Grunst

 

 Ahriman ist der Geist der Lüge. An Stelle von Wahrheit setzt er die Unwahrheit, die Lüge, an die Stelle der Schönheit das Häßliche und an die Stelle des Guten das Böse. Wir können ihn schon an der Wortwahl erkennen. Krieg heißt heute: gewaltsame Befriedung, wenn die USA zwei Drittel ihrer Kriegsflotte in den asiatischen Raum verlegen wollen, so nennt man diese Kriegtreiberei „für Stabilität sorgen“. Er ist der unrechtmäßige Zeitgeist, der das Denken und Fühlen der westlichen Menschheit oder zumindest des größten Teils dieser bestimmt, der, der unsere Kultur und Gesellschaft prägt. Immer wieder konnten wir uns davon überzeugen, wie gerade die Menschen, die ihm besonders dienen, in unserer Zeit gesellschaftlich nach oben in bestimmende Positionen kommen und auch geehrt, mit Auszeichnungen überschüttet werden. Wenn wir zum Beispiel die Liste derer studieren, die den Karlspreis der Stadt Aachen bekommen haben: Graf von Coudenhove-Kalergi, der kein Graf war, Winston Churchill, Angela Merkel, Helmut Kohl, Wolfgang Schäuble, Henry Kissinger, Bill Clinton, Jean Claude Juncker, alles Menschen, die ihren Verdienst dadurch erworben haben, daß sie den Drahtziehern der angestrebten globalen Unterjochung der Menschheit dienlich waren, oder wenn wir die betrachten, die mit dem Nobelpreis ausgezeichnet wurden, zum Beispiel der Kriegsverbrecher und – nun wie nennt man denn einen Menschen der ohne Gerichtsverhandlung den Befehl erteilt andere Menschen auf Verdacht hin zu killen und das aus dem niederen Beweggrund der Macht? – ich spreche von Barack Obama, der mit dem Friedensnobelpreis „geehrt“ wurde. Das die Elite der moralisch Minderwertigen ausgezeichnet wird, ist jedoch nicht nur in der Politik und in der Wissenschaft so, sondern auch in der Kunst. Von einem besonders delikaten Beispiel will ich Ihnen berichten, weil wir daran eine Wachsamkeit entwickeln können, die für die Zukunft wichtig sein wird. Die 27-jährige Theresia Tarcson erhält das diesjährige Max-Ernst-Stipendium, welches mit 5000 Euro dotiert ist. Dies berichtete der Bonner General-Anzeiger unter der Überschrift „Grenzerfahrung als Kunst“ am 29. Mai 2012. Ausgezeichnet wurde sie unter anderem für folgende Performance: „Die junge Frau hat ein großes, weißes Stück Seife im Mund, eingeklemmt zwischen ihren Zähnen. Immer wieder tropft Speichel und flüssige Seife auf ihr graues Top. Wie von einem Tonband abgespielt wiederholt die Frau immer wieder den Satz: »Ich habe etwas Schreckliches getan. Ich habe die gesamte Kunst erschossen – und mich selbst.« 13 lange Minuten kämpft die Frau mit dem Stück Seife. Außer der Frau, der Seife und einem eintönigen, schwarzen Hintergrund ist nichts zu sehen.“ Das Bild, welches von dieser Performance abgebildet ist, kann nur als ekelerregend bezeichnet werden.

Wer in der heutigen Zeit in die Ecke seinen Stuhlgang setzt, diesen mit Goldbronze übersprüht und eine bizzare Theorie dazu liefert, wird als „großer Künstler“ gefeiert. Das Kunstmärchen von Christian Andersen „Des Kaisers neue Kleider“ ist eine aktuelle Geschichte mit großem Erkenntniswert für die Phänomene der Gegenwart.

