denn er hat gefunden wonach er sucht und kann doch der Alte bleiben. „Jeder Mensch weiß, wie ihm zunächst das als wahr gilt, was er in seinen Empfindungen und so weiter vorzieht. Erst diejenige Wahrheit aber ist die bleibende, die sich losgelöst hat von allem Beigeschmack solcher Sympathien und Antipathien der Empfindung und so weiter. Die Wahrheit ist wahr, auch wenn sich alle persönlichen Gefühle gegen sie auflehnen. Derjenige Teil der Seele, in dem diese Wahrheit lebt, soll Bewußtseinsseele genannt werden“. Aus der „Theosophie“ GA 9, Seite 46 ff in der Ausgabe von 1978. Nur durch das Tor der Bewußtseinsseele kann der Zugang zur Geisteswissenschaft gefunden werden.

Ich bin durch meine Arbeit als Heilpädagoge veranlaßt worden, mich mit dem auseinanderzusetzen, was Rudolf Steiner über Yoga gesagt hat. Es gab eine Zeit, wo viele Kinder, die mit Verhaltensauffälligkeiten und Entwicklungsverzögerungen bei mir vorgestellt wurden, Eltern hatten, meist war es die Mutter, die Yoga machten. Nach und nach kam ich darauf, daß der ganze Entwicklungsprozeß bei vielen Kindern gestört wird, wenn deren Eltern oder einer der beiden Yoga macht. Aus dem Ich heraus führt der Erwachsenen das Kind, gibt ihm den Halt, das es braucht zur Entwicklung einer seelischen Stabilität. Wenn dieser innere Halt nicht vorhanden oder nicht genügend vorhanden ist, entsteht seelischer Wildwuchs, der sich je nach der kindlichen Konstitution ausgestaltet. Dort wo der Mensch sich dem Dämonischen öffnet, der Dämon die Oberhand bekommt, muß von einem Anstelle-des-Ich gesprochen werden. Wer einmal die Möglichkeit gehabt hat, Menschen über viele Jahre zu verfolgen die Yoga nicht nur als eine vorübergehende Erscheinung betreiben, kann bemerken, wie diese als innere Individualität immer weniger werden, bis in das Gesundheitliche hinein. Dabei darf man sich jedoch nicht durch Oberflächlichkeit blenden lassen, denn an Stelle des Ich erscheint meist ein überblähter Astralleib der äußerlich betören kann. Es ist auch auffällig, wie selten es gelingt, die Menschen von der Irrtümlichkeit dieses Weges zu überzeugen. Das liegt daran, daß durch Yoga die Abhängigkeit von diesen Wesen, je länger umso größer wird und im Verhältnis dazu der Egoismus anschwillt. Am deutlichsten trat mir die Problematik, die mit dem Yogaübungsweg verbunden ist, bei einer Frau zutage, die nicht nur diese Übungen machte, sondern auch seit langem andere Menschen darin anlernte. Ihr Kind litt unter Lernstörungen und Verhaltenauffälligkeiten, die sich in diesem Fall besonders der Mutter gegenüber äußerten. Im Laufe eines Gespräches, das die seelischen und geistigen Wirkungen von Yoga zum Inhalt hatte, kam es zum Eklat. Sie beschimpfte mich und die „Jünger“ Rudolf Steiners und brach in der Folge davon die Therapie ihres Kindes ab. Ein dreiviertel Jahr später bekam ich folgenden Brief von ihr: „Sehr geehrter Herr Keuler, ich möchte Ihnen mitteilen, daß Sie recht hatten mit der Vermutung, daß Jans Blockaden etwas mit Yoga zu tun haben. Damals habe ich es weit von mir gewiesen, aber jetzt weiß ich, daß es stimmt. Seit Oktober unterrichte ich kein Yoga mehr und Jan geht es in der Schule merklich besser. Herzlichen Gruß“. Dieser Einsicht ist umso höher zu bewerten, da sich diese Frau sehr stark mit Yoga verbunden fühlte, bis in die existenziellen Grundlagen hinein.

Auch dort wo Yoga nicht mit Atemübungen verbunden ist, finden diese Wirkungen statt. Die Körperhaltung, die beim Yoga eingenommen wird, soll den Atemstrom in einer bestimmten Weise durch den Körper leiten. Es kommt ja in den meisten Fällen auf diesem Wege nicht mehr bis zu einer Erkenntnis des Geistigen. Nur dazu, daß der Übende sagt: ich fühle wie mir das gut tut, ich habe ein Glücksgefühl, wenn ich diese Übungen mache. Trotzdem werden diese Wesen aufgenommen und können ihre Wirkungen entfalten. Die Heileurythmie wirkt ja auch bei Menschen, die sich um die Erkenntnisgrundlagen des Geistigen nicht scheren. Aber wie schon gesagt, es muß uns mehr die Frage interessieren welche Wesenheiten wirken, als die Frage, ob etwas wirkt.