Nun, solche skurrilen Erscheinungen sind ja nicht neu, die Unfähigen müssen sich in ihrer Blödigkeit fortwährend steigern, um noch aufzufallen. Interessant ist jedoch, daß die junge, geistig hohle Person Frau Tarcson an der Alanus Hochschule in Alfter studiert und was die Sache noch schlimmer macht, sie studiert Kunsttherapie. Man muß also davon ausgehen, daß diese Frau später durch ihr eigenes Kranksein, – wenn jemand solche „Kunst“ in die Welt setzt kann er unmöglich über ein gesundes Seelenleben verfügen –, andere kranktherapiert, womöglich noch an einem „anthroposophischen“ Krankenhaus. Heute jedoch ist die überwiegende Mehrzahl der Menschen von soviel „Kreativität“ begeistert.

Ganz neu sind solche Phänomene nicht, nur der Verwesungsgeruch der diesen Dingen anhaftet wird immer penetranter. „Und alles wird absterben, was etwas hineinstellen will in die physische Welt, was nicht aus der geistigen Welt herausstammt. Heute können noch Maschinen erfunden werden, weil noch ein altes Erbgut da ist. Dasjenige, was auf anderen Gebieten vielfach geschieht, das zeigt ja doch wohl schon, in welcher Weise das geistige Vermögen wirklich abnimmt, aus der geistigen Welt der physischen Welt etwas einzuverleiben, denn auf vielen Gebieten nennt man heute »nichts können« aus diesem Grunde schon ein »höheres Können«. Kein ordentliches Gesicht mehr malen können, sondern irgendwie Striche zusammenzumachen und allerlei Zeug darauf zu schmieren, das hätte der Maler noch vor einiger Zeit genannt – selbstverständlich, der wirkliche Maler tut es auch noch heute – eine Schmiererei. Aber heute gibt es schon Schulen, die nennen solche Schmierereien die »höhere Kunst«, und die wirkliche Kunst ist etwas, was vorbei ist, was nicht mehr da sein soll. Auf allen Gebieten geht es so, auf allen, allen Gebieten.

Das ist es, das man einsehen muß: Die Zeit verlangt von uns, daß wir uns befruchten lassen aus der geistigen Welt heraus. Und nur die Befruchtung wird möglich sein, die eben von dem Ergreifen der geistigen Tatsachen, wie sie Geisteswissenschaft gibt, kommen kann. Und auch die großen Weltenaufgaben werden nur gelöst werden, wenn solche Befruchtung eintreten kann gerade auf diesem Gebiete.“ 1916, am 7. März hat Rudolf Steiner diese Worte in Berlin gesprochen, also während der Erste Weltkrieg tobte. Sie finden sich in dem Zyklus „Gegenwärtiges und Vergangenes im Menschengeiste“ GA 167, Seite 52 in der Ausgabe von 1962. Wie man das „nichts können“ heute als „höheres Können“ feiert, kann man dem erwähnten Zeitungsartikel entnehmen. „Die eigene Person und ihr Körper bilden den Mittelpunkt Ihrer Arbeit. Sie stehen für die auffallende Gradlinigkeit ihrer Aussagen ein. Existenzielle Erfahrungen werden bis an die Grenzen körperlicher und seelischer Belastbarkeit auch für den Betrachter in ihren konzentrierten Performances vor Augen geführt.“ Diese Worte entstammen der Urteilsbegründung der Jury. Zwar versteht die „Künstlerin“ ihre Aktion „als Anklage an die bedeutungslose, sinnentleerte Kunst“, aber gerade das scheint sie als Kunst zu verstehen und läßt sich dafür feiern: die Bedeutungslosigkeit und Sinnentleerheit als „höheres Können“. „Eine Beziehung zum Geistigen, zum realen Geistigen, nicht bloß zum gedachten Geistigen, braucht die Kunst. Der Künstler könnte gar nicht in seinem Stoffe schaffen, wenn in ihm nicht der Impuls lebte, der aus der geistigen Welt heraus kommt. Damit ist aber zu gleicher Zeit auch auf den Ernst im Künstlerischen hingewiesen, neben dem Ernst im Erkennen, neben dem Ernst im religiösen Erleben. Von diesem Ernst im Künstlerischen, das läßt sich nicht leugnen, ist in vieler Beziehung unsere materialistisch fühlende Welt und Menschheit abgekommen. Jeder Blick in künstlerisches Schaffen, das im wahren Sinne diesen Namen verdient, zeigt uns als künstlerisches Schaffen zugleich menschliches Ringen nach dem Einklang, nach der Harmonie zwischen Geistig-Göttlichem und Physisch-Irdischem. Und wo sich dieses Ringen im Künstler nicht zeigt, ist nicht wahrhaft künstlerischer Impuls vorhanden.“ Dieses Zitat von Rudolf Steiner finden wir in dem Zyklus „Das Künstlerische in seiner Weltmission“ GA 276, Seite 62 in der Ausgabe von 1982. Kunst entsteht dort, wo der Künstler die Materie, den Stoff so zu bearbeiten versteht, daß der Geist sichtbar wird. Ein Ringen mit der Materie im Künstler selbst, mit der Dichte des physischen Leibes, die dem Erleben des Geistigen im Wege steht und mit der Materie, dem Stoff der Natur, die im Laufe des Entwicklungsganges der Erde geistlos geworden ist. Da genügt es nicht brabbelnd auf ein Top zu sabbern. Unter dem von Rudolf Steiner erwähnten Gesichtspunkt können wir auch die Werke eines Josef Beuys nicht zur Kunst zählen, denn seine Fettecken werden erst dann zur „Kunst“, wenn man das gedachte Geistige verwechselt mit der Beziehung zum realen Geistigen. Beuys fällt unter das oben erwähnte Verdikt, daß heute zur Kunst erklärt wird, wenn einer seine Notdurft verrichtet und dafür eine schöne Theorie ausspinnt. Ich würde mir ohne weiteres zutrauen, aus jedem zertretenen Joghurtbecher eine hochgeistige Metapher zu machen, aber dann würde ich auch nur auf mein Top sabbern. Das was Frau Tarcson fehlt, der Geist, kann man anscheinend an der Alanus-Hochschule nicht mehr kennenlernen. Ehrlicherweise muß man erwähnen, daß Herr da Veiga, der Rektor der Schule, schon vor einiger Zeit eingestanden hat, daß Alanus im engeren Sinne keine anthroposophische Einrichtung mehr sei, sondern sie würde die Anthroposophie unter anderem anbieten, sprich: die Alanus-Hochschule mutierte inzwischen zu einem Wühltisch der Weltanschauungen, wo sich jeder die ihm und seiner Selbstdarstellung passende Niedlichkeit heraussuchen kann. Das war der Preis, den die Hochschule für ihre staatliche Anerkennung bezahlen mußte. Das kommt davon, wenn man den Projektleiter einer Software AG mit dem freien Geistesleben betraut. Das Grundkonzept für den BWL Studiengang der Alanus-Hochschule entwickelte Prof. Dr. da Veiga zusammen mit Prof. Dr. Götz Rehn, dem die Alnatura Läden gehören und der von 1978-84 für die Nestlè AG (!) Schoko-Riegel vertrieben hat und Prof. Götz Werner (Bundesverdienstkreuz), den dienstbaren Geist der „One World“ Drahtzieher („Wem dient das Grundeinkommen“ Pelagius Heft X). Seit Herr Werner aus der Geschäftsführung bei dm ausschied, ist sein Sohn Christoph in die erweiterte Geschäftsführung eingetreten. Dieser war zuvor beim amerikanischen Pharmagiganten GlaxoSmithKline (!) tätig, das ist der Hersteller des Schweinegrippeimpfstoffes und anderer pharmazeutischer Schweinereien. Ganz schön viele Saulusse die behaupten sich zu Paulussen verwandelt zu haben.