So stellen in der heutigen Zeit Menschen, die nach außen harmlos, vielleicht strahlend, aufgeschlossen und dynamisch, modern erscheinen, eine große Gefahr für die Menschheit dar. Sie sind die Einfallstore für ahrimanische Dämonen, wodurch sie den gesamten Gang der Menschheitsentwicklung hemmen und behindern. Jeder Mensch muß sich heute klar werden, welche Verantwortung er für die gesamte Menschheit trägt. Ist er ein passiver Mensch, bequem und egoistisch, hemmt er den Gang der kosmischen Entwicklung, geht er einen Entwicklungsweg, der irrtümliche Grundlagen hat, steigert er diese Hemmnisse noch mehr. In der Zukunft werden wir eingehend studieren können, wie gerade diese Menschen, die zu einem verdunkelten Bewußtsein neigen, in extremen Situationen reagieren, wenn die zu erwartenden Katastrophen über uns hereinbrechen werden.

Ich kenne eine Frau, deren gesundheitlichen Probleme durch Yoga weitgehend verschwunden sind. Dies erklärt sich daraus, daß viele unserer Krankheit ihren Ursprung im Ich haben. Dann muß die bewußte Veränderung des Ich gesucht werden. Dieses durch Yoga zu schwächen oder auszuschalten ist kein Weg. Die gesundheitlichen Probleme werden sich vielfach an einer anderen Stelle verstärkt einfinden, denn die Schwächung des Ich bringt eine Schwächung des Ätherleibes mit sich.

Es könnte nun jemanden einfallen, die Firma Weleda auf ihren Irrtum hinweisen zu wollen. Das ist ein völlig sinnloses Unterfangen. Weleda verlagert sich von der Heilmittelsparte immer mehr zu der der Kosmetik. Das konnte nur geschehen, weil die Erkenntnis der Geisteswissenschaft verloren ging. Anstelle dessen trat die Orientierung nach dem Profit, dem Mammon. Spätestens dann haben sich die geistigen Wesenheiten, auch die guten Elementarwesen, die zur Heilung gebraucht werden, abgewandt. Stattdessen hat man sich dem Egoismus zugewandt, dessen Ausdruck das Streben nach Schönheit und die Eitelkeit sind, mit dem sich gut Geschäft machen läßt. An dem erwähnten Interview läßt sich das gut ablesen. In dem besagten Nachrichtenheft werden Frauen idealisiert, die ihr Leben damit verbringen, um sich selbst herumzutanzen, sich hautsächlich mit sich selbst zu beschäftigen, außer Frau Trökes kommt noch das „Topmodel“ Magdalena Kozinska zur Darstellung.

Verhindert wird das Zusammenwirken der luziferischen Geister von oben, die durch den kalten Intellekt wirken und der ahrimanischen, die durch den Willen wirken, die auf dem dargestellten Weg aufgenommen werden, in dem der Mensch seinen Intellekt, seine Gedanken verlebendigt. Indem die Erkenntnis das Gemüt ergreift und zum heiligen Enthusiasmus wird, das ist der Weg des Michael, der zum Christus führt. „Wenn in der Mittelschicht des Bewußtseins dieser Christus-Impuls Platz greift, wenn der Mensch wirklich sich durchchristet, dann können diese ahrimanischen Kräfte durch die Mittelschicht (das rhythmische System, das Herzsystem, R.K.) nicht durch, nicht hinauf, und können mit ihren geistigen Kräften nicht herunterziehen die intellektuellen Kräfte.“ Wiederum GA 194, Seite 99.

Es ist mehr als notwendig, daß der Mensch in seinen Kenntnisbereich die Wesen der geistigen Welt mit einbezieht, wenn er durch die Gefahren und Anforderungen, die dieses entscheidende Zeitalter an ihn stellt, hindurchfinden will. Er muß lernen das Wesentliche vom Unwesentlichen immer besser unterscheiden zu können. „Es ist durchaus notwendig, daß man heute erkennt, wie ebenso wichtig, als manche Einflüsse, die nur in der Menschenwelt wurzeln, die Einflüsse sind, die uns von außermenschlichen, untermenschlichen Wesen kommen, auf die aber wiederum andere Wesen ihren Einfluß haben.“ Ebenda, Seite 99.

Ich hoffe in dem Leser das Bedürfnis erregt zu haben, sich mit dem Zyklus „Die Sendung Michaels“ zu beschäftigen oder aufs Neue zu beschäftigen. Aus ihm können wir viel von dem erfahren, was an uns die Gegenwart für Anforderungen stellt, wenn wir bereit sind das Geistige in seiner Wesenhaftigkeit anzuerkennen. Und nur dann sind wir imstande, uns der Niedergangskräfte zu entreißen.

 

Rüdiger Keuler, August 2011



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