Hätte Frau Tarcson an der Alanus-Hochschule die Geisteswissenschaft kennengelernt, so wüßte sie, daß ihre Aussage: „Ich habe etwas ganz Schreckliches getan. Ich habe die gesamte Kunst erschossen – und mich selbst“ eine tiefe Wahrheit beinhaltet. Eine solche Selbstdarstellung  im Namen der Kunst führt tatsächlich zu einem seelischen Tod. Auf der anderen Seite würde natürlich ein Mensch, bei dem der Seelentod nicht schon weitgehend eingetreten ist, nicht in solchem Ausmaß den Ernst, der auch in der Kunst vorhanden sein muß, ins Lächerliche verfälschen und sich auf solche niedere Art prostituieren. Die 5000 Euro belegen ja, es verkauft sich gut, Ahriman hat sein Gefallen daran. Ahriman nimmt aber dafür auch seinen Tribut, die Seele des Menschen.

Es ist interessant, welche Impulse aus dem vermeintlich anthroposophischen Hintergrund heraus entstehen und im Laufe der Zeit entstanden sind und es wird wichtig sein, gerade darauf auch künftig sein Augenmerk zu richten. Wenn Ahriman in den nächsten Jahren in seiner leiblichen Inkarnation auf der Erde erscheinen wird, so wie der Christus sich zur Zeitenwende in den leiblichen Hüllen des Jesus von Nazareth inkarniert hat, so wie Luzifer im dritten Jahrtausend vor Christus in Asien als menschliches Wesen erschien, wird er gerade in den Menschen eine große Hilfe finden, die sich dem Geistigen zugewendet haben, ohne den dafür notwendigen Ernst aufzubringen, ohne die dazu notwendigen Anstrengungen der Veränderung des eigenen Wesengliedergefüges und des alten abstrakten Denkens in ein neues spirituelles Denken leisten zu wollen. Die Formalanthroposophen, die sich zwar neuen Inhalten zuwenden, die jedoch aus Bequemlichkeit und Egoismus beim alten Adam bleiben wollen, die dadurch die neuen Gedanken zu leeren Begriffen machen, zu Begriffshülsen, werden Ahriman mit fliegenden Fahnen zuströmen. Wer einmal das Höchste, das die Menschheit aus der geistigen Welt erhalten hat, für seinen Egoismus verrät, wird von den ahrimanischen Dämonen okkupiert. Wer wachen Geistes nach Dornach (Beschneidung der Weleda AG) schaut, wer die geistige Entleerung der Waldorfschulen verfolgt hat oder die der anthroposophischen Kliniken (wer in Buchenbach die Einnahme allopathischer Psychopharmaka verweigert wird nach Hause geschickt, wer sein schwieriges Kind in Herdecke behandeln läßt macht mit Ritalin Bekanntschaft), kann die schon weit fortgeschrittenen Anfänge dieser Entwicklung beobachten. Der Impuls von Gondi-Schapur, als die Widersachermächte versuchten die weitere Entwicklung der Menschheit dadurch zu korrumpieren, daß zur Unzeit, zu früh, spirituelle Weisheiten auf materialistische Art der Menschheit zufließen sollten, um die Bewußtseinsseele zu verhindern, wurde auch zentral von Menschen getragen, die äußerlich Christen waren, ohne zum eigentlichen inneren Gehalt gefunden zu haben. So wie diese „Christen“ damals dem Sorat dienten, so werden die „Anthroposophen“, dem Ahriman unterwürfig dienen. Ahriman ist schlau genug, daß er sein Wirken als „höhere Spiritualität“, als „höheres Können“ verkaufen wird, denen, die nicht bis zum inneren Wesenskern der Geisteswissenschaft vorgedrungen sind. Dieser innere Wesenskern hat nichts mit Intelligenz, mit Wissen zu tun, sondern mit Willen, mit Aufwachen, mit Selbstlosigkeit in geistigen Angelegenheiten. Ahriman wird sie, diese „Anthroposophen“ schon bei ihrem Egoismus zu packen bekommen, dem sie schon zuvor den Christus-Impuls geopfert haben.

 

Rüdiger Keuler, Juni 2012

 



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